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Gerhard Willeke

Der folgende Artikel wurde aus der Wikipedia im September 2008 entnommen und nach einer Löschdiskussion nach wenigen Tagen gleich wieder gelöscht.

www.a-willeke.de

Gerhard Willi Hermann Willeke (* 8. Juni 1929 in Hannover-Linden; † 1. Oktober 2001 in Hannover) war ein bekannter deutscher Schachspieler und Autor des Buches Geschichte des Deutschen Arbeiterschach. Ihm zu Ehren wurde vor 2 Jahren ein großes Schachtunier veranstaltet.

Kindheit

Gerhard wurde 1929 als Sohn des Arbeiters Wilhelm Willeke und der Näherin Martha Schenck geboren. Seine Schulzeit begann 1935 in der Lindener Grundschule. 1936 ließen sich seine Eltern scheiden, da sein Vater immer mehr dem Alkohol verfiel. 1938 zog die Familie noch einmal zusammen. Doch schon bald setzte die Trunksucht seines Vaters wieder ein. Dies sollte zur endgültigen Scheidung führen. 1940 wurde er Mitglied bei den Pimpfen, was zu der Zeit kaum zu vermeiden war. Als es immer öfter zu Angriffen kam und er und seine Familie im Luftschutzkeller bleiben mussten, lehrte ihn sein Vater das Schachspiel. Im Frühjahr 1941 begann die Kinderlandverschickung. Gerhard kam nach Kolberg in eine Pension. Insgesamt verbrachte Gerhard 5 Monate in Kolberg. Als er im Herbst 1941 wieder in Linden wohnte, begann sein Konfirmandenunterricht.

Lehrzeit

Im Frühling 1943 begann Gerhard seine Lehre als Bäcker. Seine Aufgaben waren unter anderem den Ofen nachheizen, Brötchen, Brot, Kuchen und Feingebäck backen und natürlich auch das Marken kleben.

Sein späteres Leben

1944 wurde Gerhard durch einen Blindgänger verletzt. Seine Wunden waren nicht allzu schlimm, doch andere Leute wurden sogar getötet. Im Sommer 1946 trat er dem Schachverein 'Freie Schachvereinigung Hannover' bei. Nach seiner Gesellenprüfung 1946 blieb er noch vier weitere Jahre als Geselle tätig. 1950 trat er seine Stelle als Bäcker in Wittingen an. 1949 erfuhr er vom plötzlichen Tablettentod seines Vaters. 1951 arbeitete er als Bäcker am Altenbeker Damm. Da er noch eine Prüfung ablegen musste war er ständigen Belastungen ausgesetzt. 1952 schloss er den Vorbereitungslehrgang und die Meisterprüfung erfolgreich ab. Doch seine Verhältnisse wurden nicht besser. Im Gegenteil, sie wurden nur noch schlimmer. So machte er sich auf und suchte eine neue Stelle. Er wurde in einer Bäckerei in Lehrte tätig. Damit begann ebenfalls sein Kontakt mit dem Lehrter Schachklub. Gerhard hatte zwar eine Meisterprüfung gemacht, aber keinen richtigen Schulabschluss. Somit begann er 1952 den Unterricht am Abendgymnasium. Da dieser in Hannover stattfand suchte er sich erneut dort eine Stelle. Nach seinem Abschluss sollte Gerhard wieder viel Zeit mit dem Schach verbringen. Obwohl er immer Probleme mit dem Englischunterricht hatte, fuhr er 1955 mit den Baptisten nach Bristol. Diese Schiffsreise sollte das beste Erlebnis in seinem ganzen Leben werden. Zum ersten Mal sah er seine zukünftige Frau. Sie war mit einer Chorgruppe nach Nottingham unterwegs. Im August traf er Heidi, so hieß das Mädchen, im Eurosaal wieder. Sie trafen sich immer öfter und knüpften schnell eine Beziehung. Im Sommer 1959 zogen sie zusammen nach Lehrte. 1960 wurde Gerhard zum 2. Vorsitzenden des SK Lehrte ernannt und er gründete im Herbst die Jugendgruppe, die noch immer Bestand hat. Im Januar 1960 erblickte sein erster Sohn das Licht der Welt, 1962 folgte eine Tochter. Die Wohnung wurde allmählich zu klein und deshalb zog die Familie 1965 in ihr Haus in Lehrte ein. 1966 kam noch ein Sohn zur Welt.

Seine Enkelkinder folgten 1995, 1997, 1998, 1999 und 2003 (was er nicht mehr erlebte).

Schachspiel

Gerhard hatte fast sein ganzes Leben lang Schach gespielt. Er war unter anderem mehrmals Vereinsmeister, zweimal Stadtmeister, Kreis- sowie Bezirksmeister. Aufgrund seiner vielen Erfahrungen und seiner Recherchen über das Arbeiterschach schrieb er das Buch 'Geschichte des Arbeiterschach'.

Anmerkung: Willeke war 1962, 1963, 1964, 1967 Klubmeister und 1973 Pokalsieger im SK Lehrte.

Werke

  • Gerhard Willeke: "Geschichte des deutschen Arbeiterschach", Nightrider Unlimited, Treuenhagen 2002
  • Gerhard Willeke: "75 Jahre Niedersächsischer Schachverband 1924-1999". Chronik und Festschrift
  • "Nette Leute spielen Schach", Das Mini-Schachlehrbuch des Deutschen Schachbundes, unter Mitwirkung von Gerhard Willeke Jetzt lesen!

Links

Arbeiterschachturnier - Halle 2007
Rezension - Geschichte des deutschen Arbeiterschachs

Nachruf auf Gerhard Willeke im Oktober 2001

Mit Bestürzung und Trauer mussten wir die Nachricht vom Tod von Gerhard Willeke vernehmen. Der Verstorbene war von 1981 bis 2000 als Referent für Breitenschach des Niedersächsischen Schachverbandes auf Bundesebene tätig; von 1993 bis 2000 bekleidete er das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden der Kommission Breitenschach des DSB. Mit ihm verliert das deutsche Schach nicht nur den DSB-Beauftragten für das Schachsportabzeichen. Gerhard Willeke stand mit seinem ganzen Engagement im Dienste des Breitenschachs. Es war ihm ein Herzensanliegen, unser Schach zu verbreiten. Für seine Verdienste um das deutsche Schach wurde Gerhard Willeke auf dem DSB-Kongress 2001 in Coburg die silberne Ehrennadel des DSB verliehen. Wir werden ihn stets als Förderer des Schachs in Erinnerung behalten.

Alfred Schlya, Präsident des Deutschen Schachbundes

Quelle: http://www.teleschach.de/organ/presse03.htm

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