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von Norbert Heymann und Herbert Bastian
Die Landeshauptstadt von
Rheinland-Pfalz und Karnevalshochburg am Rhein war Gastgeber des Kongresses
des Deutschen Schachbundes am 22. Mai 2004. Mainz ist eine schachbegeisterte
Stadt - nicht nur durch die bedeutenden Turniere der Chess Classic Mainz. Sie
hat mit Jens Beutel einen spielstarken (DWZ 2063) Oberbürgermeister und
engagierten Förderer des Schachsports in ihren Reihen. Das Organisationsteam
(Ernst Bedau, Roland Pokorny, Erich Siebenhaar, Wolfgang Spitz, Fred Theis,
Klaus Zachmann und Christine Zemke) mit dem Präsidenten des Schachbundes
Rheinland-Pfalz, Günther Müller, an der Spitze, bemühte sich sehr um die
aus ganz Deutschland angereisten Gäste. Im Hotelfoyer wurde ein
Informationsstand aufgebaut, der vom Organisationsteam fast rund um die Uhr
besetzt wurde. Ein Flyer mit dem Programmablauf, Wissenswertes über die
Gastgeberstadt sowie zahlreiche Auskünfte gehörten zum Service der
Organisatoren vom Schachbund Rheinland-Pfalz. Das Ambiente des Hilton-Hotels,
es bot dankenswerterweise für die Übernachtungen und anderes
Sonderkonditionen an, tat ein übriges, um die Mainzer DSB-Tage zu einem
Erlebnis werden zu lassen. Ein eigens angebrachtes Transparent in der
Hotellobby wies auf die Kongresstage hin und an den Masten vor dem Hotel
hingen die Fahnen des DSB. Traditionell begann für die Präsidiumsmitglieder
und den Arbeitskreis der Präsidenten der Landesverbände die Zusammenkunft
bereits zwei Tage zuvor. Jeweils eine getrennte und eine gemeinsame Sitzung
standen am Donnerstag auf dem Programm. Das DSB-Präsidium beschloss - auf
Antrag des Leistungssportreferenten Klaus Deventer - ab 2005 die Verleihung
des Titels "Trainer des Jahres"; rückwirkend für das laufende Jahr. Eine
Jury entscheidet, unter Mitwirkung der Deutschen Schachjugend, über die
Verleihung. Auch der zweite Antrag von Klaus Deventer, einen Arbeitskreis
einzusetzen mit dem Auftrag, eine Bestandsaufnahme vorzunehmen und ein Konzept
zur Aufnahme und Pflege von internationalen Beziehungen mit anderen Schachföderationen
zu entwerfen, wurde angenommen.
Nach einem Sitzungsmarathon
von 9:30 Uhr bis tief in die Nacht war das touristische Programm am Folgetag
eine willkommene Gelegenheit zur Entspannung. Für den genannten Personenkreis
bot dies auch praktisch die einzige Gelegenheit, die Gastgeberstadt näher zu
erkunden und mehr zu sehen, als Bahnhöfe, Autobahnabfahrten und Hotelzimmer.
Zum Ausflugstag waren auch bereits einige Delegierte angereist und konnten am
Vormittag am Empfang teilnehmen, zu dem der Oberbürgermeister Jens Beutel
einlud.
 | | Oberbürgermeister Jens Beutel | |
In seinen Begrüßungsworten hob er die Ehre hervor, die Mainz als
Gastgeberstadt zuteil wird. Ganz besonders setzt sich Jens Beutel für die
Durchführung der Schacholympiade 2008 in Dresden ein und er versprach wörtlich:
"Ich bin in Dresden 2008 dabei". Als Dankeschön für sein Engagement und
seine Unterstützung des Schachsports wurde Jens Beutel der Ehrenteller des
Deutschen Schachbundes von Alfred Schlya überreicht. Ein Besuch des
Gutenberg-Museums - Johannes Gutenberg gilt als größter Sohn der Stadt -,
und die Schachmotivausstellung des Hamburger Schachkünstlers Gerd Meyer
lohnten allein schon die Reise nach Mainz. Nach dem Mittagessen im
historischen "Heiligengeist-Restaurant" (ein ehemaliges Kloster) wurden
noch die St. Stephans Kirche mit den Fenstern von Marc Chagall und der
imposante Mainzer Dom besichtigt. Als fachkundige Begleiter standen Christine
Zemke und Fred Theis dankenswerterweise zur Verfügung. Zum Abschluss folgte
ein Bummel durch die Augustinergasse im historischen Zentrum von Mainz. Abends
fand ein Empfang und ein Festabend des Schachbundes Rheinland-Pfalz für die
Delegierten und Begleitungen statt. Der singende Kellermeister Karl-Heinz
Hillenbrand - begleitet vom Pianisten Phillip Bankert - und der Clown
Bartholomäus Bauch - Mime und Artistik - aus der "Schule für Clowns
Mainz" sorgten für gute Stimmung.
 | | Phillip Bankert und Karl-Heinz Hillenbrand | |
Ehrengäste des Festabends waren der
Oberbürgermeister Jens Beutel sowie der Geschäftsführer des
Landessportbundes Rheinland-Pfalz, Lothar Westram. Für Familienangehörige
und Partner, die nicht am Bundeskongress teilnahmen, bot sich am Samstag die
Gelegenheit zu einer Rheinschifffahrt Mainz - St. Goar. Vorbei an berühmten
Weinorten wie Eltvielle, Rüdesheim, dem Mäuseturm, Bacharach, der Pfalz am
Rhein und der Loreley. Die Gruppe wurde sachkundig von Christine Zemke
begleitet. In St. Goar folgte eine Fahrt zur Ruine Rheinfels. Angesetzt war
das Begleitprogramm von 9:20 bis 20:20 Uhr und der Bundesturnierdirektor
Reinhold Kasper behielt recht mit seiner Vermutung, er könne seine Gattin am
Schiffsanlegesteg pünktlich begrüßen. Zu dieser Stunde gehörte der
Bundeskongress bereits gut zwei Stunden der Vergangenheit an. Da haben
Kongressteilnehmer früherer Jahre schon ganz Erfahrungen gemacht....
 | | Lothar Westram | |
Neben dem Ehrenpräsidenten
Egon Ditt sind auch die Ehrenmitglieder unseres Dachverbandes, Klaus Darga,
Dr. Heinz Meyer, Helmut Nöttger, Wolfgang Uhlmann und Wolfgang Unzicker gern
gesehene Gäste eines Bundeskongresses und waren in Mainz anwesend. Ehrenpräsident
Alfred Kinzel war leider terminlich verhindert und wünschte dem Kongress
einen guten und zielorientierten Verlauf.
Nach der Eröffnung des
Kongresses am 22. Mai durch den Präsidenten Alfred Schlya, richtete Oberbürgermeister
Jens Beutel ein Grußwort an die Delegierten und brachte die Hoffnung zum
Ausdruck, es werde ein für das deutsche Schach richtungsweisender Kongress.
Um es vorweg zu nehmen, er sollte recht behalten. Nach einer Schweigeminute für
verstorbene Schachfreunde schloss sich der Tagesordnungspunkt Ehrungen an.
Neues Ehrenmitglied des Deutschen Schachbundes ist der Bundesminister des
Innern, Otto Schily, der einstimmig gewählt wurde. Hierdurch soll vor allem
sein großes Engagement und seine Unterstützung des Schachsports gewürdigt
werden. Günther Müller, Präsident des gastgebenden Landesverbandes, wurde für
seine Verdienste als langjähriger Sprecher des Arbeitskreises der
Landesverbandspräsidenten sowie sein Mitwirken in der DSB Wirtschaftsdienst
GmbH ebenfalls einstimmig mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft
ausgezeichnet. Eine besonders rührende Geste hielten die Delegierten des
Schachbundes Rheinland-Pfalz für ihren - im Herbst aus dem Amt scheidenden -
Präsidenten bereit. Zuerst stellten sich die acht anwesenden Rheinland-Pfälzer
in einer Reihe auf. Dann nahm sich jeder ein kleines Gebinde mit drei Rosen;
jede Rose hatte eine andere Farbe: rot, weiß und gelb. Die Landesfarben von
Rheinland-Pfalz. Jede Rose symbolisierte ein Jahr seiner 24-jährigen Präsidentschaft.
Sichtlich bewegt nahm Günther Müller die Blumen entgegen und bedankte sich
herzlich bei seinen langjährigen Weggefährten.
 | | Günther Müller (mit Blumen) und einige seiner Weggefährten | |
Die Goldene Ehrennadel wurde
an Dr. Klaus-Norbert Münch, Alfred Seppelt und Christian
Zickelbein, in Würdigung
ihrer erfolgreichen, langjährigen Tätigkeit, überreicht. Ralph Alt erhielt
eine Silberne Ehrennadel und wurde damit für seine besondere organisatorische
Tätigkeit gewürdigt.
 | | Christian Zickelbein, Dr. Klaus-Norbert Münch und Alfred Seppelt (v.l.) | |
 | | Alfred Schlya, Dr. Gerhard Schmidt (er nahm die Auszeichnung für Elisabeth Pähtz entgegen) und Ralph Alt (v.l.) | |
Ebenfalls eine Silberne Ehrennadel wurde Elisabeth Pähtz
für ihre besonderen schachlichen Leistungen verliehen. Traditionell beim
Kongress ist auch die Ehrung des Siegers im Senioren-Deutschland-Pokal. Im
Jahr 2003 war dies Eduard Bakhmatov.
 | | Alfred Schlya, Eduard Bakhmatov und Klaus Gohde (v.l.) | |
Mit einer ausführlichen
Power-Point-Präsentation informierte Dr. Dirk Jordan nicht nur über den
gegenwärtigen Stand der Vorbereitung der Schacholympiade 2008 in
Dresden,
sondern legte auch die Gesamtorganisation (u.a. Finanzplan, Medienpräsenz,
Nachwuchsnationalteam, Ausbildung von Schiedsrichtern, Projektideen) dar. Ich
kann wohl ohne Übertreibung sagen, dass dies die meisten der Anwesenden tief
beeindruckt hat. Ein Zeichen hierfür ist auch die Abstimmung, in der sich die
überwältigende Mehrheit der Anwesenden glasklar für die Idee der
Schacholympiade 2008 in Dresden ausgesprochen hat. Dieses Turnier ist nicht
ein Turnier unter vielen. Es ist absolut DIE CHANCE FÜR DAS SCHACH IN UNSEREM
LAND! Die Botschaft, die vom DSB-Kongress ausgeht, ist eindeutig und als
Aufbruch zu verstehen. Der Schachboom in Deutschland ist möglich, wenn wir
alle es nur wollen! Als Geschenk überreichte Dr. Jordan jedem Anwesenden ein
Foto mit Rahmen vom Ort der Schacholympiade 2008, dem erst vor wenigen Tagen
 | | Dr. Dirk Jordan | |
eröffneten Internationalem Congress Center Dresden. Beim Kongress des
Landesschachbundes Brandenburg am 6. Juni 2004 wird Dr. Jordan die Projektidee
"Schacholympiade 2008 in Dresden" ebenso vorstellen, wie im März 2005 in
Offenbach beim Kongress des Hessischen Schachverbandes. Der DSB-Vizepräsident
und Vorsitzende des Vorbereitungsausschusses der Schacholympiade
2008, Heinz-Jürgen
Gieseke, informierte zusammenfassend - ebenfalls mit einer Power-Point-Präsentation
- über die flankierenden Maßnahmen und Aktivitäten des DSB, wie sie in den
verschiedensten Publikationen ebenfalls vorgestellt werden. Im
Rechenschaftsbericht des Präsidiums, gehalten vom Präsidenten, wurden
besonders die Bewerbung um die Ausrichtung der Schacholympiade 2008 in Dresden
erwähnt, der Sieg der deutschen Mannschaft in der Besetzung Wolfgang Uhlmann,
Hans-Joachim Hecht, Klaus Klundt und Dr. Burkhard Malich bei der
Europa-Mannschaftsmeisterschaft 2004 gewürdigt sowie die Ergebnisse der vom
letztjährigen Kongress eingesetzten Satzungskommission. Alfred Schlya dankte
Klaus Deventer und der Satzungskommission für die geleistete Arbeit. Die von
der Kommission erarbeiteten Vorschläge zur Reform der DSB-Strukturen, die
effizientere und kostensparende Arbeitsabläufe zum Ziel haben, wurden vom
Kongress mit großer Mehrheit angenommen. Kernpunkte sind, dass die
Bundeskongresse (Wahlen zum Präsidium) mit den Delegierten der Mitgliedsverbände
nur noch in den Jahren mit ungerader Jahreszahl stattfinden. In den
Zwischenjahren werden Hauptausschusssitzungen - ohne Delegierte der
Mitgliedsorganisationen - durchgeführt. Dem Präsidium gehören künftig die
Referenten für Datenverarbeitung und Wertungen nicht mehr an; die Funktion
des "Sportdirektors" wird in "Bundesturnierdirektor" umbenannt. Die
Kommissionen für Öffentlichkeitsarbeit und Datenverarbeitung sind nicht mehr
Bestandteil der Satzung und die Kommissionen für Frauenschach, Seniorenschach
sowie die Bundesspielkommission tagen nur noch alle zwei Jahre. Im Bereich
Frauenschach und bei der Bundesspielkommission übernimmt in den
Zwischenjahren ein personell verkleinerter Spielausschuss deren Aufgaben.
Weitere Kommissionen werden personell verkleinert. Eine Teilselbständigkeit
erhält die Kommission für Seniorenschach. Ein Antrag des Saarländischen
Schachverbandes (Aufnahme des Arbeitskreises der Präsidenten der
Mitgliedsverbände in die Satzung) wurde angenommen. Ein weiterer - doppelte
Mehrheit bei Beschlüssen - zurückgezogen und dieser wird im nächsten Jahr
erneut gestellt. Siehe hierzu auch die abgegebene Erklärung des Sprechers des
Arbeitskreises der Präsidenten der Landesverbände, Herbert Bastian, im
Anschluss an diesen Bericht.
Der vom Schatzmeister Michael
S. Langer gestellte Antrag auf Beibehaltung der Mitgliedsbeitrages auch 2005
wurde abgeändert. Zur Finanzierung aller Maßnahmen des DSB und der
Landesverbände im Vorfeld der Schacholympiade in Dresden 2008 wird für 2005
der Beitrag angehoben (Erwachsene: 8,00 EUR statt 7,50 EUR, Jugendliche: 4,00
EUR statt 3,75 EUR und Schüler: 2,00 EUR statt 1,87 EUR). Die erhöhten Beiträge
gelten nur, wenn Deutschland den Zuschlag für die Ausrichtung der Olympiade
2008 erhält, ansonsten verbleibt es bei den genannten geringeren Beträgen.
Dem nächstjährigen Kongress wird erneut ein Antrag vorgelegt. Für das nächste
Jahr stellt der DSB aus seinen Haushaltsmitteln insgesamt für jedes Mitglied
(Erwachsene, Jugendliche, Schüler und beitragsfreie Kinder) einen Euro für
die genannten Olympia-Aktivitäten zur Verfügung. Dieser - von vielen
Schachfreunden bereits "Olympiagroschen" oder "Olympiaeuro" getaufte -
Betrag wird die vorbereitenden Aktivitäten mit finanzieren. Somit ergibt sich
die einmalige Chance, in der breiten Öffentlichkeit nachhaltig präsent zu
sein und neue Wege zur Begeisterung und Unterstützung für unsere Sportart zu
ebnen, wie es der Vorsitzende des Olympiaausschusses, Heinz-Jürgen Gieseke,
so treffend formulierte. Sind die Bemühungen von Erfolg gekrönt und es haben
sich Sponsoren zur Finanzierung dieser Maßnahmen gefunden, ist von einer
Reduzierung der Olympia-Beiträge auszugehen.
Der Antrag zur Änderung der
Turnierordnung "An Deutschen Mannschaftsmeisterschaften können Spieler ohne
deutsche Staatsangehörigkeit teilnehmen. Die Anzahl der zulässigen Meldungen
sowie die Einsatzmöglichkeiten sind unter den Bestimmungen der jeweiligen
Meisterschaften aufgeführt." wurde angenommen. Ein Antrag auf Aufnahme der
Frauen-Regionalliga in die Turnierordnung wird überarbeitet und dem
Hauptausschuss im November 2004 vorgelegt. Zur Einführung einer
DSB-Ehrennadel, die für langjährige Mitgliedschaft und ehrenamtliches
Engagement, einhundert Einsätze als Schiedsrichter sowie langjährige
Turnierorganisation verliehen wird, kommt es nicht.
Wichtig waren auch die
notwendig gewordenen Nachwahlen in den bisher nur kommissarisch besetzten
Referaten. Einstimmig bzw. mit großer Mehrheit wurden gewählt: Helmut
Schumacher (Breiten- und Freizeitschach), Hannelore Neumeyer (Frauenschach)
und Klaus Gohde (Seniorenschach). Als stellvertretender Vorsitzender des
Bundesturniergerichts wurde Norbert Sprotte gewählt. Zugleich wurde bekannt
gegeben, dass der Arbeitskreis der Präsidenten der Landesverbände Herbert
Bastian (Saarländischer Schachverband) als Sprecher benannt hat. Vakant ist
jedoch nach wie vor die Position eines Datenschutzbeauftragten. Hier sind alle
Mitgliedsverbände aufgerufen, Vorschläge für geeignete Kandidaten zu
machen. Der von der DSJ ins Leben gerufene Förderverein Jugendschach wurde
vom 2. Vorsitzenden der DSJ, Rainer Niermann, vorgestellt. Auch gibt es ein
neues Schulschachprojekt, über das Patrick Wiebe - 1. Vorsitzender der DSJ -
informierte. Herbert Bastian sprach sich für eine verstärkte Propagierung
des Schachsportabzeichens aus. Hier hat der neu gewählte
Breitenschach-Referent Helmut Schumacher zugesagt, Akzente zu setzen; auch
warb er eindringlich für den "Tag des Schachs - Aufruf zum Duell der Städte"
am 28. August 2004. Über den Nachtragshaushalt 2004 und den
Haushaltsvoranschlag 2005 wurde diskutiert und beide sind genehmigt worden. Für
ein wichtiges Anliegen, die Aktion "64 Felder für
den Erfolg", warb der DSB-Geschäftsführer Horst Metzing ausdrücklich.
Ein neu gestaltetes Schachbrett mit den Namen der Förderer auf den von ihnen
genutzten Feldern wurde sehr beachtet. Zwei der Förderer, Dr. Harald E. Balló
und Günther Müller, waren in Mainz anwesend.
 | | Dr. Harald E. Balló, Bundestrainer Uwe Bönsch und Günther Müller (v.l.) | |
Eine ebenfalls erfreuliche
Nachricht war die Information von Ernst Bedau, dass die Durchführung der
Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft RAMADA-TREFF Cup 5³ auch 2004/2005
gesichert ist. Dr. Harald E. Balló stellte sein neues Buch über die
Geschichte des Deutschen Schachbundes bis 1945 vor. Eine Auswahl an
Schachutensilien bot die Schachzentrale Rattmann im Hotelfoyer an. Schließlich
informierte der Bundesligasprecher Christian Zickelbein die Anwesenden über
die Entwicklungen in der höchsten Spielklasse.
 | | Alfred Schlya (l.) und Hanno Dürr | |
DSB-Präsident Alfred Schlya
bedankte sich recht herzlich bei Günther Müller und seinem Team vom
Schachbund Rheinland-Pfalz für die hervorragende Vorbereitung und
Organisation des DSB-Kongresses. Hanno Dürr, Präsident des Schachverbandes Württemberg,
lud die Anwesenden nach Pfullingen bei Stuttgart zum DSB-Kongress 2005 ein.
Die traditionelle Übergabe der Glocke des Versammlungsleiters an den Präsidenten
des Landesverbandes, der den nächsten Kongress ausrichtet, bildete den
Abschluss der Mainzer DSB-Tage.
Norbert
Heymann
Stellungnahme
zum Antrag "Doppelte Mehrheit" des Saarländischen Schachverbandes
zum DSB-Kongress in Mainz
"Nach
der erfolgreichen Verabschiedung der Strukturreform, die von nahezu allen
Landesverbänden begrüßt wird, ist das erweiterte Präsidium ersatzlos
abgeschafft. In diesem waren die Vorsitzenden der Mitgliedsverbände
vertreten. Bei Abstimmungen galt das Prinzip: ein Kopf - eine Stimme. Nach der
Abschaffung ist das Stimmengewicht der kleinen Landesverbände erheblich
geschwächt, weil sich im Kongress die Zahl der Stimmen nach der Zahl der
Mitglieder der Landesverbände richtet. Im neu eingeführten Hauptausschuss,
der in den kongressfreien Jahren tagt, wird das Stimmrecht der Vorsitzenden
der Mitgliedsverbände ebenfalls nach ihrer Mitgliederzahl gewichtet.
Um
dieser Schwächung der kleinen Landesverbände und der ihr möglicherweise
folgenden Demotivation entgegen zu wirken, hatte der Saarländische
Schachverband zwei Anträge gestellt, die die Unterstützung von mehr als der
Hälfte der Mitgliedsverbände fanden. Im Interesse einer Verabschiedung der
von einer ausreichenden Mehrheit gewünschten Strukturreform hat der
Arbeitskreis der Landesverbände folgenden Kompromiss ausgehandelt: 1.) Der
Arbeitskreis der Landesverbände (AKLV) wird in der Satzung verankert. 2.) Der
Antrag auf Minderheitenschutz ("doppelte Mehrheit") wird noch einmal
überdacht. Mehrheitlich haben die Landesverbände sich darauf geeinigt, im
kommenden Jahr einen überarbeiteten Antrag zur Satzungsänderung mit dem Ziel
des Minderheitenschutzes einzubringen.
Ich
darf mich bei allen Kollegen im AKLV für die konstruktive und
vertrauensbildende Zusammenarbeit bedanken. Auch die Rückmeldungen aus dem Präsidium
unterstützten deutlich überwiegend die Anliegen der Anträge. Dass es trotz
anfänglich großen Widerstands gelungen ist, die von mir genannten Aspekte
der Strukturreform einer fairen und erfolgreichen Diskussion zuzuführen,
werte ich als Zeichen einer gereiften Streitkultur im Deutschen Schachbund.
Wenn es nun noch gelingt, einen befriedigenden Minderheitenschutz in der
Satzung zu verankern, ist die Strukturreform aus meiner Sicht erst richtig
gelungen.
Herbert
Bastian, Saarländischer Schachverband 1921 e.V.
Autoreninfo Norbert Heymann, Jahrgang 1959, war bis 2005 Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Deutschen Schachbund.
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