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Weiterbildung für A-Lizenztrainer in Berlin

von Uwe Bönsch

Gespannte Aufmerksamkeit beim Lehrgang

Entsprechend den Bestimmungen der "Rahmenrichtlinien des Deutschen Schachbundes für die Ausbildung von Fachübungsleitern und Trainern" vom Juni 2001 müssen A-Trainer alle zwei Jahre ihre Lizenzen verlängern. Dazu werden vom DSB regelmäßig Weiterbildungsveranstaltungen angeboten. Hauptziele sind das Vertiefen und Erweitern der bisher vermittelten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Durch diese Maßnahme soll das schachspezifische, pädagogische und psychologische Wissen der Trainer aktualisiert werden.

Vom 10. bis 12. September 2004 nutzten die erfahrenen Trainer und Trainerinnen Martina Beltz (Leipzig), Herbert Bastian (Saarbrücken), Holger Borchers (Berlin), Hans-Uwe Hinrichs (Bingen), Jerzy Konikowski (Dortmund), Claus Dieter Meyer (Bremen), Dr. Karsten Müller (Hamburg) und Siegfried Wölk (Hamburg), in den modernen Räumen der neu geschaffenen FIDE Trainerakademie im Berliner Olympiastadion, die Möglichkeit ihre Lizenz zu verlängern.

Bei der Eröffnung des Lehrgangs verwies Dr. Hans-Jürgen Hochgräfe, Referent für Ausbildung, auf die jahrelange kontinuierliche Aus- und Weiterbildung im Deutschen Schachbund. So gibt es bundesweit bereits 40 Trainer mit der A-Lizenz. Allerdings lässt die Besetzung der Funktion von Lehrwarten in mehreren Bundesländern sehr zu wünschen übrig, wie von ihm kritisch hervorgehoben wurde. Dadurch leidet vor allem die Ausbildung von C-Trainern.

Neben dem Bundestrainer und Bundesnachwuchstrainer sind die ausgebildeten A-Lizenztrainer die wichtigsten Stützen für die Leistungsentwicklung im Lande. So wurde ein zweistündiger Vortrag von Siegfried Wölk, Vizepräsident für den Bereich Leistungssport, zur Thematik "Probleme bei der Umsetzung der Konzeption Leistungssportförderung des DSB" (trotz der späten Abendstunden) mit hohem Interesse verfolgt. Besonders anschaulich demonstrierten Schaubilder in Form von Flussdiagrammen die Leistungsentwicklung unserer geförderten Talente. Vergleiche von Entwicklungskorridoren ausgewählter Toptalente ermöglichten, künftige Leistungen zu prognostizieren.

Wohl in keiner Sportart sind die psycho-nervalen Anforderungen, mentalen Beanspruchungen für Strategie und Taktik und demzufolge die Verbindung zur Psychologie so immens wie im Schach. Dass sich der psychologische Einfluss nicht nur auf die variierende Vorbereitung der Gegner bezieht, wurde am Samstagvormittag eindrucksvoll von Dr. Marion Kauke nachgewiesen. Unter dem Thema "Psychologische Aufgaben von Schachtrainern bei der Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung von Wettkämpfen/Turnieren" verbarg sich die Vielfalt der mentalen Einflussnahme von Schachtrainern auf ihre Schützlinge.

Marion Kauke zur Sozialkompetenz des Trainers

Das Motto Train the Trainer (!) beinhaltete nachstehende Hauptpunkte: Führungskompetenz, Soziopsychische Kompetenz, Pädagogisch-psychologische Fachkompetenz, Planung und Zielbestimmung der Leistungsentwicklung, Komponenten schachlicher Spitzenleistungen, Persönlichkeitsmodell, Situationsmodell; Psychoregulative Methoden: Trainingssteuerung, Unmittelbare Wettkampfvorbereitung (UWV-Phase), Wettkampfbetreuung; Auswertung und Kontrolle. Eine weitere wertvolle Einsicht kam noch hinzu. Wer bislang immer nur das kämpferische Element des Schachs im Auge hatte, wurde auch von der Bedeutsamkeit kooperativen Wirkens, vor allem beim wertvollen Zusammenspiel der eigenen Kräfte im Team bestärkt.

Neben dieser zentralen Thematik gab es noch folgende Vorträge und Diskussionsgrundlagen:

  • Weiterführende Gedanken und Vorstellungen zu Ausbildungsfragen; Zur bevorstehenden Schacholympiade in Mallorca: Nominierung, Vorbereitung und Vorschau (beide Themen: Uwe Bönsch).
  • Die Arbeit des Trainers mit neuen ChessBase-Versionen (Hans-Uwe Hinrichs).
  • Die geschlossene Variante der Italienischen Partie - C54 (Herbert Bastian).
  • Erfahrungen mit der Schach-Akademie in Polen (Jerzy Konikowski).

Durch die günstigen lehrtechnischen Kommunikationsmöglichkeiten in der FIDE Trainerakademie wie Nutzen von Computern, Laptop, Beamer, Tageslichtschreiber, Demonstrationsbrett etc. wurde die Lektions- und Vortragstätigkeit vorteilhaft unterstützt.

GM Uwe Bönsch, Lehrgangsleiter

Autoreninfo

Uwe Bönsch,
Jahrgang 1958, ist Bundestrainer des Deutschen Schachbundes



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