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von Ernst Bedau
Der langjährige Referent für Öffentlichkeitsarbeit
Ernst Bedau führte in der Festschrift zum 125-jährigem Jubiläum des
Deutschen Schachbundes im Jahre 2002 aus:
Bei großen Sportarten ist es so: Sportveranstaltungen
werden veranstaltet, die Medienvertreter kommen automatisch und berichten.
Dies ist zugleich die beste Werbung für die Sportart. Eigene Anstrengungen
der Sportorganisationen sind kaum nötig. Dies gilt heute nicht einmal mehr für
die großen Massensportarten. Für eine Randsortart wie Schach hat dies nie
gegolten. Trotzdem hat sich im Deutschen Schach erst sehr spät die Erkenntnis
durchgesetzt, eigene Aktivitäten zur Werbung und Öffentlichkeitsarbeit zu
entfalten. Die zwei Werbewochen im Dritten Reich waren vergessen oder verhöhnt
und so zehrte man auch nach dem Krieg wieder von der "Einzigartigkeit" des
Schachs und glaubte, schachliche Erfolge seien die beste Werbung. Die im
Schach errungenen Erfolge konnten jedoch auf einem Sportmarkt nicht
konkurrieren, in dem nur eine Goldmedaille zählt und schon ein zweiter oder
dritter Platz in den Hintergrund rückt. Pressewart Alfred
Diel (1971 - 1986) verstand Öffentlichkeitsarbeit noch überwiegend als
Rundbrief-Weitergabe von periodisch gesammelten Informationen aus dem Bereich
des Deutschen Schachbundes. Seine Schachinformationen gingen an einen
interessierten Kreis von Funktionsträgern, Schachjournalisten und
Tageszeitungen. Darüber hinaus erkannte Diel die Notwendigkeit einer
Information nach innen und propagierte ein DSB-internes Mitteilungsblatt, das
sich jedoch nicht etablieren konnte. Sein kurzzeitiger Nachfolger Wolfram
Inngauer (1986 - 1989) startete Schach-Intern, ein vierteljährlich
erscheinendes Mitteilungsblatt des DSB, das allen Vereinen zugesandt wurde.
Auch dieses Blatt konnte sich nur knapp 3 Jahre halten. Wegen der vierteljährlichen
Erscheinungsweise waren die Nachrichten nie aktuell, die Vereinsvorsitzenden
gaben das Blatt in ihrem Verein nicht weiter, sondern behielten die
Informationen für sich, und es stellte sich nach kurzer Zeit heraus, dass
ehrenamtlich ein solches Blatt nicht professionell und attraktiv mit Inhalt
gefüllt werden konnte. Unter Ernst Bedau (1989 - 1997) wurde die Öffentlichkeitsarbeit
umgestellt. Alle deutschen Tageszeitungen wurden angeschrieben und
interessierte Redaktionen in einen Faxverteiler aufgenommen. Dies garantierte
die aktuelle Weitergabe von Nachrichten an sämtliche Presseagenturen sowie über
150 deutsche Tageszeitungen. Darüber hinaus erreichte Bedau einen Vertrag mit
dem Sportinformationsdienst (SID), der zuvor Schachergebnisse nicht brachte,
weil Schach kein Sport sei. Jetzt transportierte SID Spitzenschachnachrichten,
insbesondere die Ergebnisse der 1. Bundesliga, in die Redaktionsstuben, ein
großer Durchbruch, der dazu führte, das sich Schach in den Sportseiten
zahlreicher führender deutscher Tageszeitungen (z.B. FAZ, Die Welt,
Frankfurter Rundschau u.v.m.) etablieren konnte. Daneben wurden die
Schachzeitungen und Schachjournalisten aktuell mit Nachrichten beliefert,
Schachpresseausweise herausgegeben und die Öffentlichkeitsreferenten der
Landesverbände geschult und mit ihnen der Aufbau eigener Nachrichtenwege auf
Landesebene erarbeitet. Mit dem Aufkommen des Internets wurde auch dieser
Informationsweg erschlossen, eine Arbeit, die Nachfolger Andreas Weiß (1997
- 2001) fortsetzte. Darüber hinaus veranstaltete Weiß gut besuchte Seminare
für Pressereferenten der Vereine. Im Hinblick darauf, dass die gesamte
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im DSB ehrenamtlich geleistet wird, können
sich die Erfolge sehen lassen. Ein Vergleich mit einer professionellen, nicht
bezahlbaren hauptamtlichen Öffentlichkeitsarbeit ist nicht statthaft.
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