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28.02.2017

Ein Schachhistoriker wird 60

Michael Negele beim Laskertreff im Mai 2016 in Berlin
Frank Hoppe
Michael Negele beim Laskertreff im Mai 2016 in Berlin

Dr. Michael Negele vollendete in der letzten Woche das 6. Lebensjahrzehnt

Eine weitere herausragende Persönlichkeit im deutschen Schach hat in der vergangenen Woche einen runden Geburtstag gefeiert. Dr. Michael Negele wurde am 22. Februar 60 Jahre alt, ein willkommener Ansatz, unseren „Beauftragten für Schachgeschichte und Schachkultur“ ein wenig vorzustellen.

Michael Negele, der als promovierter Chemiker bei Bayer arbeitet, stammt aus Trier und lebt jetzt in Wuppertal. In der Schachwelt hat er sich mit zahlreichen, sehr gründlich recherchierten schachhistorischen Beiträgen vor allem in den Zeitschriften „Karl“ und „Schach“ einen ausgezeichneten Ruf verschafft. Sein Hauptengagement gilt der Ken Whyld Association, doch ist es uns 2015 gelungen, Michael Negele als ehrenamtlichen Mitarbeiter im Deutschen Schachbund zu gewinnen. Daraus ist bisher eine ganze Reihe von Beiträgen über verdiente Personen aus der deutschen Schachgeschichte entstanden.

Dr. Michael Negele war maßgeblich zusammen mit anderen Autoren an der Herausgabe der Monographie über Dr. Emanuel Lasker, den früheren deutschen Schachweltmeister, beteiligt. Derzeit arbeitet er mit Hochdruck an der Herausgabe der auf drei Bände geplanten 2. Auflage, die ab 2018 in englischer Sprache erscheinen soll. Die 1. Auflage ist längst vergriffen. Von Michael Negele stammt der erste Anstoß, das Jahr 2018 anlässlich des 150.sten Geburtstages zum „Lasker-Jahr“ zu erklären, was die FIDE und der Deutsche Schachbund inzwischen umgesetzt haben.

Ein weiteres Projekt, das ohne Michael Negele kaum zu realisieren wäre, ist die dritte von-der-Lasa–Konferenz im Schloß Kórnik in Polen, wo sich der wertvolle Nachlass eines der wichtigsten Gründungsväter des Deutschen Schachbundes befindet. Auch diese Konferenz soll 2018 stattfinden, wenn sich der Geburtstag van der Lasas zum 200. Mal jährt, wie der von Adolf Anderssen, ein weiterer Gründungsvater.

Dr. Michael Negele (r.) im Oktober 2015 mit dem polnischen Schachhistoriker Thomas Lissowski in der Bibliothek in Schloss Kórnik beim Begutachten von Schätzen aus dem von der Lasa-Nachlass
Herbert Bastian
Dr. Michael Negele (r.) im Oktober 2015 mit dem polnischen Schachhistoriker Thomas Lissowski in der Bibliothek in Schloss Kórnik beim Begutachten von Schätzen aus dem von der Lasa-Nachlass

Abschließend möchte ich auf den wunderbaren Artikel „Jäger der verschollenen Schätze“ in „Schach“ 2/2017 ab Seite 58 hinweisen. Michael Negele beschreibt dort die Leidenschaften der Schachsammler mit historischem Bezug und geht auf den jüngst in Berlin aufgetauchten Römmig-Nachlass ein. Der frühere Schatzmeister des Deutschen Schachbundes (vor 1933) hat uns sehr wertvolle Originaldokumente hinterlassen, die viel Licht in die Geschichte des Deutschen Schachbundes vor und nach der nationalsozialistischen Zeit bringen.

Dr. Michael Negele (r.) im Mai 2016 mit Konrad Reiss und Herbert Bastian (l.) in der Bibliothek des Löberitzer Schachclubs von 1871
Frank Hoppe
Dr. Michael Negele (r.) im Mai 2016 mit Konrad Reiss und Herbert Bastian (l.) in der Bibliothek des Löberitzer Schachclubs von 1871

Das Präsidium des Deutschen Schachbundes gratuliert Dr. Michael Negele nachträglich sehr herzlich zum Geburtstag.

Herbert Bastian, Präsident

3,8/5 Sterne (16 Stimmen)

// Archiv: DSB-Nachrichten // ID 21736

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