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29.08.2016

Freundschaftskampf Hamelner SV gegen Blindenschachbund

Links Mirko Eichstaedt
Dennis Schmidt/hamelnerschachverein.de
Links Mirko Eichstaedt

Vom 19. – 22. August fand der Vergleichskampf zwischen dem Hamelner SV und einer Auswahl des Deutschen Blinden- und Sehbehinderten-Schachbundes (DBSB) statt. Unter der Leitung des Bundestrainers, Wilfried Bode, traten folgende Spieler an: Mirko Eichstaedt (DWZ 2199), Frank Schellmann (1998), Dieter Riegler (1976), Alexander Schneider (1940), Gert Schulz (1886), Peter Ellinger (1797) und Jürgen Pohlers (1787). Bei den Hamelnern kamen deutlich mehr Spieler zum Einsatz.

1. Runde

Nach einigen Begrüßungsworten von Wilfried Bode und Felix-Hagen Jacobi, dem Mannschaftsführer des Hamelner SV, sowie von Gert Schulz, dem Behindertenbeauftragten des DSB, begann die erste Runde. Jürgen Pohlers durfte seine Mannschaft dieses Mal nur als Zuschauer unterstützen. Im Zeitraum der ersten Zeitkontrolle fielen schon einige Entscheidungen. Gert Schulz und Dieter Riegler verkündeten jeweils einen Sieg, während Frank Schellmann einen halben Punkt beitrug. Kurze Zeit später hatte auch Alexander Schneider seine Partie gewonnen. Der Zwischenstand von 3½ zu ½ und der vorzeitige Mannschaftssieg versprachen zunächst einen erfolgreichen Verlauf des Vergleichskampfs. Peter Ellinger kämpfte am sechsten Brett weiter. Sein Gegner war ihm zwar ca. 50 DWZ Punkte unterlegen, war aber auch ca. 50 Jahre jünger! Leider verliefen die taktischen Verwicklungen nicht zu Peters Gunsten. Schließlich gelang es Mirko Eichstaedt nach ca. 5 Stunden Spielzeit noch einen ganzen Punkt für den DBSB zu erringen. Endstand der ersten Runde war somit 4½-1½.

Br. Hamelner SV DWZ 1½:4½ DBSB DWZ
1 Kai Renner 2075 0:1 Mirko Eichstaedt 2199
2 Felix-Hagen Jacobi 2027 ½:½ CM Frank Schellmann 1998
3 Peter Brunotte 1977 0:1 Dieter Riegler 1976
4 FM Dr. Jörg Pape 2099 0:1 Alexander Schneider 1940
5 Gerhard Backert 1731 0:1 Gert Schulz 1886
6 Jan Helmer 1752 1:0 Peter Ellinger 1797

2. Runde

Zur zweiten Runde lief der Hamelner SV leicht verstärkt auf. So spielte zum Beispiel der Bundestrainer, FM Wilfried Bode, persönlich am Brett 1 für die Gastgeber. Trotz der Favoritenrolle und des Vorteils der weißen Steine konnte er sich jedoch nicht gegen Mirko Eichstaedt durchsetzen und man einigte sich auf die Punkteteilung. Gert Schulz verkündete kurz darauf ebenfalls ein Remis an Brett 4. An den hinteren Brettern sah es etwas düsterer aus. Sowohl Jürgen Pohlers als auch Peter Ellinger konnten eine Niederlage nicht abwenden. Alexander Schneider gelang es jedoch, die Führung der Hamelner zu verringern. Zwischenstand 3:2 für die Heimmannschaft. Am zweiten Brett konnte Dieter Riegler jedoch in einem Damen-Endspiel nur noch auf ein Remis hoffen, verpasste aber seine Chance und war zur Aufgabe gezwungen. Es trugen sicherlich mehrere Faktoren zur Niederlage des DBSB bei, wobei auch das Aussetzen von Frank Schellmann eine Rolle gespielt haben könnte. 

Br. Hamelner SV DWZ 4:2 DBSB DWZ
1 FM Bode, Wilfried 2299 ½:½ Mirko Eichstaedt 2199
2 Felix-Hagen Jacobi 2027 1:0 Dieter Riegler 1976
3 Matthias Schubert 1868 0:1 Alexander Schneider 1940
4 Hans-Joachim Spieker 1845 ½:½ Gert Schulz 1886
5 Peter Brunotte 1977 1:0 Jürgen Pohlers 1787
6 Michael Krumschmidt 1723 1:0 Peter Ellinger 1797

3. Runde

Am nächsten Tag trat der Hamelner SV erneut recht stark an: Mit FM Adrian David an Brett 1 und einer Marke von 1845 DWZ als niedrigste Messlatte. Beim DBSB entschied sich Peter Ellinger für einen Ruhetag. Im Verlauf des Kampfes kam die leichte Überlegenheit auf dem Papier jedoch sehr deutlich zum Vorschein. Einer nach dem anderen resignierten die DBSB-Spieler. Zum Schluss gelang es niemandem, einen vollen Punkt zu erbeuten. Sogar die „halben Brötchen“ waren rar verteilt, so rar, dass Alexander Schneider als Einziger etwas auf die Waage legen konnte. Der Endstand von 5½-½ war schockierend und beunruhigend zugleich.

Br. Hamelner SV DWZ 5½:½ DBSB DWZ
1 FM Adrian David 2154 1:0 Mirko Eichstaedt 2199
2 Kai Renner 2075 1:0 CM Frank Schellmann 1998
3 Dennis Schmidt 1970 ½:½ Alexander Schneider 1940
4 Felix-Hagen Jacobi 2027 1:0 Jürgen Pohlers 1787
5 Peter Brunotte 1977 1:0 Gert Schulz 1886
6 Hans-Joachim Spieker 1845 1:0 Dieter Riegler 1976

4. Runde

Zu Beginn der letzten Runde hatte der Bundestrainer umgehend auf den aktuellen Punktestand von 11:7 für die Hamelner reagiert und die DBSB-Mannschaft in Bestbesetzung, laut DWZ, auflaufen lassen. Die Ansage, mit voller Konzentration und möglichst guter Leistung abzuschließen, war deutlich. Diese Worte schienen auch Gehör gefunden zu haben. Alle Partien wurden mindestens bis zur ersten Zeitkontrolle ausgekämpft. Die ersten Ergebnisse waren jedoch sehr bunt gemischt. Frank Schellmann – Remis, Dieter Riegler – Niederlage, und Alexander Schneider – Sieg. Zu dem Zeitpunkt neigte sich die Spannung im Vergleichskampf dem Höhepunkt zu. Während an den Brettern 1 und 6 um ein Remis gekämpft wurde, hatte Gert Schulz eine vielversprechende, jedoch komplexe Stellung mit zwei Mehrbauern auf dem Brett.  Beachtlicherweise gelang es Peter ein Leichtfigurenendspiel mit einem Minusbauern zu retten, während Mirko seine Stellung „entspannt“ verteidigen konnte und sich ebenfalls auf ein Unentschieden einigte. Somit lautete der Zwischenstand 2½-2½ und das Ergebnis der letzten Runde hing nun von der Partie am Brett 4 ab. Erstaunlicherweise gelang es Oliver Barz (DWZ von 1876) die Partie gegen Gert nicht nur zu retten sondern sogar noch komplett zu drehen! Somit ging auch die vierte Runde an die Heimmannschaft. Mit er 14½:9½ Gesamtpunktzahl konnte der Hamelner SV dieses Jahr nach einem etwas holprigen Start die DBSB-Auswahl deutlich dominieren.

Br. Hamelner SV DWZ 3½:2½ DBSB DWZ
1 Lutz van Son 2107 ½:½ Mirko Eichstaedt 2199
2 Yannick Koch 1935 1:0 Dieter Riegler 1976
3 Felix-Hagen Jacobi 2027 0:1 Alexander Schneider 1940
4 Oliver Barz 1876 1:0 Gert Schulz 1886
5 Peter Brunotte 1977 ½:½ CM Frank Schellmann 1998
6 Hans-Joachim Spieker 1845 ½:½ Peter Ellinger 1797

// Archiv: DSB-Nachrichten // ID 21270

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