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24.03.2016

Grenke Chess Open 2016

Günter J. Radig/Wikimedia Commons
Neuer Austragungsort: Die Schwarzwaldhalle in Karlsruhe

Vorbericht von Nationalspielerin und Turnierteilnehmerin Melanie Lubbe


Alle Jahre wieder…

… zieht es die Schachwelt zu Ostern nach Deizisau, in ein beschauliches Örtchen bei Esslingen, zum international bekannten Neckar-Open. Alle Jahre? Nein, denn dieses Jahr ist Schluss: das Turnier zieht um und wird nun erstmalig als GRENKE Chess Open in Karlsruhe ausgerichtet.

Was bleibt sind die enormen Teilnehmerzahlen (über 900 Schachspieler/innen), ein hoher Preisfonds (insgesamt 40.800 €) sowie Spitzenspieler aus der ganzen Welt. Angeführt wird die Liste von GM Li Chao (Elo 2757), gefolgt von GM Nikita Vitiugov (Elo 2721) und GM Richard Rapport (Elo 2721); die ehemalige deutsche Nummer 1 Arkadij Naiditsch ist mit seiner aktuellen Elozahl von 2673 „lediglich“ an 10 gesetzt. Insgesamt sind weit über 200 Titelträger gemeldet – eine Anzahl, die nicht nur für ein in Deutschland ausgerichtetes Turnier bemerkenswert ist.

Aus Deutschland sind ebenfalls viele Topspieler dabei. Bei den Männern seien hier Georg Meier, Rainer Buhmann, Matthias Blübaum, Dennis Wagner, Alexander Graf und Alexander Donchenko genannt. Von den Frauen ist mit Elisabeth Pähtz, Judith Fuchs, Elena Levushkina, Filiz Osmanodja, Sarah Hoolt, Josefine Heinemann und mir ebenfalls ein Großteil des Nationalmannschaftskaders vertreten.

Georgios Souleidis
Nikolas Lubbe beim 19. Int. Neckar-Open 2015

Achja , der von mir zum attraktivsten männlichen Schachspieler gewählte Nikolas Lubbe ist natürlich auch mit am Start. Niko würde beim GRENKE Chess Open sicherlich gern seine erste GM-Norm erspielen, was mit einer Elo von über 2500 eigentlich auch mal machbar sein sollte. Ich drücke meinem Mann diesbezüglich natürlich ganz fest die Daumen!

Georgios Souleidis
Melanie Lubbe beim 19. Int. Neckar-Open 2015

Mein persönliches Ziel für das Turnier ist dieses Jahr recht banal: Elo gewinnen. Auch wenn die Elozahl gerade mit Faktor 20 meiner Meinung nach nicht immer aussagekräftig ist, spielt sie bei der Nominierung für die Olympiade natürlich eine Rolle. Ein paar Pünktchen würden mir nach meinem katastrophalen Abschneiden in der Frauenbundesliga (0,5/6) auf jeden Fall ganz gut tun. Es könnte durchaus sein, dass sich in Karlsruhe bereits abzeichnet, wer dieses Jahr Deutschland bei der Olympiade vertreten wird – bis auf Elisabeth ist bisher wahrscheinlich noch niemand sicher im Team.

Das riesige Teilnehmerfeld des GRENKE Chess Opens unterteilt sich in drei Turniere:
A-Open (DWZ/Elo > 1800), B-Open (DWZ/Elo < 2000) und C-Open (DWZ/Elo < 1400).

Gespielt wird im Karlsruher Kongresszentrum, Zuschauer sind natürlich herzlich willkommen. Los geht es heute (24. März) gegen 18.30 Uhr, dann werden bis zum Ostermontag 9 Runden – also jeweils 2 pro Tag – gespielt.

Ich bin ehrlich gesagt kein großer Fan von Doppelrunden. Da ich meist sehr lange Partien spiele, bin ich nach der Morgenrunde oft schon k.o. und abends dann zu gar nichts mehr zu gebrauchen. Der Vorteil ist natürlich, dass man als Arbeitnehmer nicht direkt ein Drittel seines Jahresurlaubs in Anspruch nehmen muss, was bei Turnieren wie der Olympiade oder der Einzel-Europameisterschaft durchaus der Fall ist.

Ich freue mich auf jeden Fall auf viele interessante Partien und ein spannendes Turnier. Ich bin gespannt, wie die Turnierbedingungen im neuen Ambiente ausfallen und was sich neben dem Austragungsort und dem Turniernamen noch alles geändert hat.

- Für das A-Open traue ich mich folgende Prognosen abzugeben:

- Richard Rapport gewinnt mit einem halben Punkt Vorsprung vor Li Chao und Markus Ragger das Turnier

- Einer der „Prinzen“ (Matthias Blübaum, Dennis Wagner, Alexander Donchenko, Rasmus Svane) schafft es unter die TOP 10

- Beste Frau im Turnier wird Elisabeth Pähtz

- Niko und ich holen zusammen 12 Punkte, spielen mindestens 1000 Züge und höchstens 5 Remis

Ob ich mit meinen Prognosen recht behalte, erfahrt ihr in meinen nächsten Berichten und auf der Veranstalterseite: http://www.grenkechessopen.de/de/

Melanie Lubbe

// Veröffentlicht von Louisa Nitsche // Archiv: DSB-Nachrichten // ID 20787

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