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03.09.2017

Hagen Poetsch Deutscher Schnellschachmeister 2017

Hagen Poetsch
Archiv/Gerhard Hund
Hagen Poetsch

IM Hagen Poetsch konnte heute in Magdeburg die Deutsche Schnellschach-Einzelmeisterschaft siegreich beenden. In neun Runden über zwei Tage erreichte er 7½ Punkte und distanzierte den zweitplazierten GM Alexander Naumann und den nachfolgenden FM Rudolf Wilhelm Bräuning um einen Punkt. Für Poetsch war es der zweite Meistertitel nach 2011. Im letzten Jahr belegte er knapp hinter Matthias Dann, der diesmal nicht teilnahm, den zweiten Rang.

Nachfolgend die zusammengefaßten Berichte der 6. bis 9. Runde von Michael Zeuner.


Die Morgenrunde brachte wieder einen Wechsel an der Spitze. GM Alexander Naumann konnte sich gegen den Führenden FM Rudolf Bräuning durchsetzen. Da auch der Setzlistenzweite IM Hagen Poetsch sein Duell gegen FM Johannes Carow gewann, kam es nun in Runde 7 zum Duell der Topgesetzten. Mit einem schönen Damenopfer hatte sich WGM Tatjana Melamed der Verfolgergruppe angeschlossen und lag als beste Dame auf Platz 6, während des für die beiden anderen Frauen in den letzten beiden Runden nicht so gut lief.

Während die ersten drei Partien der siebten Runde mal etwas mehr, mal etwas weniger ausgekämpft, remis endeten, wurde am Spitzenbrett ein taktisches Feuerwerk gezündet. Zeitweise hatte IM Hagen Poetsch vier Bauern und einen Turm für zwei schwarze Leichtfiguren. Dafür konnte GM Alexander Naumann deutlichen Entwicklungsvorteil und das Läuferpaar auf der Habenseite verbuchen und schnell zwei Bauern zurückgewinnen. Die Aktivierung des Turms und die Bildung eines Freibauern sicherten dem Vizemeister des Vorjahres am Ende im Endspiel den Sieg und die Führung. Am zweiten Brett verwertete FM Rudolf Bräuning in einer strategischen Partie einen Mehrbauern in einem Läuferendspiel. Im Kampf um die Sonderwertung verbuchte Bardhyl Uksini nach einer „langen Rochade“ in den Runden 4-6 wieder einen Sieg und näherte sich damit wieder dem Führenden dieser Wertung Adrian Gschnitzer.

Am Spitzenbrett konnte FM Rudolf Bräuning eine schwierige Stellung gegen den Führenden trotz Minusbauern und deutlich schlechterer Restbedenkzeit Unentschieden halten, so dass GM Alexander Naumann mit einem Sieg den Rückstand auf einen halben Punkt reduzieren konnte. Damit wurde der Meistertitel zwischen drei Spielern im Fernduell entschieden. Für Sachsen-Anhalt verlief diese Runde suboptimal. Mit WGM Tatjana Melamed konnte (mit Ausnahme eines direkten Duells) nur die Bestplatzierte des Gastgebers voll punkten. Mit hervorragenden 5,5 Punkten liegt sie derzeit auf Platz vier mit intakten Chancen auf eine Podiumsplatzierung.

Die letzte Runde versprach nochmal viel Spannung. Während es im Mittelfeld schon das ganze Turnier über eng zuging, schob sich in der vorletzten Runde auch die Spitze eng zusammen. Am zweiten Brett trennten sich WGM Tatjana Melamed und FM Rudolf Bräuning allerdings recht schnell remis und beendeten damit beide ein hervorragendes Turnier friedlich. Im Kampf um den Preis für die höchste Setzlistenverbesserung setzte Richard Scheftlein seine Konkurrenten mit einem schnellen Sieg unter Druck. 3,5/4 am heutigen Tag sind ein starker Endspurt der Setzlistennummer 27. Schon als vierte Partie war dann das Spitzenbrett beendet. Der Meister von 2011, IM Hagen Poetsch griff den in der Mitte verbliebenen König von IM Michael Kopylov erfolgreich an und sicherte sich damit nach sechs Jahren wieder den Titel der Schnelldenker. Mit dem Remis am dritten Brett gegen den Topgesetzten GM Alexander Naumann sicherte sich Adrian Gschnitzer den 6. Rang und damit den Preis für die höchste Setzlistenverbesserung.

Die Siegerehrung konnte noch vor dem Zeitplan um 14 Uhr diese harmonische Meisterschaft beenden.

Endstand

Pl. Titel Spieler TWZ Verein Pkt. Buch SoBe
1. IM Hagen Poetsch 2507 SC Heusenstamm 7.5 48.5 41.25
2. GM Alexander Naumann 2515 SG Solingen 6.5 50.0 34.50
3. FM Rudolf Wilhelm Bräuning 2373 SK Bebenhausen 6.5 49.0 33.75
4. WGM Tatjana Melamed 2326 AE Magdeburg 6.0 43.5 23.75
5. GM René Stern 2489 SK König Tegel 6.0 41.0 27.50
6. Adrian Gschnitzer 2296 SV Walldorf 5.5 46.0 26.50
7. FM Johannes Carow 2408 SF Heidesheim 5.5 46.0 23.75
8. IM Michael Kopylov 2420 SK Norderstedt 5.0 48.5 24.75
9. IM Patrick Zelbel 2460 SV Mülheim-Nord 5.0 44.5 21.25
10. FM Hendrik Reichmann 2336 SF Schwerin 5.0 43.5 23.50
11. FM Johannes Paul 2335 AE Magdeburg 5.0 43.5 20.25
12. Rick Frischmann 2324 SC Schwarzenbach 5.0 42.5 21.25
13. FM Rainer Kleeschätzky 2304 BSG Pneumant Fürstenwalde 5.0 40.0 20.75
14. FM Marcel Harff 2359 Düsseldorfer SK 5.0 38.5 18.00
15. Richard Scheftlein 2107 ESV Lok Meiningen 5.0 36.5 17.50
16. IM Tomislav Bodrozic 2417 SV Hockenheim 4.5 42.5 19.50
17. IM Gunter Spieß 2435 ESV Nickelhütte Aue 4.5 42.5 18.00
18. IM Martin Breutigam 2399 SK Oldenburg 4.5 41.5 15.25
19. David Kardoeus 1967 SV Werder Bremen 4.5 40.0 16.25
20. FM Dr. Kai Wolter 2258 SK Münster 4.5 36.5 15.50
21. IM Sven Telljohann 2355 Frankfurter TV 4.0 45.5 19.75
22. Jan Wöllermann 2319 AE Magdeburg 4.0 45.0 19.25
23. GM Raj Tischbierek 2424 USV TU Dresden 4.0 31.5 11.00
24. Gordon Andre 2338 AE Magdeburg 4.0 30.5 10.00
25. Ralf Schnabel 2239 ESV Nickelhütte Aue 3.5 36.0 10.75
26. Bardhyl Uksini 2026 Hamburger SK 3.0 37.5 11.00
27. WIM Maria Schöne 2260 AE Magdeburg 3.0 37.0 12.00
28. Felix Schulte 1937 USV Halle 3.0 31.5 9.50
29. WFM Annelen Carow 2140 SF Heidesheim 2.5 37.0 9.50
30. Paul Martin Wielebinski 1980 SV Osnabrück 2.5 32.0 7.75
31. Jens Windelband 2117 AE Magdeburg 2.5 31.5 7.25
32. Roland Katz 2040 SK Dessau 93 2.0 36.5 5.00

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Michael Zeuner
Einleitungstext: Frank Hoppe

(Redaktionell bearbeitet)

// Archiv: DSB-Nachrichten // ID 22320

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