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02.12.2014

13.000 mal Alisa Frey

Frank Hoppe

Das Gesicht der gemeinnützigen Kalenderaktion der Schachfreunde Friedberg war mit ihrer Mannschaft im Berliner Hotel Königin Luise

Einst nächtigten hier wochenlang die Kandidaten der Pro7-Castingshow Popstars. Am vergangenen Wochenende war das Hotel Königin Luise in Berlin-Weißensee Herberge für die Zweitligaspielerinnen von Medizin Erfurt und den Schachfreunden Friedberg. Sie mußten gegen die gastgebenden Frauen von Rotation Pankow und Empor Berlin antreten. Königinnen im Spiel mit- und gegeneinander. Und das Kalender-Gesicht Alisa Frey war mit dabei!

Doch bevor wir zu Alisa kommen, sei ein kurzer Blick auf das schachsportliche Geschehen gerichtet, an das mich der Empor-Coach IM Julian Urban extra noch einmal telefonisch erinnert hatte. Wenn man schon nicht mehr die 1. Frauenbundesliga in Berlin haben kann, dann schaue ich mir wenigstens die zweite Liga an.

Trotz engem Zeitplan am Sonnabend, konnte ich ein reichliches Stündchen nach Spielbeginn kurz reinschauen und durfte gleich meine neue Kamera ausprobieren. Für die Vorkommnisse auf den 64 Feldern hatte ich dabei wenig Augen. Die katastrophale Vorstellung der Empor-Mädels kommentierte Elisa Silz später auf der Vereinshomepage mit "Mantel des Schweigens" und "Gehirnvirus": "... in kürzester Zeit aus fünf völlig ausgeglichenen bis besseren Stellungen sage und schreibe Null Komma Null Punkte erzielte ...". Nicht viel besser lief es für die Berlinerinnen am Sonntag. Gegen die bislang arg gebeutelten Friedbergerinnen setzte es ein 2:4. Der aufstrebende hessische Klub war zu den beiden ersten Bundesligarunden mangels Personal nicht angetreten. Und gegen Pankow gab es Sonnabend ein 1:5. Alisa Frey, die sonst in der 1. Mannschaft spielt, half aus und erzielte prompt den einzigen Punkt - gegen die ehemalige DDR-Meisterin WIM Iris Mai.

Am Sonntagvormittag bekam dann die Berliner Frauenreferentin Elisa Silz die Spielstärke der Kölnerin in Diensten von Friedberg zu spüren. In der dritten Person schrieb Elisa dazu über sich auf der Empor-Homepage: "vergaloppierte sich mit ihren Türmen und verlor eine Qualität". Ja so ist das mit Türmen, die zu Ponys werden wollen.

Für Friedberg ging der Ausflug in die Hauptstadt damit doch noch versöhnlich aus. Zumal die Mädels in Erwartung weiterer Niederlagen vorsichtshalber beim Sightseeing am Brandenburger Tor am Freitagabend gute Laune tankten.

Erfurt entführte 4 Punkte

Noch erfolgreicher war der Berlin-Trip für die Frauen von Medizin Erfurt. Erst profitierten sie von der Seuche der Empor-Damen. Tags darauf gaben sie gegen Pankow keine vollen Punkte ab, was schon mal mindestens ein Mannschaftsremis bedeutet hätte. Da Varvara Anischewa aber gegen WIM Annett Wagner-Michel gewann, sprang sogar ein 3½:2½-Sieg heraus.

Für Pankow dürfte das Leben als Fahrstuhlmannschaft - ein jährlicher Wechsel zwischen erster und zweiter Liga - damit endgültig vorbei sein. Nach zweimaligem Nicht(wieder)aufstieg scheint auch im dritten Anlauf alles schief zu gehen.

1000 Kalender, 1000 Grundschulklassen, 1000 Schachbretter

Wenn sich Martin Herwig-Päutz, der 1. Vorsitzende der Schachfreunde Friedberg, etwas in den Kopf setzt, dann verwirklicht er das auch. Sage und schreibe 1000 Jahreskalender mit insgesamt 13 Fotos (Titelbild + 12 Monate) von Alisa Frey hat er mit Hilfe von Sponsoren drucken lassen. Die Bilder dazu entstanden bei einer dreitägigen Fotosession in Köln, wo er die 22-Jährige fast 2000 mal auf Speicherkarte bannte.

Mit dem Erlös der 1000 Kalender will Herwig-Päutz 1000 Grundschulklassen mit jeweils einem Schachbrett ausstatten.

Wie es zu dieser ambitionierten Aktion kam, kann man in der Hessen-Rochade nachlesen, die aber leider nicht überall in Deutschland erhältlich ist. Wir geben deshalb den Text nachfolgend wieder. Ebenso, man könnte sagen exklusiv, einige der Kalenderblätter.

Kalender mit Alisa Frey soll bis zu 1000 Grundschulklassen ein kostenloses Schachbrett pro Klasse bringen

Manchmal bedarf es nur eines kleinen Anstoßes, um eine Idee, die vielleicht schon Jahre existiert, von der Planungsphase endlich auch physisch greifbar umzusetzen oder umsetzen zu können. Und je mehr Hände bei der Umsetzung dann auch tatkräftig mitanpacken, umso einfacher wird es für alle Beteiligten. Oder desto weiter schwappt dann die Welle des angestoßenen Projektes.

Mehr oder weniger aus dem Stand fiel meine Entscheidung dem Wunsch unseres sympathischen Neuzugangs Alisa Frey nachzukommen, auch einmal Schachfotos in ihrer Wahlheimat Köln zu machen. Angedacht war ein Fotoprojekt das ihre Leidenschaft für den Schachsport mit der Liebe zur Stadt Köln verbinden und sichtbar machen sollte.
Was als lustige Idee begann, entwickelte schnell eine erstaunliche Eigendynamik. So war ich Ende Oktober von jetzt auf gleich zwei Tage in Köln und es entstanden, mit einem späteren dritten Tag, fast 2000 Bilder einer sympathischen jungen Frau, mit einem einfachen Holz-Schachbrett, inmitten einer der schönsten Städte Deutschlands. Beim Ansehen der entstandenen Fotos war dann sofort klar: "Hieraus müssen wir mehr machen!". Es entstand die Idee eines Kalenders.

Seit zwei oder drei Jahren gebe ich regelmäßig in Interviews zu Protokoll, dass die "Friedberger Burgfräuleins", unser Team in der 1. Frauenbundesliga und deutscher Vizemeister 2013 im Frauenschach, in jede Friedberger, Wetterauer und hessische Grundschulklasse ein kostenloses Schachbrett bringen möchten. Je nach Spenden- und Sponsorenlage könnte sich diese Aktion unseres Erachtens auch über unser Bundesland hinaus, über Anrainer, auf alle deutschen Grundschulen ausdehnen. Die Idee „Ein Schachbrett für jede Grundschulklasse“ existiert somit schon seit einigen Jahren. Bisher jedoch fehlte der konkrete Anstoß, der den Stein dieses ambitionierten Projektes ins Rollen bringt. Mit unserer Weihnachtsaktion soll die Umsetzung des Projekts nun gestartet werden.
Nach einer Finanzierungshilfe des Friedberger Sicherheits-Systemhauses SAFETEC und des Anbieters von ERP-Softwarelösungen SEE-EDV aus Rosbach v.d.H., die sich die Herstellungskosten des Kalenders dankenswerterweise teilten, beabsichtigen wir nun bis zu 1000 Kalender zum freien Verkauf anzubieten. Der Preis eines Kalenders in Höhe von 10,00 Euro (plus Versandkosten) entspricht damit ziemlich genau den kalkulierten Kosten eines neu anzuschaffenden Schachbrettes.

Unsere Rechnung ist eigentlich ganz einfach: 1000 Kalender = 1000 Grundschulklassen. Eine ambitionierte Aktion wie es sie im deutschen Schachsport noch nicht gab, die aber – mit ganz Schach-Deutschland im Rücken – eigentlich kaum scheitern kann. Bereits jetzt haben wir über 100 Vorbestellungen. Da die Herstellungskosten dankenswerterweise durch die beiden Co-Sponsoren neutralisiert wurden, sind es also schon jetzt über 100 Grundschulklassen die ein kostenloses Schachbrett erhalten werden. Und dabei läuft die Werbung erst an. Helft uns alle gemeinsam diese Aktion zum Erfolg zu machen und die Zahl der verkauften Kalender Richtung 1000 oder sogar darüber hinaus zu bewegen. Natürlich darf auch gespendet werden.

Ausgehend vom Vereinssitz Friedberg wird sich diese Aktion zuerst über den gesamten Wetteraukreis ausbreiten, bevor dann je nach Spenden- und Sponsorenzulauf tatsächlich vielleicht irgendwann in der Zukunft einmal kostenlose Schachbretter bundesweit in alle deutschen Grundschulklassen gelangen könnten. Hierdurch käme ein Stein ins Rollen, der "von Friedberg ausgehend" deutlich weiter rollen könnte, als dies heute absehbar ist. Diese 1000 Grundschulklassen bedeuten 15.000 Eltern oder mehr, die von unserer Aktion erfahren. Presse und Radiostationen würden aufspringen, sicher auch TV-Sender. Weitere Spender und Sponsoren ließen sich so finden. Weitere helfende Hände würden hinzukommen. Ab hier wäre unsere Aktion "Ein Schachbrett für jede Grundschulklasse" vermutlich ein immer weitere Kreise ziehender Selbstläufer.

Wenn auch Sie einen oder mehrere dieser tollen Kalender mit unserer jungen und sympathischen Bundesligaspielerin Alisa Frey zum Stückpreis von 10,00 Euro (zuzüglich eventueller Versandkosten) erwerben möchten, dann bitten wir Sie sich mit einer kurzen E-Mail an zu melden. Freuen Sie sich mit uns, zu dieser anspruchsvollen Aktion beigetragen zu haben!

Wir können bei dieser Mammut-Aktion jede helfende Hand gebrauchen! Auch wer uns organisatorisch unterstützen möchte, ist sehr herzlich Willkommen!

Vielen Dank und frohe Weihnachten!

Martin Herwig-Päutz, 1. Vorsitzender, Schachfreunde von 1891 Friedberg e.V.

2. Frauenbundesliga O im DSB-Ergebnisdienst

Text/Fotos Bundesliga: Frank Hoppe

// Archiv: DSB-Nachrichten // ID 19198

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