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30.09.2015

25 Jahre Vereinigungskongress in Leipzig

Frank Hoppe
Wolfgang Uhlmann macht den symbolischen ersten Zug beim Rematch DDR-BRD am Brett von Klaus Bischoff

Am 29. September 1990 fand in Leipzig der Vereinigungskongress des Deutschen Schachbundes der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und des Deutschen Schachverbandes der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) statt. Folglich jährte sich die Gründung des Deutschen Schachbundes (DSB) in seiner jetzigen Form am 29. September zum 25. Mal. Der Ort war sorgfältig ausgewählt: Am 18. Juli 1877 wurde der Deutsche Schachbund erstmals in Leipzig gegründet, wo auch 2002 eine große Feier zum 125-jährigen Jubiläum stattfand.

Unser ehemaliger Mitarbeiter Uwe Bade schrieb uns: „Aus diesem Anlass möchte ich herzliche Grüße versenden. Leider können wir viele unserer Mitstreiter dieser Zeit nicht mehr erreichen: Ich denke an unsere Präsidenten Egon Ditt und Dr. Michael Schmidt*, unseren Ehrenpräsidenten Alfred Kinzel, die Mitglieder der gemeinsamen Technischen Kommission Helmut Nöttger und Hans-Adolf Krützfeld, die Präsidenten der Landesverbände Erhard Voll und Günther Müller, an den Mitarbeiter in der Geschäftsstelle Harry Friedrich und viele andere. Es war mir ein inneres Anliegen und ich war glücklich, auf einem kleinen Teilstück der Vereinigung unseres so lange Zeit getrennten Vaterlandes wirken zu dürfen. Ich danke allen Schachfreunden, die mich auf diesem Weg begleitet und in unserem gemeinsamen Anliegen unterstützt haben.

Frank Hoppe
V.l.n.r. Horst Metzing, Barbara Hund, Ingrid Lauterbach, Klaus Bischoff, Gerald Hertneck, Manfred Glienke, Herbert Bastian, Wolfgang Uhlmann, Lothar Vogt, Raj Tischbierek, Gundula Heinatz, Kerstin Kunze, Lutz Espig und Uwe Bönsch

Am letzten Wochenende fand zur Würdigung dieses Ereignisses unter der Regie des Sächsischen Schachverbandes ein Vergleichskampf zwischen ehemaligen Nationalspielern der DDR und der BRD im Leipziger Hauptbahnhof statt. Es sollte in Anwesenheit des Ehrengastes und damaligen Teilnehmers Wolfgang Uhlmann an den Länderkampf 1988 in Potsdam erinnert werden. Die „DDR-Vertretung“ der Männer siegte erneut wie damals mit 13:11 nach vier Runden Schnellschach an vier Brettern, wobei jeden gegen jeden einmal antreten musste. Bei den Frauen, die nur an zwei Brettern spielten, war der Endstand 4:4.

1. Runde

  DDR DWZ 4:2 BRD DWZ
1 GM Uwe Bönsch 2548 0:1 GM Klaus Bischoff 2456
2 GM Raj Tischbierek 2420 1:0 GM Gerald Hertneck 2392
3 GM Lothar Vogt 2387 1:0 IM Herbert Bastian 2284
4 GM Lutz Espig 2207 1:0 IM Dr. Manfred Glienke 2229
5 WIM Dr. Gundula Heinatz 2212 0:1 WGM Barbara Hund 2129
6 WIM Kerstin Kunze 2034 1:0 WIM Ingrid Lauterbach 2060

2. Runde

  DDR DWZ 3:3 BRD DWZ
1 GM Uwe Bönsch 2548 ½:½ GM Gerald Hertneck 2392
2 GM Raj Tischbierek 2420 1:0 IM Herbert Bastian 2284
3 GM Lothar Vogt 2387 ½:½ IM Dr. Manfred Glienke 2229
4 GM Lutz Espig 2207 0:1 GM Klaus Bischoff 2456
5 WIM Dr. Gundula Heinatz 2212 0:1 WGM Barbara Hund 2129
6 WIM Kerstin Kunze 2034 1:0 WIM Ingrid Lauterbach 2060

3. Runde

  DDR DWZ 3:3 BRD DWZ
1 GM Uwe Bönsch 2548 0:1 IM Herbert Bastian 2284
2 GM Raj Tischbierek 2420 1:0 IM Dr. Manfred Glienke 2229
3 GM Lothar Vogt 2387 ½:½ GM Klaus Bischoff 2456
4 GM Lutz Espig 2207 0:1 GM Gerald Hertneck 2392
5 WIM Dr. Gundula Heinatz 2212 1:0 WIM Ingrid Lauterbach 2060
6 WIM Kerstin Kunze 2034 ½:½ WGM Barbara Hund 2129

4. Runde

  DDR DWZ 3:3 BRD DWZ
1 GM Uwe Bönsch 2548 1:0 IM Dr. Manfred Glienke 2229
2 GM Raj Tischbierek 2420 ½:½ GM Klaus Bischoff 2456
3 GM Lothar Vogt 2387 0:1 GM Gerald Hertneck 2392
4 GM Lutz Espig 2207 1:0 IM Herbert Bastian 2284
5 WIM Dr. Gundula Heinatz 2212 ½:½ WIM Ingrid Lauterbach 2060
6 WIM Kerstin Kunze 2034 0:1 WGM Barbara Hund 2129

Aber nicht das Ergebnis, sondern die freundschaftliche Begegnung und die Erinnerung an die Ereignisse vor 25 Jahren standen im Vordergrund. In einer lesenswerten Broschüre, die den Teilnehmern des außerordentlichen Bundeskongresses am 7. November in Leipzig zur Verfügung gestellt werden wird, hat der Sächsische Schachverband unter der Redaktion von Hans Bodach das damalige Geschehen aufgearbeitet.

Des Weiteren ist auf dem kommenden Kongress eine Feierstunde vorgesehen, in der unter anderem die Zeitzeugen Horst Metzing, Prof. Dr. Hans-Jürgen Hochgräfe und Hans Bodach mit Kurzvorträgen ihre damaligen Emotionen rund um die Geschehnisse darstellen werden.

Herbert Bastian, Präsident

*Dr. Michael Schmidt sieht nach einem schweren Unfall, von dem er noch nicht genesen ist, einer schweren Zukunft entgegen.

// Veröffentlicht von Frank Hoppe // Archiv: DSB-Nachrichten // ID 20294

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