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12.07.2017

German Masters - Interview Nr. 4

Jan-Henrik Plackmeyer
Rasmus Svane, DEM 2016

GM Rasmus Svane

Rasmus Svane ist seit seinem Abitur im letzten Jahr Schachprofi von Beruf. Ob es dabei bleibt oder er in ein paar Jährchen noch auf ein "spannendes Studium wie Philosophie oder Naturwissenschaften" (Zitat Rasmus Svane in Schach 4/2017) umsattelt? Wir werden sehen - momentan läuft es schachlich auf jeden Fall rund.

Rasmus, Du hast gerade recht erfolgreich als Zweitplatzierter die Deutsche Einzelmeisterschaft in Apolda beendet, am 29. diesen Monats beginnt das German Masters. Was machst Du in der Zwischenzeit?
Wird es z.B. auch eine spezielle Turniervorbereitung für das German Masters geben? Wenn ja, wie sieht die aus?

Die Zeit bis zum German Masters verbringe ich zusammen mit meiner Familie. In den nächsten Wochen habe ich keine anderen Turniere geplant, somit werde ich versuchen, mich so gut wie möglich auf das German Masters vorzubereiten. Dazu wird wohl eine allgemeine und spezifische Eröffnungsvorbereitung gehören. Als Schachprofi, der ich seit meinem Abitur 2016 bin, arbeite ich aber auch vor dem German Masters einfach weiter daran, mich in allen Bereichen des Spiels weiter zu verbessern.

Mit was für einem Gefühl bist Du in die DEM gegangen und mit welchem gehst Du in das German Masters? Liegt der Fokus immer nur darauf, sein Bestes zu geben oder spielen Rahmenbedingungen eine Rolle?

Vor der DEM hatte ich gerade mit einem starken Open in Ungarn und der EM in Weißrussland zwei Turniere hintereinander gespielt. Danach habe ich mich erst mal für ein paar Tage ohne Schach erholt. Kurz vor der Meisterschaft habe ich noch einige Tage trainiert und bin dann nach Apolda gefahren. Zu Turnieren fahre ich selten mit Zielsetzungen bezüglich des Ergebnisses, was ich meistens auch nicht für sinnvoll halte. Natürlich wäre ich gerne Deutscher Meister geworden, dieses Jahr hatte ich aber keine reellen Chancen, da Dieter (Anm. d. Redaktion: Liviu-Dieter Nisipeanu) zu stark und souverän gespielt hat. Beim German Masters werde ich auch einfach versuchen, gute Partien zu spielen und dann sehen, welcher Platz dabei herausspringt.

Bei Euch in der Familie spielen fast alle Schach, wer hat diese Leidenschaft bei Euch verbreitet? Spielt Ihr auch gegeneinander, macht Partieanalysen und gebt Euch Tipps?

Das Schachspiel habe ich selber in die Familie gebracht. Mit vier Jahren habe ich angefangen ein LEGO-Computerschachspiel zu spielen, das wir bei einer Sonderaktion in einer Frühstückspackung gefunden haben. Mit knapp acht Jahren bin ich dann in den Verein gekommen. Meine kleinen Geschwister Frederik und Freja, die sieben Jahre jünger als ich und Zwillinge sind, haben dann auch begonnen Schach zu spielen, da sie bei vielen meiner Turniere sowieso dabei waren. Meine Eltern haben für kurze Zeit auch gespielt vor ein paar Jahren aber wieder aufgehört. Ab und zu blitze ich ein paar Partien mit meinem kleinen Bruder oder ich gebe meinen kleinen Geschwistern ein paar Tipps, wenn sie ihre Partien zeigen möchten. Trainieren tue ich aber nicht mit ihnen.

Dein jüngerer Bruder Frederik ist sogar gerade deutscher U14-Meister geworden. Trainierst Du mit ihm oder sucht man sich den „Trainer“ lieber außerhalb der Familie?

Meine beiden kleinen Geschwister hatten so wie ich als ersten Trainer IM Sergej Salov. Er verbreitet eine unglaubliche Liebe für das Schach und ich bin ihm für vieles sehr dankbar. Mittlerweile trainieren meine kleinen Geschwister aber nicht mehr mit ihm, sondern haben andere Trainer.

Dein Vater ist ein berühmter Cellist, wie sieht es bei Dir aus mit dem „Musikgen“? Lag es nicht näher als Kind Cello zu lernen als Schach?

Tatsächlich war ich in der Grundschule im Chor in der "Lübecker Knabenkantorei" und habe es auch mit dem Klavierspielen versucht, das Interesse war aber damals im Vergleich zum Schach nicht so groß und ich habe relativ schnell mit beidem wieder aufgehört.

Vielen Dank für das Interview!

Einleitungstext und Fragen DSB: Louisa Nitsche

// Archiv: DSB-Nachrichten // ID 22148

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