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05.09.2017

Jugendweltmeisterschaften Brasilien - Abschlussbericht

Deutsche Teilnehmer mit Trainer Tom George (hinten links) und Delegationsleiter Jonathan Carlstedt (hinten rechts)

Gemeinsam durchs Ziel!


Die Weltmeisterschaft der Jüngsten ist seit dem 31.8.2017 Geschichte. Für die deutsche Delegation gehen aufregende, spannende und schöne Tage im brasilianischen Pocos de Caldas zu Ende. Wir, die Spieler, Eltern und Trainer, haben uns von den Brasilianern gut und sehr freundlich aufgenommen gefühlt, das Hotel in dem wir unsere Zeit in Brasilien verbracht haben war gut, das Essen sogar hervorragend und der angeschlossene Wasserpark und der Fussball-Platz boten ausreichend Gelegenheit zur Ablenkung.

Die Deutsche Delegation

Wie bereits in einem anderen Bericht erwähnt konnte die Leistung der Organisatoren nicht mit diesem Standard des Hotels und der Unterbringung insgesamt mithalten. Beginnend beim Technical Meeting am Anfang, das kurz davor war im Chaos zu enden, den akustisch nicht zu verstehenden Ansagen, dem fehlenden Platz an den Brettern und der lieblosen Siegerehrung konnten oder wollten die Organisatoren auch im Verlaufe des Turniers nicht entgegen wirken.

Die Meisterschaft insgesamt wird uns mit Sicherheit in guter Erinnerung bleiben, auch da die deutsche Delegation sehr harmonisch funktionierte, die Eltern alles taten damit ein reibungsloser Ablauf garantiert war und zwischenmenschlich zwischen Trainern, Eltern und Spielern alles funktionierte.
In der U8 zeigten 2 sehr junge Spieler, Magnus und Johannes, was in ihnen steckt. Beide waren ohne Elo nach Brasilien gereist und mussten sich in der ersten Runde erst mal warm spielen, bis sie dann im Verlaufe des Turniers zur Höchstform aufliefen und viele starke Gegner schlagen konnten. Magnus begeisterte dabei alle mit seinen Geistesblitzen, sei es ein Turmopfer um den gegnerischen König bis nach h4 im Mittelspiel zu scheuchen oder einem anderen Turmopfer um ein geniales Matt aufs Brett zu zaubern. Johannes wiederum war der Kämpfer der Delegation, hätte er noch einige Punkte mehr machen können, wenn die ein oder andere gewonnene Stellung verwertet worden wäre, zeigte er auch in schlechten Stellungen dass er immer bereit war den Gegner noch vor Probleme zu stellen. So schaffte er es immer wieder Punkte auch aus scheinbar aussichtslosen Stellungen zu erlangen. Für beide sind am Ende 6/11 ein starkes Ergebnis!

In der U 10 weiblich waren mit Coco und Saskia 2 Mädchen mit von der Partie die sich ebenfalls als Kämpfer herausstellten. Als Delegationsleiter hatte ich die Sorge, dass nach einem ungünstig verlaufenen Start Saskia eventuell einbrechen würde. Doch dank ihrer großartigen Einstellung und Motivation seitens ihres Trainers Tom (zu den Details später mehr) gelang ein Comeback wie aus dem Bilderbuch und so beendete Saskia das Turnier mit 6/11 Punkten. Das gleiche Ergebnis holte Coco, die die ersten 4 Partien mit +1 ungeschlagen blieb, dann aber vor dem Ruhetag, an ihren 10. Geburtstag eine Niederlage hinnehmen musste. Am Ende sprang mit diesen 6 Punkten ein guter 20. Platz heraus.
In der U-10 der Jungs, oder wie es richtig heißt im „Open“, gingen Jonas und Bennet an den Start, die beide unter meiner Betreuung bei dieser Meisterschaft standen. 2 Spieler wie sie auf dem Brett nicht unterschiedlicher sein könnten und sich neben dem Brett doch sehr gut verstanden. Bennet, so hatte ich das Gefühl während des Turniers, kann jeden schlagen. Wie es bei solchen Spielern aber häufig der Fall ist, die nach oben jeden schlagen können, sind sie auch anfällig gegen jeden Spieler in Gefahr zu geraten. Somit war es entweder hop oder top bei Bennet, der mich mit seinen Einfällen und seinen prinzipiellen Spiel immer wieder begeisterte. Jonas indes war der ruhigere Typ, der immer auch mal ein Remis einstreute und nicht allzu viel Risiko einging, am Brett aber stets hochkonzentriert und eifrig dabei war. Jonas landete am Ende bei 5,5 Punkten, Bennet dank 2/2 in den Schlussrunden und der allerletzten Partie im gesamten Turnier bei 6 Punkten.
Die U12 weiblich hatten wir mit Elina Heutling besetzt. Elina erwischte keinen guten Turnierstart und musste eine Runde sogar aufgrund eines Virus aussetzen der sich im Turnier breit machte. Die einzige andere Person in der deutschen Delegation die betroffen war, war wenig überraschend ihr Vater. Aber auch von anderen Delegationen hörte man solche Geschichten und so ließ es sich ein amerikanischer Spieler nicht nehmen sein Unwohlsein direkt im Turniersaal zu demonstrieren, zum Glück, und hier ein Lob an die Organisatoren, wurden direkt bei Bekanntwerden des Virus 2 Ärzte im Turniersaal abgestellt um die Lage zu überwachen.
Nachdem also Elina eine Partie zwangsweise aussetzen musste, kam sie zur Überraschung vieler stark ins Turnier zurück und machte die zweite Hälfte zu ihrem Turnier, indem sie viele Punkte sammelte und am Ende bei 6 Punkten landete, in ihrem Fall aus 10 Partien.

Jan in der U12 war zwischendurch auf dem Weg nach ganz vorne. Nach 4,5 aus 6 sollte die letzte Doppelrunde zeigen wohin die Reise gehen könnte mit einem guten Ergebnis hätte man nach oben gucken können. Die Vorbereitung in der 7. Runde ging voll auf, eine Gewinnstellung mit Schwarz gegen ein Gegner mit leicht höherer Elo, in einer solchen Situation werden die Weichen für das weitere Turnier gestellt. In einer gewonnen, aber sehr komplizierten Stellung, fand Jan nicht den richtigen Weg zum Gewinn und verlor am Ende sogar seine Partie. Als Dankeschön bekam er in Runde 8, also der Nachmittagsrunde, die Nummer 2 des Turniers aus der Slowakei zugelost. Hier machte der Gegner 2 Mal den Zug mit einer Sekunde auf der Uhr… Am Ende musste Jan auch hier seine Niederlage quittieren. Jan schloss das Turnier ebenfalls bei 6 aus 11 ab, sollte sich aber bewusst machen, dass er gezeigt hat, dass er mit den besten Jugendlichen der Welt auf Augenhöhe mithalten kann.

Spielermotivation der etwas anderen Art durch Tom George (li) und Jonathan Carlstedt (re)

Nach der Siegerehrung ging es für die Delegation noch zu einer Runde Fussball und die Trainer Tom George und ihr Berichterstatter mussten noch mit Klamotten in den Pool springen. Dies war als kleine Motivation an die jungen Spieler gedacht um noch mal voll die letzten Runde alle Energie zu schöpfen. Ausdrücklich möchte ich mich noch bei meinem Trainerkollegen Tom George für seine hervorragende Arbeit bedanken, sowohl in der Methodik als auch in der Pädagogik ist er hervorragend!

Jonathan Carlstedt

// Archiv: DSB-Nachrichten // ID 22328

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