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14.05.2014

Treffen des DSB mit der DOSB-Spitze

Heute fand in Frankfurt/Main wegen der vom BMI gestrichenen Fördergelder ein Gespräch von Vertretern des Deutschen Schachbundes mit dem DOSB statt. Die hochrangige Besetzung – neben dem Generaldirektor Dr. Michael Vesper und dem für die nichtolympischen Verbände zuständigen Dr. Jörg Bügner nahm sich der neugewählte DOSB-Präsident Alfons Hörmann persönlich Zeit – zeigt, dass man die aktuellen Sorgen der Schachsportler beim DOSB ernst nimmt. Im Verlaufe des einstündigen Gesprächs wurden die allgemeine Lage erörtert und Lösungsmöglichkeiten diskutiert.

Dabei zeigte sich, dass der Deutsche Schachbund sich viel aktiver als in der Vergangenheit innerhalb der Welt des Sports als ernst zu nehmende Sportart präsentieren muss. Die Schachsportler müssen gegen das unselige Image vorgehen, dass ihnen die „eigenmotorische Aktivität“ angeblich fehle. Dieses auch aus sportlicher Sicht völlig unsinnige Vorurteil verstellt den Blick auf das eigentliche Wesen des Schachsports und hat uns die gegenwärtigen Probleme eingehandelt.

Wir werden als nächstes Einspruch gegen den Ablehnungsbescheid des BMI einlegen. Das BMI beruft sich auf die Formulierung, dass die „eigenmotorische Aktivität“ nicht bei „Denksportspielen“ vorliege und setzt die vom IOC anerkannte „Sportart Schach“ einem „Denksportspiel“ gleich, obwohl die Mitgliederversammlung des DOSB nach gleichlautenden Voten der Olympischen Verbände, der Nichtolympischen Verbände, der Spitzenverbände und der Landessportbünde festgestellt hat, dass der Schachsport gerade nicht damit gemeint ist. Auch die Gleichsetzung der in fast 180 nationalen Verbänden organisierten Sportart Schach, die mit Magnus Carlsen in der Wintersportnation Norwegen einen „Sportler des Jahres“ hervorgebracht hat, mit Geschicklichkeitsspielen, Glücksspielen, Bastel-, Funk-, Computer- und Modellbautätigkeiten kann nur Kopfschütteln und ungläubiges Staunen hervorrufen.

Daher bitte ich alle unsere Mitglieder, unvermindert den Kontakt zu ihren politischen Vertretern zu suchen und diese Ungerechtigkeit zu thematisieren.

Herbert Bastian
Präsident des Deutschen Schachbundes

// Archiv: DSB-Nachrichten // ID 9777

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