Nach oben

Problemschachaufgabe 236

von Wilfried Neef (Kommentare: 0)

Matt in 2 Zügen, AnnanSchach

Hubert Gockel, feenschach 2012, 2. ehrende Erwähnung
Hubert Gockel, feenschach 2012, 2. ehrende Erwähnung

Achtung Märchenschach!

Nachdem hier kürzlich (Ausgabe 235) die Märchenschachbedingung "Annanschach" im Text vorgestellt wurde, wage ich mich heute ausnahmsweise an einen nicht zu kompliziertenen Zweizüger, der diese Bedingung verwendet. Zur Erinnerung (Definition AnnanSchach):
Wenn das orthogonal in Richtung zur eigenen Grundreihe benachbarte Feld eines Steines A von einem Stein B derselben Partei besetzt ist, übernimmt A die Gangart (inclusive der Schlagart ...) von B (und besitzt in diesem Augenblick die eigene A-Gangart nicht). Zieht einer der beiden Steine weg, erhält A seine normale Gangart wieder. Die Übernahme der Gangart betrifft immer nur einen Stein: Steht A oberhalb von B und B oberhalb von C, übernimmt A die Gangart von B, B übernimmt die Gangart von C; es gibt aber keine Übergabe von C auf A. Ansonsten gelten normale Schachregeln weiter.

Verkürzt: Wer direkt vor einem eigenen Stein steht, übernimmt dessen Eigenschaften, so lange diese Konstellation besteht

Betroffen von dieser Regel ist im beiliegenden Diagramm aktuell nur der schwarze König, denn er steht vor einer eigenen Figur (hier Bauer) und zieht jetzt nur wie diese. Der einzige mögliche Zug des schwarzen Königs wäre also nach c4, aber das Feld ist gedeckt, also kann er im Moment nicht ziehen. Er könnte aber beispielsweise auch (wie ein Bauer) einen Bauern auf b4 schlagen, wenn weiß 1.b4+ probieren würde.
Wenn wir 1.Sf8 (droht 2.Se6#, (ja, nach obigen Regeln ist das Matt)) versuchen, pariert Schwarz mit gxf3! Ebenso 1.Se5? (2.Sd3#), Dxf3!

Falls Sie sich an diese ungewöhnliche und daher schwierige Aufgabe heranwagen wollen, folgender Tip: Die Märchenschachbedingung wird ja in der Diagrammstellung kaum benutzt, sie sollte also in der Lösung intensiviert werden!

 

Lösung (Hier klicken)
1 1 2
Sf4! droht b4#
... gxf3 Sd3#
... Dxf3 Se6#
... Dg3 Tc3#
  Sd5/Se4 S(x)e4#
1.Sf8? droht Se6#
... g3 Tc3#
... gxf3!  
1.Se5? droht Sd3#
... Dh7 Tc3#
... Dxf3!  

1.Sf4! verleiht dem Springer Turmkraft, er deckt b4 und es droht deshalb 2.b4#
Wird nun der Turm geschlagen (oder zieht der weiße Springer weg), fungiert der Springer wieder als Springer.
Interessant ist noch der schwarze Zug Dg3; die Dame ist jetzt nur noch ein Bauer, deckt c3 nicht mehr, aber der Bg2 bekommt Damenkraft und fesselt wie eine Dame den wBb2.

Es wird ein Wechselspiel gezeigt bezüglich der Züge Sd3 und Se6, welches ohne die Märchenart viel aufwendiger zu realisieren wäre!

Computerlös- und prüfbar ist dies beispielsweise mit dem kostenlosen Programm "Popeye" oder der dazu passenden Benutzeroberfläche "Olive", Version 0.13.6, im Netz downloadbar.

Wilfried Neef



// Veröffentlicht von Wilfried Neef (Kommentare: 0) // Archiv: Problemschach // ID 22293

Sie müssen sich anmelden, wenn Sie diesen Artikel kommentieren wollen.
Haben Sie Nachrichten für uns? ist die richtige Adresse!

Zurück

x