13. März 2026
Wie lautete so schön vor Jahrzehnten der Slogan in der Werbung? Auf diese Steine können Sie bauen... Schwäbisch Hall. Auf seiner Webseite begrüßt der Schachklub Schwäbisch Hall stolz die Besucher mit der Zeile: "Deutscher Meister in der Frauen-Bundesliga 2017, 2023 und 2024.“ In diesem Jahr feiert der Verein, der auch in der offenen Bundesliga von 2014 bis 2018 vertreten war, sein 90-jähriges Bestehen. „Ein weiterer deutscher Meistertitel wäre ein sehr passendes Highlight“, sagen Erhard Steffen und Mario Meinel. Der erste und zweite Vorsitzende des Vereins. In diesem Jubiläumsjahr können die starken Spielerinnen der Frauen-Bundesligamannschaft am Wochenende entscheidende Weichen stellen. Das Spitzenspiel gegen die OSG Baden-Baden steht am Sonntag, 15. März, an. Spielort ist Freiburg-Zähringen. Zwei Teams, die bisher ohne Punktverlust durch die Liga marschieren. Das direkte Duell kann eine Vorentscheidung bringen – vor der zentralen Endrunde in Bad Königshofen, die dann vom 17. bis 19. April stattfinden wird. Auf der Webseite der OSG Baden-Baden heißt es jedenfalls: "Der Showdown naht."
Beide Ensembles sind mit internationalen Top-Spielerinnen gespickt. Schwäbisch Hall stellte Spielerinnen aus Georgien, Spanien, Frankreich, Rumänien, Niederlande. Man darf gespannt sein, ob vielleicht zum Gipfeltreffen sogar die georgische Großmeisterin Nino Batsiashvili (2472 Elo) anreist. Die erfolgreichsten Akteurinnen sind bisher in dieser Saison IM Meri Arabidze (drei Punkte aus vier Partien, 2402 Elo) aus Georgien, IM Deimante Daulyte-Cornette (ebenfalls drei aus vier, 2386 Elo) und WGM Andreea Cristina Navrotescu (3,5 aus vier, 2238 Elo), beide Frankreich. Mario Meinel knüpft die Kontakte zu Top-Spielerinnen aus dem Ausland. Die Bindung der Frauen an den Verein ist teilweise groß, einige spielen seit Jahren für den Verein, der seine Heimspiele repräsentativ im Foyer der örtlichen Bausparkasse austrägt. Das DSB-Team Öffentlichkeitsarbeit wollte von Steffel und Meinel wissen, wie sie Jahr für Jahr eine so starke, und auch zweifellos nicht günstige, Mannschaft auf die Beine stellen. Wie kommt man zu den Bausteinen des Erfolges? Das Vorstands-Duo, also quasi die Baumeister, nahmen sich ein paar Tage Zeit – und antworteten schriftlich. (mw)
Kurz gefragt: Was würde Ihrem Verein ein weiterer Meistertitel bedeuten?
Ein Meistertitel ist für uns die Bestätigung unserer erfolgreichen Arbeit.
Ihr Verein legt großen Wert auf hochklassiges Frauenschach. Warum ist Ihnen das so wichtig?
Hochkarätiger Schachsport ist eine große Herausforderung. Wir profitieren alle davon und freuen uns an unseren internationalen Kontakten, den fremden Kulturen und natürlich unserem langjährigen Erfolg.
Die Frauen-Bundesliga ist im Grunde zweigeteilt: Wenige Clubs, die sich nationale und internationale Topspielerinnen leisten können. Viele, die auf Eigengewächse setzen - und schon von vornherein wissen: Es geht nur um den Klassenerhalt. Wie sehen Sie das?
Die Frauen-Bundesliga ist "die stärkste Liga der Welt". Wer teilnimmt, weiß: Er spielt gegen die Besten. Die Meisterschaft ist kein Selbstläufer.
Würden Sie sich hier mehr Konkurrenz wünschen, damit Ihr Team häufiger gefordert wird? Regelmäßige 6:0-Siege machen doch bestimmt keinen Spaß, oder?
Ein 6:0-Sieg heißt nicht, dass wir etwas geschenkt bekommen haben. Viele Spiele sind sehr hart umkämpft.
Häufig hört man viel Wertschätzung für das Modell Ihres Vereins. Deutsche Talente freuen sich gegen Top-Spielerinnen aus dem Ausland spielen zu können. Aber: Gibt es bisweilen auch sowas wie Neid, dass der SK Schwäbisch Hall sich solche Spielerinnen leisten kann?
Neid von den anderen Vereinen der Bundesliga erleben wir nicht. Sie sehen es richtig, gegnerische Spielerinnen freuen sich, gegen Weltklassespielerinnen zu spielen. Neid gibt es eher bei manchem Verein im regionalen Umfeld.
Wie stemmen Sie das finanziell? Gibt es bei Ihnen einen Sponsor, der das Frauenschach entsprechend fördert?
Unsere Mannschaft wird finanziell von einem kleinen Kreis von Förderern getragen, der Schach seit vielen Jahren wertschätzt.
Es heißt immer wieder, der SK Schwäbisch Hall biete den Spielerinnen ein professionelles Umfeld. Was ist darunter zu verstehen?
Wir haben tatsächlich ein professionelles Umfeld. Hierzu gehört vor allem die gesamte Organisation. Unsere Spielerinnen müssen sich um nichts kümmern und können sich voll auf das Schachspielen konzentrieren. Unsere Spielerinnen bilden ein Team, jede neue Spielerin muss in das Team passen. Die Professionalität ist das eine. Genauso wichtig ist uns ein nahezu familiäres Umfeld mit persönlicher Wertschätzung.
Was sich viele fragen: Warum spielen aktuell keine deutschen Top-Spielerinnen für Schwäbisch Hall?
Wir werben keine deutsche Spielerin bei anderen Vereinen ab. Aktuell haben wir eine deutsche Spielerin. Auch in den vergangenen Jahren hatten wir immer wieder deutsche Spielerinnen.
// Archiv: DSB-Nachrichten - Frauenschach // ID 36966