26. November 2025
Wie singt Cyndi Lauper so schön in ihrem weltberühmten und immergrünen Song: Girls just want to have Fun. Mädchen wollen nur Spaß. Das gilt auch für Chess-Girls. Die Erfolgsserie, die DSB-Frauenschach-Referentin WFM Nadja Jussupow „Mädchen-Schach Super Tuesday“ getauft hat (ein Schelm, wer hierbei an den Titled Tuesday denkt), geht weiter. Und das mit voller Wucht: Diesmal waren es 64 Mädchen, die beim dritten Termin des DSB-Mädchen-Schach-Förderungsprojekts U12 live dabei waren. Nach GM Elisabeth Pähtz und WGM Tatjana Melamed, die beide auch schon insgesamt 170 Mädchen in ihre Webinare gezogen hatten, gab sich eine weitere prominente Trainerin ganz viel Mühe mit der Schar der Spielerinnen: WGM Josefine Safarli, frisch gebackene Bronzemedaillengewinnerin bei der Team-EM. „Es ist natürlich nicht einfach, mit so großen Trainingsgruppen zu arbeiten, weil es schwieriger ist auf alle Spielerinnen einzugehen. Aber die Mädchen haben mir das Leben leicht gemacht, haben fleißig mitgearbeitet und alle Aufgaben super gelöst“, sagte sie danach. Aus DSB-Sicht wird langsam klar: Aus diesem Projekt könnte bald schon mehr werden. Noch mehr.
Sie arbeite gerade mit Bundesnachwuchstrainer IM Bernd Vökler an einem Konzept, so Jussupow: „Wir haben im Moment sehr viel Masse und sehr viel Potenzial, wie können wir daraus auch die Klasse filtern?“ Soll heißen: Warum sollten nicht über diese Onlinetrainings Mädchen auch den Weg in Jugend-Nationalteams finden? Aber das ist noch Zukunftsmusik. Einstweilen steht für dieses Jahr noch ein Termin an – ein Weihnachtstraining. Am 23. Dezember bittet WGM Carmen Voicu-Jagodzinsky zur letzten Trainingssession des Jahres im Rahmen des DSB-Projektes.
Zielgruppe des "Super Tuesday" Online-Trainings: Mädchen der Altersklasse U11 (die im kommenden Jahr U12 sind), aber auch etwas ältere Teilnehmerinnen sind laut Jussupow herzlich willkommen. Und auch deutschsprachige Mädchen aus anderen Ländern sind eingeladen, teilzunehmen. Die Teilnahme ist kostenlos.Anmeldung: per E-Mail an Nadja.Jussupow@t-online.de.
Das Thema diesmal: Öffnung der Linien im Angriff. Josefine Safarli: „Angriff ist auf dem Level sehr wichtig und macht den meisten auch Spaß. Den Schwerpunkt habe ich auf entgegengesetzte Rochade und Linienöffnung für den Angriff gelegt“, sagte sie: „Dazu habe ich viele Beispiele, auch aus Kinderpartien vorbereitet, in denen man dieses Thema sehen konnte. Je mehr Aufgaben man zu einem Thema macht, desto einfacher fällt das Lösen, weil die Spielerinnen das Motiv natürlich wiedererkennen.“ Dabei staunte sie, wie viel Vorwissen bei den jungen Spielerinnen schon vorhanden war. Sie habe „durchgängig sehr viele richtige Antworten bekommen“. Und natürlich wurde sie auch mit Fragen gelöchert: Es kamen einige private Fragen, zur Spielstärke und wie die Spielerinnen sich selbst im Schach verbessern können. Jussupow lobte, Safarli habe das „geduldig und mit viel Herz“ gemacht: „Eine tolle Erfahrung für alle Teilnehmerinnen.“ Einmal mehr zeigte sich: Vorbilder locken die Mädchen in solche Onlinetrainings – und eine lockere Atmosphäre sorgt für Spaß, auch bei schwieriger Schachkost.
„Ich denke solche Trainingssessions sind wichtig, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. So sehen die Mädchen, dass sie nicht alleine sind“, sagt Josefine Safarli: „Leider ist man vor allem in kleinen Vereinen häufig das einzige Mädchen in dem Alter, da ist es sehr hilfreich zu sehen, dass es noch andere gibt. Und natürlich sollte man den schachlichen Teil nicht vergessen, dieser sollte natürlich auch wertvoll für zukünftige Partien sein.“ (mw)
// Archiv: DSB-Nachrichten - Frauenschach // ID 36854