28. September 2026
„Es geht wieder los“, sagt Nadja Jussupow, voller Vorfreude. Nach der dreimonatigen Sommerpause startet jetzt das DSB-Mädchen-Schach-Förderprojekt U12 in seine nächsten Super Tuesday-Trainingssessions. Erste Lehrmeisterin wird am Dienstag, 29. September, ab 18.30 Uhr (bis 20.15 Uhr) jene Nationalspielerin sein, die in Samarkand nicht dabei war: Josefine Safarli. Mit ihr war das Erfolgsprojekt auch Ende Juni in die Auszeit gegangen. Mittlerweile sind diese Breitensport-Trainingseinheiten auch unter einem weiteren Aspekt interessant: „Es werden bestimmt wieder viele neue Gesichter auftauchen. Wir schauen natürlich auch hier genau hin, wer für unseren Leistungsbereich, das Girls-Next-Generation-Projekt in Frage käme“, sagt Nadja Jussupow vor der elften Trainings-Auflage.
Die DSB-Frauenschachreferentin hat das Training für die Next-Generation-Förderung bereits im August gestartet – mit einem wöchentlichen Training unter ihrer Regie für drei von ihr bereits auserkorene Talente. Zu den Einheiten gibt es Hausaufgaben und die Mädchen sollen - ganz oldschool - ein Tagebuch schreiben: Was mache ich jeden Tag für Schach? Demnächst kommt auch Tatjana Melamed mit ihrer Intensiv-Online-Trainingsgruppe (zweimal im Monat) mit U12-Spielerinnen wieder hinzu.
Insgesamt ist der Plan für das Next-Generation-Projekt von Nadja Jussupow und Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler klar skizziert: Elitenförderung von Mädchen, die leistungssportlich orientiert sind. Über Sichtungsturniere, bei denen Jussupow und Melamed genau hinschauen werden, will man die Besten finden – wie jetzt im Oktober beim Herbstopen der Schachfreunde Deizisau (23. bis 26. Oktober). „Ich will sehen, dass Mädchen, die in unseren Kader wollen, auch bereit sind, überregionale Turniere zu spielen, dafür Mühen auf sich nehmen und viel zu trainieren“, sagt Jussupow: „Dann weiß ich, dass sie im Ernstfall auch bei internationalen Vergleichen dem DSB helfen können.“ In der Vergangenheit habe es zu oft vor wichtigen EM- oder WM-Turnieren Absagen gegeben mit der Begründung: zu stressig, zu teuer.
Aktuell haben sich laut Nadja Jussupow bei ihr (unter frauenschach@schachbund.com) bereits 24 Mädchen für die Aufnahme in das Projekt beworben. Die DSB-Frauenschachreferentin will einen starken DSB-Mädchenkader (offiziell: DSB-NK2) aufbauen, der bei internationalen Meisterschaften Einzel-Medaillen sammeln kann – bei Welt- und Europameisterschaften im Bereich U8 bis U12. Ein Kader, der aber auch in den Mannschaftswettbewerben der U12 weitere Erfolge feiern soll.
Aber erst einmal steht der Super Tuesday Mädchenschach wieder an: Das DSB-Projekt der Frauenschachkommission mit Unterstützung der Jussupow-Schachschule hat bisher rund 640 Mädchen an die Bildschirme gelockt. Zu Gast waren als Trainerinnen zahlreiche Spitzenspielerinnen und Nationalspielerinnen aus dem deutschsprachigen Raum. „Dieser großartige Zuspruch bestätigt uns darin, dass das Projekt der richtige Weg ist, um vielleicht auch Mädchen, die sich bisher nicht getraut haben, einen Einstieg in solche Online-Trainings leichter zu machen“, sagt Nadja Jussupow. Die Atmosphäre ist stets sehr locker – und doch lehrreich. Zielgruppe bleiben Mädchen der Altersklasse U12, aber auch etwas ältere Teilnehmerinnen sind willkommen. Die Teilnahme ist kostenlos.
Interessentinnen können sich per E-Mail anmelden bei Nadja.Jussupow@t-online.de.
Bitte bei der Anmeldung des Kindes Name, Alter und Verein angeben. Teilnehmerinnen, die bereits angemeldet sind und den Zoom-Link erhalten haben, müssen sich nicht erneut anmelden – der Link bleibt weiterhin gültig.
Die ersten Themen stehen auch schon fest: Bei WGM Josefine Safarli wird es am Dienstag um allgemeine Eröffnungsregeln gehen. Für kommende Termine konnten bereits weitere Trainerinnen wie IM Ketino Kachiani-Gersinska (Zentrum und Entwicklung) und WGM Jana Schneider (Offene Eröffnungen) gewonnen werden. (mw)
// Archiv: DSB-Nachrichten - Frauenschach // ID 37172