31. Mai 2026
Durchatmen. Am heutigen Sonntag ist Ruhetag. Sechs Runden sind gespielt bei der Europameisterschaft der Frauen in Batumi. Die DSB-Spielerinnen liegen zumeist gut im Rennen, konnten ihr gemeinsames Abendessen nach der Samstag-Runde genießen. Gleich drei Kaderspielerinnen haben vier Punkte auf dem Konto, sind somit allesamt nur einen halben Zähler hinter den World-Cup-Rängen: Dinara Wagner, Jana Schneider und Josefine Safarli, aktuell mit der besten deutschen Wertung auf Rang 20. „Bisher bin ich zufrieden mit meinem Turnier“, sagt Josefine Safarli und fügt mit einem Lachen hinzu, „aber es ist ja gerade mal die Hälfte geschafft. Ein paar mehr Punkte müssen schon noch her.“ Ganz vorne hat sich überraschend die erst 15-jährige Ukrainierin Anastasiia Hnatyshyn mit einer hundertprozentigen Ausbeute festgespielt.
Ebenfalls gut dabei sind mit jeweils 3,5 Punkten noch Fiona Sieber und Charis Peglau, die mit ihren 17 Jahren eine der Jüngeren im Teilnehmerfeld ist. Für das Talent aus Dippoldiswalde sind solche top besetzten Frauen-Turniere noch rechts ungewohntes Terrain. Es gilt Erfahrungen sammeln, auch Eindrücke genießen. „Insgesamt gefällt mir die Atmosphäre, und das Hotel mit Meerblick ist auch sehr schön“, sagt sie. Der gute Stimmung unter den Deutschen in Georgien tut es dabei auch keinen Abbruch, dass es die letzten Tage sehr regelmäßig geregnet hat. „Ich bin mit meinen Ergebnissen nicht ganz zufrieden“, so Charis Peglau, „aber spielerisch schon, da meine Partien recht gut waren. Ich möchte im restlichen Turnier noch mindestens drei Punkte erzielen und gute Partien spielen.“
Hanna Marie Klek geht mit drei Punkten und Luisa Bashylina mit 3,5 Punkten in die letzten fünf Runden, die einer ganz genau beobachtet: Bundestrainer Zahar Efimenko. Er wird sein Team für die Olympiade in Samarkand am 15. Juni nominieren. Geht es so erfolgreich weiter in Batumi, dürfte ihm die Entscheidung schwer fallen – auch wenn er selbst das Turnier als nicht entscheidend erachtet: „Diese Meisterschaft ist ebenso wichtig wie andere Turniere für die Nominierung zur Olympiade. Dank dieses Turniers kann ich einschätzen, in welcher Form die Spielerinnen sind und welche Fortschritte im Spiel bereits erzielt wurden. Es spielt jedoch keine entscheidende Rolle für die Nominierung zur Olympiade.“ Die DSB-Öffentlichkeitsarbeit hat Zahar Efimenko um eine Einschätzung gebeten. Spielerin für Spielerin.
Im Fußball würde man sagen: Hier die Einzelkritik – die erwartungsgemäß und verdientermaßen sehr positiv ausfällt vom Großmeister auf dem Bundestrainer-Posten:
Safarli, Rang 20: „Heute hat mich Josefine sehr gefreut, die gleich zu Beginn einen Bauern gewonnen und die Partie bis zum Sieg geführt hat.“
Wagner, Rang 24: „Dinara spielt wie immer sehr solide und hat weiterhin gute Chancen, sich für den World Cup zu qualifizieren.“
Schneider, Rang 28: „Jana zeigt eine konstante Leistung und nutzt ihre Chancen. Heute spielte sie mit Schwarz die gesamte Partie selbstbewusst gegen eine erfahrene polnische Schachspielerin.“
Sieber, Rang 43: „Fiona musste heute ein schwieriges Turmendspiel verteidigen. Glücklicherweise fand ihre Gegnerin keine richtigen Lösungen, und es kam zu einem Remis.“
Klek, Rang 62: „Schade, dass Hanna heute ihren enormen Vorteil nicht nutzen und die Partie nicht zum Sieg bringen konnte.“
Peglau, Rang 81: „Charis Peglau gewann in der zweiten Runde eine hervorragende Partie gegen Osmak. Die Partie war sehr komplex und spannend. Jetzt hat sie das Tempo etwas gedrosselt und mehrere Remis in Folge erzielt.“
Bashylina, Rang 118: „Luisa musste sich heute gegen einen starken zentralisierten Springer verteidigen. Glücklicherweise erkannte ihre Gegnerin die Stärke und das Potenzial dieses Springers nicht und tauschte ihn sofort ab, was zu einem erzwungenen Remis führte.“
Efimenko sagt, weil erst 6 Runden gespielt seien liege „der entscheidende Kampf um die vorderen Plätze im Turnier noch vor uns“, so der Bundestrainer: „Ich wünsche allen unseren deutschen Teilnehmerinnen viel Erfolg und viele weitere Siege.“ (mw)
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