1. Oktober 2025
Gerade noch hat sie Chessbase ein Interview gegeben, in dem es auch um das deutsche Frauenschach geht. „Nun“, sagt die erfolgreichste deutsche Spielerin GM Elisabeth Pähtz in diesem Gespräch, „es ist ja offensichtlich, dass sich das deutsche Frauenschach in einer Krise befindet. Ich habe seit meinem 15. Lebensjahr im internationalen Spitzenschach mitgespielt. Aber bis heute ist in Deutschland keine weitere Spielerin ausgebildet worden, die vielleicht meine Nachfolge hätte antreten können. Es ist ein Glücksfall für Deutschland, dass es mit Dinara Wagner jetzt eine weitere herausragende Spielerin gibt.“ Und während also dieses Interview schon seine Kreise zog, gab Elisabeth Pähtz nahezu zeitgleich am Dienstag Online-Training für Mädchen. Wie groß ihre Strahlkraft ist, zeigt die Anzahl der Teilnehmerinnen – es waren 90. "Irgendwie niedlich, richtig schön - so viele junge Mädchen", schwärmte Elisabeth Pähtz: "Das hat richtig Spaß gemacht."
Gegenüber Chessbase verwies Pähtz darauf, dass es seit zwei Jahren mit GM Artur Jussupow und WFM Nadja Jussupow Trainer gäbe, die sich dankenswerterweise "mit ihrer Schachschule auf das Mädchenschach konzentrieren“. Sie selbst, sagte sie dem DSB-Team Öffentlichkeitsarbeit, sehe sich als Spitzenspielerin durchaus in der Verantwortung gegenüber den Talenten. „Es macht mir Freude, dem Nachwuchs was mitzugeben.“ Dieses Training, ebenso wie die Teilnahme an einem DSB-Lehrgang demnächst, sei ein Teil davon. Und so fand also der erste „Super Tuesday“ mit Elisabeth Pähtz im Rahmen des Mädchenschach-Förderprogramms der Frauenkommission des Deutschen Schachbundes statt. Die Brandenburgerin leitete eine intensive Online-Lektion für 90 schachbegeisterte Mädchen aus ganz Deutschland. Die Zeit konnte sie sich auch nehmen, weil sie auf die Teilnahme an der Team-EM in Batumi verzichtet. Elisabeth Pähtz wird Mutter – und wollte mit einer Reise nach Georgien kein Risiko eingehen.
Im Mittelpunkt stand das spannende Thema Kandidatenzüge – ein zentrales Element der Variantenberechnung. „Trotz des hohen Anspruchs arbeiteten die Teilnehmerinnen unter der Anleitung der Großmeisterin hochkonzentriert und engagiert“, sagt DSB-Frauenschach-Referentin Nadja Jussupow, unter deren Federführung das Projekt läuft: „Viele komplexe Stellungen wurden gemeinsam analysiert und erfolgreich gelöst.“
Zum Abschluss nahm sich Elisabeth Pähtz noch Zeit für eine ausführliche Fragerunde, in der sie auf die zahlreichen Fragen der begeisterten Mädchen einging – ein echtes Highlight für den Nachwuchs.
Das Programm wird bereits am 28. Oktober fortgesetzt: Dann wird Nationalspielerin WGM Josefine Safarli mit den Mädchen arbeiten und neue Impulse setzen. „Das sind wichtige Elemente und Teil einer langfristigen Strategie zur Stärkung des Mädchenschachs in Deutschland“, so Jussupow. (mw)
// Archiv: DSB-Nachrichten - Frauenschach // ID 36806