Josefine Safarli: Zwischen Trainings-Begeisterung, Professionalität und Enttäuschung.

26. Juni 2026

Turm und Leichtfigur gegen Dame - Josefine Safarli zeigt wie es geht

Der Super Tuesday Mädchenschach ging mit einer letzten Session in die Sommerpause. Danach spricht Safarli auch über ihre Nichtnominierung für die Olympiade.

Ab in die Sommerpause – aber vorher stand das letzte Training dieser Saison für die U12-Mädchen an, im Rahmen des DSB-Förderprojektes „Mädchen Schach Super Tuesday“. Josefine Safarli, die Großmeisterin, bat wieder zur Lehrstunde. Genauer gesagt zu 90 Minuten Schachtraining pur. „Mit einige Aufgaben zum Thema Rechnen und ein paar Studien“, wie Josefine Safarli aus Baku (wo es übrigens deutlich kühler sei als in Deutschland) berichtet: „Es haben wirklich alle sehr gut mitgemacht und so gingen die 1,5h wieder schnell rum. Am Ende folgte eine kleine Fragerunde, die sehr aktiv angenommen wurde. Ich hoffe, dass nun alle bereit für die Turniere sind, die sie im Sommer spielen. Und natürlich finde ich es super, dass das Projekt nach dem Sommer weiter fortgesetzt werden soll.“

640 Teilnehmerinnen - das ist ein echtes Erfolgsprojekt von Nadja Jussupow

In der Tat geht es im September weiter mit einem echten Erfolgsprojekt, bei dem auch diesmal wieder 39 Mädchen dabei waren. Und insgesamt bei zehn Trainingssessions nunmehr 640 Mädchen. „Josefine gestaltete die Trainingseinheit in hohem Tempo und präsentierte zahlreiche taktische Übungen sowie praxisnahe Stellungen“, so Nadja Jussupow, die Erfinderin dieses beliebten Trainingsformats. „Das war ein großartiges Finale“, so die DSB-Frauenschachbeauftragte. Besonders beeindruckt zeigte sie sich von einer anspruchsvollen Studie von Leonid Kubbel, die Josefine Safarli mitgebracht hat – und die die Mädchen mit großem Interesse verfolgten und gemeinsam lösten. Zum Abschluss bedankten sich die Mädchen mit einer erhobenen Hand bei Josefine Safarli – ein schönes Zeichen der Wertschätzung. Anschließend nahm sich die Nationalspielerin viel Zeit, um die zahlreichen Fragen der Teilnehmerinnen ausführlich zu beantworten.

Dass sie in Usbekistan nicht dabei sein würde, hat Sarafli nicht überrascht - sie hätte es nur gerne persönlich erfahren.

Und auch die DSB-Öffentlichkeitsarbeit plagte ein wenig die Neugier. Wie hat Josefine Safarli die Nichtnominierung für die Olympiade in Usbekistan? Die Antwort: Sehr professionell – aber auch mit einer Prise Enttäuschung, abseits des sportlichen Feldes. Lest selbst, wie sie es formuliert: „Es fällt mir nicht allzu schwer, die Nichtnominierung zu verarbeiten. Ich habe Ende letzten Jahres meine gesamte Elo eingestellt und in den zwei Turnieren, die ich dieses Jahr gespielt habe, nicht genug zurückgewonnen. Da wäre es naiv gewesen zu glauben, dass ich gute Chancen habe. Man sollte schon aktiv spielen, wenn man in die Mannschaft möchte. Ich hätte mir gewünscht, das persönlich zu erfahren und nicht aus einer Nachricht im Gruppenchat, aber auch damit komme ich klar.“ Sie werde nun entspannt von Zuhause aus zuschauen und ihren Teamkolleginnen die Daumen drücken. (mw)

// Archiv: DSB-Nachrichten - Frauenschach // ID 37072

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