22. Mai 2026
Die Erfolgsserie als internationale Auflage: Mit Lena Georgescu war erstmals eine ein Großmeisterin aus dem Ausland die Gasttrainerin beim Mädchen Super Tuesday, dem Förderprogramm des DSB für die Altersklasse U12, aus der bald ein tolles Juniorinnen-Nationalteam entsprießen soll. „Es war ein ganz besonderes Erlebnis für unsere Mädchen, spannend und inspirierend“, schwärmte Initiatorin Nadja Jussupow, die DSB-Referentin für Frauenschach, nach dem Training mit der 26-jährigen Nationalspielerin aus Bern, die auch schon bei Schacholympiaden und Europameisterschaften für ihr Land am Brett saß. Ein Training, an dem wieder 48 Mädchen teilnahmen. Eine Herausforderung auch für Lena Georgescu, wie sie im Gespräch mit dem DSB-Team Öffentlichkeitsarbeit verraten hat:
Lena Georgescu, wir hatten auch schon Großmeisterinnen beim Super Tuesday, die hinterher gesagt haben: „Es war ganzschön stressig.“ Kurz gefragt: Wie war es für Sie?
(lacht) nicht stressig. Es war lustig und locker. Aber ja, es waren viel mehr Mädchen als ich gedacht habe. Ich bin von zehn ausgegangen – und dann sind da plötzlich 48 online. Sagen wir so: Das war teilweise herausfordernd.
Inwiefern?
Anfangs habe ich gesprochen und nebenbei auch noch Fragen, die über den Chat gestellt wurden, beantwortet. Das ging irgendwann nicht mehr. Es war einfach zu viel. Überhaupt die Fragen – das hat mich schon teilweise überrascht.
Nennen Sie bitte ein Beispiel.
Ein Mädchen hat sich sehr lange gemeldet, wollte unbedingt seine Frage loswerden. Dann kam sie endlich an die Reihe - und fragt mich: „Wie viele Pokale hast Du Zuhause?“ Darauf war ich überhaupt nicht vorbereitet, das hat mich aus der Bahn geworfen, denn die Frage hat mir noch nie jemand gestellt. (lacht)
Und, wie viele Pokale sind es?
Ehrlich? Das weiß ich gar nicht so genau. Ein Regal voll, vielleicht 20 oder 30. Aber ich muss sagen: Es kamen auch viele schachliche Fragen. Einige Mädchen waren super wissbegierig – manche hingegen sehr still und voll konzentriert. Eines habe ich gemerkt: Die sind alle voll bei der Sache, was Schach angeht.
Man hört, das Training sei recht spektakulär gewesen: Sie haben eigene Partien mit Damenopfer gezeigt – sowas ist natürlich spannend und sorgte bei den Teilnehmerinnen für einen Aha-Effekt.
Ja, ich wollte eigentlich sieben Partien von mir zeigen – ich habe aber nur zwei geschafft. Es war einfach zu viel los. Es ging um zwei Angriffspartien, die ich vorbereitet hatte. Die erste mit zwei ungleichen Läufern – da war das Mittelspiel vielleicht etwas zu schwer für die ein oder andere. Die zweite Partie war mit entgegengesetzten Rochaden – ein bisschen mehr Basic-Wissen, wenn man so will. Es haben alle sehr gut mitgemacht.
Haben Sie ein vergleichbares Training schonmal geleitet?
Nein, es war für mich absolutes Neuland. Vereinstraining habe ich gemacht, da waren aber deutlich weniger Leute da. Und noch nie habe ich nur Mädchen trainiert. Das hier war eine ganz andere Hausnummer, auch ein bisschen anstrengend – aber es war mir eine Freude und würde es jederzeit wieder machen. Ein tolles Projekt der Jussupows.
Interview: mw
Insgesamt haben nun bereits fast 600 Mädchen an den bisherigen Trainings des Super Tuesday-Programms teilgenommen. „Ein großartiger Erfolg“, sagt Nadja Jussupow.
Zielgruppe des Online-Trainings: Mädchen der Altersklasse U11 (die im kommenden Jahr U12 sind), aber auch etwas ältere Teilnehmerinnen sind laut Jussupow herzlich willkommen. Und auch deutschsprachige Mädchen aus anderen Ländern sind eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung: per E-Mail an Nadja.Jussupow@t-online.de.
Training mit Kateryna Dolzhikova
// Archiv: DSB-Nachrichten - Frauenschach // ID 37031