4. Mai 2026
Eigentlich ist sie Tennisspielerin, hat mit Schach nicht so viel am Hut. Vergeblich habe ihr Vater versucht, sie an den Denksport heranzuführen. Es habe keinen Sinn gemacht, sie sei dafür nicht talentiert genug gewesen. Aber vielleicht war Dr. Tamara Zieschang, Ministerin für Inneres und Sport in Sachsen-Anhalt, gerade deshalb so begeistert, als sie in den Spielsaal des Maritim-Hotel blickte. Sie agierte am Wochenende als Schirmherrin der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft in Magdeburg und sagte: „Was ich so beeindruckend finde: Beim Tennis ist man in Altersklassen eigenteilt, hier aber können alle Generationen untereinander spielen“, so die CDU-Politikerin, „das ist eine ganz besondere Erfahrung.“ Sie nannte die DSAM sogar eine „herausragende Meisterschaft“. Was in der Tat auch durch eine Zahl demonstriert wurde: Der 50.000. Teilnehmer bei einem DSAM-Qualifikationsturnier fand sich im Maritim Magdeburg, wo die letzten Finaltickets für das Abschlussturnier im Rahmen des Dresdner Schachgipfels vergeben wurden.
Er wurde nicht einfach nur geehrt, nein: er wurde aufgespürt - und mit Blumen und einer Torte überrascht. Kurt Ender vom Ratinger Schachklub 1950 war das erste Mal dabei – und bekam dann so eine Ehrung. Er rang sichtlich um Fassung, und „um Konzentration“ - vor der folgenden Runde. Die Ehrung war ein Schauspiel für sich, DSAM-Social-Mediamitarbeiterin Isabel Betz brachte es sehr humorvoll auf den Punkt: „Dieses Team macht jeden Quatsch mit.“ Wie zu Star-Wars-Klängen von Orga-Team-Mitgliedern vier große Nullen und eine Fünf in den Raum getragen wurden – bis zum Enders Platz. Das war filmreif – DSAM-Style. Dieses Turnier ist auch Show. Oder, wie es Turnierchefin Sandra Schmidt betonte: „Magdeburg ist besonders schön. Das Maritim ist zu einem richtigen Schach-Hotel geworden.“
Nicht nur, dass hier jetzt das siebte DSAM-Qualifikationsturnier stattfand, sondern hier sind die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bereits voll auf die Schachfreund eingestellt. Man spüre, so Sandra Schmidt, dass sie die Atmosphäre auch lieben – den respektvollen Umgang, das entspannte Ambiente unter den 715 Spielerinnen und Spielern. Auch, wie das Organisationsteam sich selbst nicht zu wichtig nimmt – und immer besonnen reagiert. Ein Beispiel: Der Buchpreis, gestiftet von der Emanuel Lasker Gesellschaft, wird immer ausgelost. Viele Könige, unter einem ist ein DSB-Aufkleber. Wer diesen König erwischt, hat gewonnen. Nur, kaum war der Gewinner Michael Stenzel auf der Bühne, kam der zweite hinterher: Matthias Bak. Da war wohl vom letzten Turnier noch ein Aufkleber übriggeblieben. Klar doch, der zweite „Sieger“ bekommt seinen Preis nachgereicht.
Das Rahmenprogramm: anspruchsvoll wie immer. Das Blitzturnier am Donnerstag, aber auch die Analysen von Großmeister Ilja Zaragatski. Um ihn herum bilden sich immer wieder Menschentrauben und Warteschlangen an seinem Brett. Gerhard Köhler war auch da, mit seiner Stiftung GK, die insbesondere „Kinderschach in Deutschland e.V.“ fördert. Und in Magdeburg ein neues Projekt vorstellte: Den Kinderschachkalender, der 2027 gestartet wird – und jedes Jahr ein anderes Schwerpunkthema haben werde. Bis 2033 steht das schon fest. Beginnen werde man mit Schach und Politik. 2028 stehe dann Schach und Wirtschaft auf der Agenda. „Ich verspreche mir, dass Schachspieler und auch Nicht-Schachspieler diese Kalender sehen, mit Sprüchen von bekannten Persönlichkeiten“, so Köhler: „Und die Sinnhaftigkeit des Schachspiels in jungen Jahren erkennen.“
Ein richtiger DSAM-Hit ist mittlerweile auch das von DSB-Frauenschachreferentin Nadja Jussupow ins Leben berufene Beginnerinnen-Turnier. Hier sollen sich vor allem Frauen austoben können, die ihre Kids oder Ehemänner zum Turnier begleiten – und nicht nur zugucken wollen. Es reichen rudimentäre Schach-Kenntnisse, was zu Erlebnissen führt, die auch Schiedsrichter-Routinier Bernhard Riess als Turnierleiter ein verschmitztes Lächeln ins Gesicht zauberten. Lassen wir ihn mal erzählen, über eine Begegnung mit der Spielerin Antje: „Schwarz setzt Matt. Fragender Blick zum Schiri. Nachdem ich bestätigt habe, dass es Schachmatt ist, folgt der triumphale Ausruf: "Ja! Geschafft! Jetzt habe ich mehr Punkte als meine Kinder!" Bernhard Jehle hatte übrigens, in Rattenfänger-von-Hameln-Manier die Frauen zum Turnier eingeladen – 13 Spielerinnen, wobei die Siegerin Sudha Ramkumar schon ein bisschen mehr konnte. Sie hat schon eine niedrige DWZ, wie hinterher bekannt wurde. Nicht schlimm, ein kleines Missverständnis, das keinen störte – und darüber hatte sich auch keiner bisher so richtig Gedanken gemacht. Aber das, so Sandra Schmidt, wolle man künftig schon besser vermeiden. „Es soll ein reines Anfängerinnen-Turnier ohne DWZ bleiben.“ Besonders gefreut habe sie sich, dass schon die ein oder andere „Wiederholungstäterin“, wie sie es nennt, mit dabei war. Das Turnier etabliert sich im Rahmenprogramm.
Ach ja, nach all den Jahren schreibt die DSAM immer noch schöne Sieger-Geschichten. René Kellner (er betreibt den Blog "Schachkid") hatte in den letzten drei Jahren jeweils bei einer DSAM den gleichen Gegner in der letzten Runde: Vitaly Sviridov, ein echter Haudegen des Turniers, den wir als DSB-Öffentlichkeitsarbeit auch schon portraitiert haben. Für Kellner wurde das schon zum sportlichen Fluch… Doch diesmal, beim vierten Mal, hat er erstmals gewonnen. „Endlich“, sagte Kellner. Der erste Sieg ist doch immer der schönste. Und wir blicken auf die, die die letzten Tickets fürs Finale lösen konnten… (mw)
Gruppe A:
| Rang | Teilnehmer Verein/Ort |
G | ELO | DWZ | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | Punkte | Buchh | SoBerg | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Tschernatsch, Johannes SC Kreuzberg |
m | 2291 | 2326 | 1 12 |
1 5 |
1 17 |
1 4 |
½ 2 |
4½ | 16,5 | 14,50 | |
| 2 | Petersen, Henrik SV 03/25 Koblenz |
m | 2299 | 2280 | ½ 8 |
1 27 |
1 10 |
1 13 |
½ 1 |
4 | 14,5 | 10,75 | |
| 3 | Kersten, Uwe Sfr. Wolfhagen |
m | 2164 | 2163 | 1 26 |
1 31 |
½ 13 |
½ 9 |
1 7 |
4 | 12,5 | 9,75 |
Gruppe B:
| Rang | Teilnehmer Verein/Ort |
G | ELO | DWZ | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | Punkte | Buchh | SoBerg | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Reuber, Artur FC ST.Pauli 1910 eV SAbt |
m | 2129 | 2095 | 1 48 |
½ 24 |
1 46 |
1 28 |
1 11 |
4½ | 14,5 | 13,00 | |
| 1 | Junge, Mattheo Gabriel SV Schott Jena |
m | 1977 | 1941 | ½ 20 |
1 62 |
1 27 |
1 26 |
1 12 |
4½ | 14,5 | 13,00 | |
| 3 | Alheit, Maximilian SV Dresden-Striesen |
m | 1938 | 1985 | 1 34 |
½ 13 |
1 36 |
½ 9 |
1 31 |
4 | 16,0 | 12,50 |
Gruppe C:
| Rang | Teilnehmer Verein/Ort |
G | ELO | DWZ | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | Punkte | Buchh | SoBerg | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Seitz, Manuel SC Caissa Falkensee |
m | 1904 | 1928 | Q | ½ 62 |
1 20 |
1 40 |
1 18 |
1 16 |
4½ | 16,0 | 14,75 |
| 2 | Han, Erdem SSV Vimaria 91 Weimar |
m | 1789 | 1882 | ½ 74 |
1 55 |
1 59 |
1 52 |
1 12 |
4½ | 13,0 | 12,00 | |
| 3 | Röder, Phillip ASV Grün-Weiß Wismar |
m | 1903 | 1824 | ½ 57 |
1 103 |
1 101 |
1 11 |
1 10 |
4½ | 13,0 | 11,75 |
Gruppe D:
| Rang | Teilnehmer Verein/Ort |
G | ELO | DWZ | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | Punkte | Buchh | SoBerg | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Hotaki, Mohammed Shah SF Wedel |
m | 1814 | 1724 | 1 30 |
1 60 |
1 76 |
1 29 |
1 4 |
5 | 15,0 | 15,00 | |
| 2 | Ortlepp, Klaudia SG Turm Leipzig |
w | 1782 | 1632 | ½ 43 |
1 24 |
1 45 |
1 48 |
1 21 |
4½ | 14,5 | 13,25 | |
| 3 | Stopp, Bruno USV TU Dresden |
m | 1712 | 1751 | 1 55 |
1 78 |
½ 10 |
1 26 |
1 22 |
4½ | 14,5 | 12,75 |
Gruppe E:
| Rang | Teilnehmer Verein/Ort |
G | ELO | DWZ | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | Punkte | Buchh | SoBerg | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Rößler, Helena SC 1994 Oberland |
w | 1766 | 1657 | Q | 1 89 |
1 29 |
1 26 |
1 11 |
1 5 |
5 | 15,0 | 15,00 |
| 2 | Schieblich, Jonas Schachgesellschaft Lasker Stegli |
m | 1635 | 1419 | 1 53 |
½ 48 |
1 32 |
1 16 |
1 12 |
4½ | 15,0 | 13,75 | |
| 3 | Grinman, Anatoli Potsdamer SV Mitte |
m | 1755 | 1703 | Q | 1 98 |
1 38 |
½ 10 |
1 13 |
1 18 |
4½ | 15,0 | 13,25 |
Gruppe F:
| Rang | Teilnehmer Verein/Ort |
G | ELO | DWZ | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | Punkte | Buchh | SoBerg | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Stolzenwald, Frank SF Hamburg 1934 |
m | 1552 | 1219 | Q | 1 101 |
1 88 |
1 12 |
1 8 |
½ 5 |
4½ | 14,5 | 12,50 |
| 2 | Wolarz, Jannes BSV 63 Chemie Weißensee |
m | 1789 | 1484 | 1 34 |
½ 63 |
1 54 |
1 43 |
1 14 |
4½ | 14,0 | 13,00 | |
| 3 | Deml, Max SK Kelheim 1920 |
m | 1675 | 1530 | Q | 1 65 |
½ 48 |
1 77 |
1 23 |
1 15 |
4½ | 13,0 | 11,75 |
Gruppe G:
| Rang | Teilnehmer Verein/Ort |
G | ELO | DWZ | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | Punkte | Buchh | SoBerg | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Riera Galmés, Lukas SK Kelheim 1920 |
m | 1620 | 1325 | 1 40 |
1 61 |
1 33 |
1 41 |
1 7 |
5 | 15,5 | 15,50 | |
| 2 | Kreysin, Gabriel SK CAISSA Hermsdorf-Frohnau |
m | 1665 | 1250 | Q | 1 94 |
1 111 |
1 75 |
1 21 |
1 20 |
5 | 12,0 | 12,00 |
| 3 | Ramkumar, Dhuruvan Schachzentrum Bemerode |
m | 1375 | 1 85 |
1 50 |
1 78 |
½ 5 |
1 15 |
4½ | 15,0 | 12,75 |
// Archiv: DSB-Nachrichten - Breitenschach // ID 37018