Chronik des SK Süd-West 1982 - 1986

Der Schachklub Süd-West wurde am 24. Juni 1982 in Westberlin gegründet. Seine Gründungsmitglieder bestanden zum größten Teil wahrscheinlich aus rund zwanzig ehemaligen Mitgliedern des Schachklubs Zehlendorf (SKZ). Sie waren nicht mit dessen Vereinspolitik einverstanden, zukünftig nur noch den Spitzensport zu fördern. Treibend bei der Trennung vom SKZ war Anton Manz, der selbst 23 Jahre SKZ-Vorsitzender und 30 Jahre Mitglied war. Bei der richtungsweisenden Wahl um die Zukunft des Vereins im Mai 1982 unterlag Manz aber Freerk Bulthaupt recht klar. Daraufhin verließen Manz und Spieler wie Helmut Kliem, Ludwig Seelentag oder Dietrich Bolle sofort die Versammlung und gründeten kurz danach den SK Süd-West. Gründungsmitglieder waren: Anton Manz, Hanna und Dieter Adam, Dietrich Bolle, Wolf-Jürgen Busch, Peter Dubovsky, Bernd Hiller, Beate Jauer, Renato Karstädt, Klaus Käpernick, Horst Kotzur, Helmut Mälzer, Klaus Mälzer, Werner Minetzke, Helmuth Pallowitz, Hans-Joachim Sayder, Ludwig Seelentag, Bernhard Socher-Löslein und Thomas Winckler. Kliem gehörte nicht dazu.

1987 kam es beim SKZ zu einer zweiten Abspaltung, vorangetrieben von Michael "Elo" Riedel, der mit Sven Schüle eine beachtliche Kinder- und Jugendgruppe aufgebaut hatte. Riedel kandidierte beim SKZ für den Vereinsvorsitz und hatte zahlreiche Kinder zusammengetrommelt, die für ihn stimmen würden. Bulthaupt zögerte die Wahlen mit seinem Vorstandsbericht aber so lange hinaus, das die Kinder um 22 Uhr von ihren Eltern abgeholt werden mußten. Nach der verlorenen Wahl wurde von Riedel am 1. Mai 1987 der Schachklub Königsjäger (später auch Zehlendorfer Königsjäger genannt) gegründet.

1992 vereinigten sich der inzwischen im Niedergang sich befindliche SK Süd-West mit dem Schachverein Königsjäger zum Schachverein Königsjäger Süd-West.

Übrigens gab es bereits vor dem Zweiten Weltkrieg einen SK Süd-West. Er wurde am 6. September 1912 gegründet und bestand bis mindestens 1936. Der Verein spielte in der im Café Winkelmann in der Yorkstr. 80 und hatte 1926 35 Mitglieder. Die Deutsche Schachzeitung schrieb im Mai-Heft von 1930: "Vor kurzem starb im Alter von 53 Jahren Dr. Ernst Koeppel. Er war der Gründer des Berliner Schachklubs Süd-West (Yorkstr., Kaffee Winkelmann), war 11 Jahre sein Vorsitzer und hat es verstanden, diesen Klub, der kein Kampfklub sein will, sondern eine Stätte des geselligen Beisammenseins, und der daher auch Spieltage für andere Brett- und Kartenspiele vorsieht, zu großer Blüte zu bringen. Sein Tod ist daher für den Klub ein schwerer Verlust."

Wir danken Tim Adam, dem Sohn der verstorbenen Hanna und Dieter Adam, für die Überlassung der Chronik. Nach der Digitalisierung wurde sie in unsere Bibliothek aufgenommen.