Zehn Jahre Schachbund: "Jeden Tag Action. Nie Langeweile."

1. September 2026

Judith Zabel, beim DSB seit dem 1. September 2016

Judith Zabel, die Assistentin der Geschäftsführung, ist seit 2016 beim DSB. Sie hat fünf Geschäftsführer und vier Präsidenten erlebt.

Häufig, sagt Judith Zabel, erinnere sie ihre Arbeit beim Deutschen Schachbund an ein Handballspiel. „Jeden Tag Action – und sehr viel Abwechslung.“ Wie bei den Füchsen Berlin, wo man die 40-Jährige fast bei jedem Spiel antrifft. Eine Handballpartie, mit all ihren Tempo-Gegenstößen und den intensiven Zweikämpfen, ist ja ein stetes Auf und Ab, Tore fallen nahezu minütlich. Judith Zabel besitzt sowohl bei den Bundesliga-Männern als auch bei den Zweitliga-Frauen der Füchse eine Dauerkarte – und wenn auf dem Parkett der Max-Schmeling-Halle Erfolge gefeiert werden (wie zum Beispiel 2025 mit der Deutschen Meisterschaft), dann kommt Judith Zabel auch gerne mal voller Stolz im grün-weißen Trikot ins Büro. Gutes Stichwort: Ins Büro, die DSB-Geschäftsstelle, fährt sie – eine Stunde Anfahrtszeit mit den Öffis aus dem Bezirk Wedding - seit exakt zehn Jahren. Am 1. September 2016 hatte Judith Zabel, die Assistentin der Geschäftsführung, ihren ersten Arbeitstag beim Deutschen Schachbund. Heute darf gefeiert werden.

"Manchmal kriege ich schon einiges ab."

Der 1. September war 2016, nur nebenbei, auch der erste Geburtstag ihrer Tochter Melissa. Sie spielt Handball bei den Füchsen – und zudem Schach. „Sie bringt mir das Spiel gerade bei“, sagt Judith Zabel, die bisher im Königlichen Spiel doch recht unbeleckt war. Ihr Job beim DSB hat ja im Grunde nur am Rande mit Schach zu tun. Judith Zabel ist meist die erste Anlaufstation für alle Mitglieder und jene, die etwas vom DSB wollen. Sie ist die Hüterin der Telefonzentrale und ordnet die vielen Mails und Briefe zu, die nicht speziell an einen Ansprechpartner und dessen Ressort gehen. „Im Laufe der Jahre“, sagt sie, „ist das Arbeitsaufkommen in einigen Bereichen stetig gestiegen. Dass vieles digitaler geworden ist, bedeutet nicht, dass ich weniger zu tun habe – oft im Gegenteil.

Bisweilen fehle Anrufern die Geduld und das Verständnis dafür, dass es auch so etwas wie Bearbeitungszeit gibt – und dass sie nur eine 30-Stunden-Woche hat. „Manchmal kriege ich schon so einiges ab“, sagt Judith Zabel, „einige brüllen sofort los und wissen oft gar nicht, dass ich zum Beispiel nicht für die Auswertung eines Turnieres zuständig bin.“ Ja, sagt sie, wenn der eine oder andere zu unverschämt wurde, habe sie das Gespräch dann auch mal abrupt beendet. Aber das sind Ausnahmefälle. Die überwiegende Zahl der Mitglieder wolle einfach nur Antworten oder Hilfestellung. Die gibt sie gerne, und immer so gut sie kann. Speziell bei der großen DSAM-Familie hat sie sich deshalb auch eine Fan-Gemeinde aufgebaut. Ihr Besuch beim Finalturnier der Amateurmeisterschaft ist denn auch alljährlich für sie ein Pflichttermin. „Viele der DSAM-Spielerinnen und -Spieler sind mir auch schon richtig ans Herz gewachsen“, sagt sie.

"Die gute Seele der Geschäftsstelle."

Ihr Tätigkeitsfeld ist sehr umfangreich. In erster Linie unterstützt sie Geschäftsführer Carsten Schmidt in organisatorischen Dingen, aber auch Rechnungen laufen über ihren Schreibtisch. „Judith ist die gute Seele der Geschäftsstelle und vor allem eine sehr wertvolle Mitarbeiterin“, sagt Carsten Schmidt: „Das merken wir alle allein schon daran, wie viele Fragen aufkommen, wenn sie mal Urlaub hat.“ Er wolle im Namen des gesamten DSB-Teams „einfach mal danke sagen für den großartigen Einsatz zum Wohle des Verbandes und des Schachsports“.

Judith Zabel hat in den zehn Jahren beim DSB auch sehr viel Wandel und zahlreiche Turbulenzen erlebt. Drei Präsidenten, eine Präsidentin – jeder mit anderem Führungsstil: Herbert Bastian, Ullrich Krause, Ingrid Lauterbach, jetzt Paul Meyer-Dunker. Dazu fünf Geschäftsführer: Uwe Bönsch, Horst Metzing, Marcus Fenner, Anja Gering und seit Februar Carsten Schmidt. „Ja“, sagt sie und lacht: „Langweilig wurde es nie.“ Sie freue sich täglich auf die Zusammenarbeit mit Carsten Schmidt, macht aber aus ihrem Herzen auch keine Mördergrube: „Als Anja Gering plötzlich weg war, tat das richtig weh. Es hat mir kurzzeitig den Boden unter den Füßen weggezogen.

Judith Zabel liebt Handarbeiten. Sie häkelt gerne und ist auch als Handtaschen-Designerin sehr kreativ. Im Handball ist sie lizenzierte Zeitnehmerin beim Schiedsgericht. Um mal wieder die Brücke zu ihrem Lieblingssport zu schlagen: Zehn Jahre beim DSB – da wird kurz die Uhr gedrückt, aber dann geht es gleich weiter. Sie sagt, es wäre zu viel gesagt, den DSB als ihre zweite Familie zu bezeichnen – neben Melissa und ihrem Mann Frank. „Aber es sind lieb gewonnene Bekanntschaften und Freundschaften, die im Laufe der Jahre entstanden sind.“ Sie sei sehr froh, dass der Verband nach all den Turbulenzen zur Ruhe gekommen ist, betont sie: „Ich freue mich auf die nächsten Jahre in der Geschäftsstelle.“ Den Kolleginnen und Kollegen geht es genauso mit ihrer Füchsin. (mw)

// Archiv: DSB-Nachrichten - Geschäftsstelle // ID 37122

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