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Hauptausschuss: Prominenter Besuch und emotionale Themen

3. Oktober 2025

Im letzten Jahr war beim Hauptausschuss volles Haus im Hotel Höhensteiger in Rosenheim

In Hofgeismar steht am Samstag Wichtiges und Bewegendes auf der Tagesordnung: Die Lage in der DSB-Zentrale und Transfrauen im Schach. Sylvia Schenk ist zu Gast.

Wie emotional wird es am Samstag, ab 9 Uhr in der Evangelischen Tagungsstätte Hofgeismar? Zwei Punkte, so sieht man es im Präsidium, könnten durchaus für Gefühlsausbrüche sorgen bei der Hauptausschusssitzung des Deutschen Schachbundes - wobei der designierte Versammlungsleiter Klaus Deventer vermutlich in bewährter Manier für Sachlichkeit sorgen wird - trotz harter Themen: Da ist zum einen ein Antrag zum „Zustand der Geschäftsstelle“. Gestellt von Paul Meyer-Dunker, dem Präsidenten des Berliner Schachverbandes. Er möchte wissen wie es in der DSB Zentrale weitergeht, nachdem das Präsidium am 24. September mitgeteilt hat, dass Dr. Anja Gering als Geschäftsführerin "nicht mehr zur Verfügung steht". Meyer-Dunker: „Diese Erklärung lässt in Anbetracht von 19 Dienstjahren von Anja Gering viele Fragen offen.“ Die zentrale Position in der Geschäftsstelle ist aktuell unbesetzt, viele Aufgaben werden vom Präsidium wahrgenommen. Auch DSB-Betriebsrat Kevin Högy wird sich auf Wunsch den Fragen der Delegierten zu diesem Thema stellen. Der zweite Punkt: Die Diskussion über Transfrauen im Spielbetrieb – dieses Thema erhitzt seit Monaten die Gemüter im Schachsport. Man wolle hier, so DSB-Präsidentin Ingrid Lauterbach, durch eine offene und fachlich fundierte Diskussion zur Versachlichung beitragen.

Der Bildschirm bleibt dunkel

Lauterbach hat hierzu eine sehr kompetente Referentin eingeladen: Sylvia Schenk, ehemalige Olympia-Teilnehmerin, Juristin, Mitglied des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland (NOK) und ein führender Kopf von Transparency International. Auf dem Gebiet der Zulassungsregeln für Transmenschen im Leistungssport gilt sie als Expertin.

Damit es bei solchen Themen keine Hemmungen und Mut zur Diskussion gibt, ist dem Präsidium, aber auch vielen Teilnehmern und Teilnehmerinnen die Nichtöffentlichkeit der Sitzung wichtig. Aber der Ausschluss der Öffentlichkeit ist keine Sonderreglung, sondern laut Satzung in den Jahren üblich, wenn der Bundeskongress als oberstes Organ des DSB stattfindet. Und der Hauptausschuss tagte im Frühjahr in Paderborn. 2024, als der Hauptausschuss in Rosenheim gastierte, war das nicht der Fall – und wurde deshalb live übertragen. Diesmal bleibt der Bildschirm bei SchachdeutschlandTV schwarz. Der DSB wird aber zeitnah nach der Veranstaltung über die wichtigsten Inhalte informieren – bestimmt sehr sachlich, aber ohne Emotionen zu verschweigen. Denn der Hauptausschuss ist das zweitwichtigste Organ des DSB. Gebildet wird er ähnlich wie der Bundeskongress. Doch statt der Delegierten der Mitgliedsverbände sind nur die Vorsitzenden Mitglied des Hauptausschusses, auch die Ehrenpräsidenten sind dabei. Es werden rund 30 Teilnehmer dabei sein – einige sind online zugeschaltet. Der Hauptausschuss kann jedoch keine Wahlen und Satzungsänderungen durchführen.

Normenturniere sollen den Nachwuchs auf höchstem Niveau fördern

Weitere Punkte klingen eher unspektakulär, womöglich aber laden auch der Finanzbericht von DSB-Vize Alexander von Gleich und der Antrag des kommissarischen Referenten für Seniorenschach, Wolfgang Cleve-Prinz (er könnte durch eine Nachwahl in Hofgeismar nun auch hochoffiziell ins Amt kommen), auf stufenweise Erhöhung seines Budgets zu Diskussionen ein. Außerdem gibt es einen Dringlichkeitsantrag für einen Nachtragshaushalt, um bis zu bis zu acht Normenturniere auszurichten. Der Antrag kommt aus der Kommission Leistungssport vom zuständigen Referenten Dr. Carlos Hauser. Es geht um 16.000 Euro insgesamt – laut Hauser gut angelegtes Geld. Denn früher – vor der Finanzkrise und dem Sparkurs des DSB - hätten diese bundesweit an verschiedenen Orten veranstalteten Normenturniere dafür gesorgt, dass sich künftige Nationalspieler auf hohem Niveau, bei top besetzten Events, weiterentwickeln konnten. Weitere wichtige Themen werden in Hessen der Stand der Vorbereitung des Schachgipfels 2026, das DSB-Jubiläum 2027, Onlineschach und die Digitalisierung sein. (mw)

Hier findet Ihr alle Infos zum Hauptausschuss

// Archiv: DSB-Nachrichten - DSB // ID 36808

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