WGM Ketino Kachiani-Gersinska

Schach-Olympiade Calvia 2004
Harald Fietz
Schach-Olympiade Calvia 2004

Ketino Kachiani-Gersinska wurde am 11. September 1971 in der Kleinstadt Mestia im nordwestlichen Georgien geboren. Den Doppelnamen trägt sie seit der Hochzeit mit dem zwölf Jahre älteren deutschen Schachspieler Jürgen Gersinska im Jahr 1993. Gersinska spielte damals bei Rochade Kuppenheim und war ab 1998 Mitglied und ab 2001 Vorsitzender im SC Baden-Oos. Beide leben in Muggensturm und haben zwei Söhne (David * 1995 und Michael * 2003).

Mit 5 Jahren erlernte Ketino das Schachspiel von ihrem Vater.
Ihren ersten großen Erfolg hatte sie 1986 mit dem Gewinn der UdSSR-Meisterschaft U16 der Mädchen. Bei der nachfolgenden Jugend-Weltmeisterschaft der gleichen Altersklasse belegte sie in Argentinien Platz 2. 1987 wurde sie Georgische Meisterin. 1989 gewann Ketino in Tunja (Kolumbien) die U20-Jugend-Weltmeisterschaft, ein Jahr später wiederholte sie diesen Erfolg in Santiago de Chile.

2. Bundesliga Süd 2005/06
Harald Fietz
2. Bundesliga Süd 2005/06

Als Ketino Kachiani 1990 das Interzonenturnier in Asow gewann und sich für das Kandidatenturnier um die Frauen-Weltmeisterschaft qualifizierte, erhielt sie von der FIDE den Großmeistertitel der Frauen. 1995 wurde sie Zweite im Interzonenturnier und nahm 1997 am Kandidatenturnier teil. Im gleichen Jahr erhielt sie den Titel Internationaler Meister.

1993 siedelte Ketino Kachiani nach Deutschland über und heiratete Jürgen Gersinska. 1994 nahm sie die deutsche Staatsbürgerschaft an und war damit für die deutsche Nationalmannschaft spielberechtigt, wo sie für viele Jahre das 1. Brett einnahm.

Ihr erster Verein in Deutschland war die SGEM Rochade Kuppenheim, in der auch ihr späterer Mann aktiv war. 1994 wechselte sie zum SC Anderssen St. Ingbert, 1998 zum SV Werder Bremen und 1999 zum TV Tegernsee, wo sie jeweils in der Herrenbundesliga als Stammspielerin(!) aktiv war. Mit den Karlsruher Schachfreunden und dem SC Baden Oos spielte sie in der Frauenbundesliga. Mit Baden-Oos gewann sie 2003, 2004 und 2005 die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Frauen.

Woman Chess Cup 2006 in Dresden
Harald Fietz
Woman Chess Cup 2006 in Dresden

Bei der Schacholympiade 2000 in Istanbul erzielte sie am 1. Brett 9½ aus 14, nahm dabei der Weltmeisterin Xie Jun ein Remis ab und besiegte die Vizeweltmeisterin Alisa Galliamowa mit einer Mammutpartie von über 100 Zügen.
2001 erzielte sie bei der Mannschaftseuropameisterschaft das beste Ergebnis am ersten Brett. 2004 erreichte sie bei der Frauen-Weltmeisterschaft in Elista das Viertelfinale, wo sie Jekaterina Kowalewskaja unterlag. 2006 holte sie für die deutsche Mannschaft bei der Schacholympiade in Turin mit 8½ aus 12 ein ausgezeichnetes Ergebnis.

Ketino Kachiani begann nach dem Abitur ein Journalistikstudium an der Universität Tbilissi, das sie 1993 erfolgreich mit dem Diplom abschloß. Für georgische, russische und deutsche Schachzeitschriften schrieb sie bereits verschiedene Artikel.
Ihre Hobbys sind neben Schach ihre Familie, Musik, Lesen und Joggen.

Schach-Olympiade Turin 2006
Harald Fietz
Schach-Olympiade Turin 2006
Gegen Elisabeth Pähtz (links) beim Woman Chess Cup 2006 in Dresden
Harald Fietz
Gegen Elisabeth Pähtz (links) beim Woman Chess Cup 2006 in Dresden
EM Dresden 2007
EM Dresden 2007

Quellen:

Autoreninfo

Frank Hoppe Frank Hoppe,
Jahrgang 1964, ist seit dem 1. Januar 2007 für die Internetpräsenz des Deutschen Schachbundes technisch verantwortlich. Er war außerdem von 2003 bis 2009 Referent der Wertungsdatenbank des DSB und von 1996 bis 2010 DWZ-Referent des Berliner Schachverbandes. Zudem betreut er seit 1996 die Webseiten des Berliner Verbandes.

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