GM Arkadij Naiditsch

Europacup auf Kreta, 2003
Harald Fietz
Europacup auf Kreta, 2003

Arkadij Naiditsch erblickte am 25. Oktober 1985 in Riga das Licht der Welt. Im Alter von 5 bis 6 Jahren erlernte er das Schachspiel. Auf einer Schachschule vervollkommnete er seine Kenntnisse.

1995 gewann Arkadij in Verdun die Europameisterschaft der 10jährigen. Im darauffolgenden Jahr übersiedelte die Familie nach Dortmund. Arkadij und seine drei Schwestern Irina (*1986), Jewgenija (* 1987) und Marija (* 1988) traten geschlossen im zweiten Halbjahr den Schachfreunden Dortmund-Brackel bei. Alle Vier halten den Dortmundern seitdem die Treue, wobei Arkadij nur noch passives Mitglied ist. Seine Schwestern haben inzwischen eine ansehnliche Spielstärke erreicht. Marija hat DWZ 1875, Jewgenija 2036 und Irina gar 2252.

Die Naiditschs bei Deutschen Jugend-Einzelmeisterschaften

Ordix-Open 2005
Harald Fietz
Ordix-Open 2005

Arkadij spielte nie eine Deutsche Jugend-Einzelmeisterschaft mit. Etwas aktiver waren seine Schwestern. Die Drei spielten 2001 die U18 (Irina), U16 (Jewgenija) und U14w (Marija) und Jewgenija 2002 noch einmal die U16. Irina und Jewgenija schnitten allerdings nicht so besonders ab, machten 4 bzw. 4½ aus 9. Erschwerend kam aber hinzu, das die Beiden jeweils die Offenen Meisterschaften (Jungen und Mädchen) mitspielten! Nur Marija spielte in der Mädchenmeisterschaft und wurde damals Sechste.

Arkadij's Erfolge

Chess Classic Mainz 2006, U20-WM-Match im Chess960 gegen Pentala Harikrishna. Arkadij verlor 3½:4½
Harald Fietz
Chess Classic Mainz 2006, U20-WM-Match im Chess960 gegen Pentala Harikrishna. Arkadij verlor 3½:4½

1997 wurde Arkadij in Cannes Vizeweltmeister der 12jährigen, im gleichen Jahr erhielt er von der FIDE den Titel Internationaler Meister. Der Großmeistertitel folgt 2000, als er 15 Jahre alt war.

Sein bisher größter Erfolg war im Juli 2005 der Sieg beim Dortmunder Sparkassen-Chess-Meeting. Dabei ließ er fast die gesamte Weltspitze hinter sich, u.a. Wladimir Kramnik, Peter Leko, Peter Swidler, Wesselin Topalow und Michael Adams.

Im Kader des Deutschen Schachbundes arbeitete sich Arkadij von der Kategorie C im Jahr 1999 bis zur Kategorie A im Jahr 2006 hinauf. 2007 war er sogar der einzige A-Kaderspieler! Für die deutsche Nationalmannschaft kam er allerdings erst in Frage, als er Anfang 2005 - nach achtjährigem Anlauf - die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt. Bei der Schacholympiade 2006 in Turin startete Arkadij Naiditsch erstmals für Deutschland. Am 1. Brett erreichte er 6 aus 10.

2007 gewann Naiditsch in Bad Königshofen die Deutsche Einzelmeisterschaft vor dem punktgleichen Rainer Buhmann.

In der Bundesliga spielte Arkadij bis 2007 am 1. Brett für den TSV Bindlach-Aktionär, seit 2007/2008 für den OSG Baden-Baden.

Als Ausgleich zum Schach betreibt Naiditsch seit 2001 den Karatesport. Hier besitzt er den 5. Kyu.

Schach-Olympiade Turin 2006
Harald Fietz
Schach-Olympiade Turin 2006
Chess Classic Mainz 2006, im FiNet-Open gegen Morosewitsch
Harald Fietz
Chess Classic Mainz 2006, im FiNet-Open gegen Morosewitsch

Quellen:

Autoreninfo

Frank Hoppe Frank Hoppe,
Jahrgang 1964, ist seit dem 1. Januar 2007 für die Internetpräsenz des Deutschen Schachbundes technisch verantwortlich. Er war außerdem von 2003 bis 2009 Referent der Wertungsdatenbank des DSB und von 1996 bis 2010 DWZ-Referent des Berliner Schachverbandes. Zudem betreut er seit 1996 die Webseiten des Berliner Verbandes.

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