14. Juli 2026
Tobias Kügel war Teil des Betreuerstabs der polnischen Frauen beim Gewinn der Team-Europameisterschaft und bereitet mit Klaudia Kulon eine der besten Spielerinnen Europas auf ihre Turniere vor; ihr gibt er damit Sicherheit – am eigenen Brett kämpft der Internationale Meister dagegen immer wieder mit Zeitnot, Selbstzweifeln und der Angst vor falschen Entscheidungen. Vor einem Jahr qualifizierte sich Kügel sensationell für die Meisterklasse der Deutschen Meisterschaften. Nun trifft er in Dresden beim Schachgipfel auf Nationalspieler wie Alexander Donchenko, Dmitrij Kollars und Rasmus Svane. 2362 Elo-Punkte standen vor dem Kandidatenturnier 2025 auf der Uhr, seiner bis dahin größten Krise. Heute, kurz vor der Meisterklasse der Deutschen Meisterschaften, sind es 2361 – auf dem Papier fast derselbe Punkt. Dazwischen aber liegen sein größter Erfolg, eine Performance auf GM-Niveau, der EM-Titel mit den polnischen Frauen und ein erneuter Absturz. Im Interview spricht der 31-Jährige darüber, warum ausgerechnet der Kopf bislang seine größte Schwäche war, was er von seiner Arbeit als Coach für das eigene Spiel lernen kann und weshalb er sich trotz einer schwierigen Saison in der Rolle des Außenseiters wohlfühlt. Kommt nun nach Dresden derselbe Spieler wie vor einem Jahr?
Moin Tobias, wie läuft die Vorbereitung?
Gut! Ich arbeite unter anderem seit Kurzem mit einem Mental-Coach zusammen – aber dazu gleich sicherlich noch etwas mehr.
Vor dem Kandidatenturnier 2025 hattest du laut eigener Aussage "überhaupt keine Erwartungen" und eine Formkrise nach dem Rauchstopp: Wie fühlt sich das jetzt an, ein Jahr später, kurz vor der Meisterklasse der Deutschen Meisterschaften?
Der Nikotinentzug macht mir mittlerweile zum Glück gar nichts mehr aus, das ist schon mal sehr positiv zu vermerken. Doch nachdem ich letztes Jahr dachte, mit dem Sieg im Kandidatenturnier sei der Knoten endgültig geplatzt, hatte ich witzigerweise – oder tragischerweise – im April dieses Jahres erneut einen Totalausfall und habe über 40 Elo-Punkte in einem einzigen Monat verloren.
Es ist fast schon ein Déjà-vu: Meine Elo ist aktuell fast exakt dieselbe wie letztes Jahr vor dem Kandidatenturnier. Damals hatte ich 2362, jetzt stehe ich bei 2361 – also genau einem Punkt weniger. Von daher sieht es psychologisch ganz ähnlich aus: Ich gehe wieder ohne Erwartungen rein. Einfach zocken, schlimmer kann es eh nicht werden! (lacht)
Was nimmst du dir vor, worauf legst du besonderen Fokus?
Mal abgesehen von den üblichen Dingen wie Eröffnungen gut vorbereiten etc., liegt mein absoluter Fokus darauf, mich mental auf das Turnier einzustellen.
Ich hatte in der Vergangenheit zwei große Baustellen. Wenn man sich meinen Elo-Chart anschaut, fällt sofort auf: Wenn es bei mir mal nicht läuft, dann kracht es richtig gewaltig. Das war letztes Jahr vor dem Kandidatenturnier so und eben auch jetzt wieder im April. Da wird monatelange, harte Arbeit in Form von Elo-Punkten in wenigen Wochen zerschossen. Ich hatte früher einfach enorme Schwierigkeiten, mit Niederlagen und negativen Resultaten – wozu ja auch ein Remis gegen einen schwächeren Gegner zählen kann – umzugehen.
Früher dachte ich immer, im klassischen Schach sei das kein Problem, weil man ja 24 Stunden Zeit und eine Mütze Schlaf dazwischen hat. Aber das hat mich trotzdem unbewusst stark negativ beeinflusst. Das ist wie beim Online-Blitz: Wenn die Leute "tilten", schießen sie nach einer Niederlage direkt hunderte Punkte weg, weil es Schlag auf Schlag geht.
Der zweite Fokuspunkt betrifft mein Zeitmanagement und das Selbstbewusstsein. Ich habe mir in der Vergangenheit viel zu viele gute Stellungen in Zeitnot zerschossen. Zeitnot ist der größte Teufel – egal wie gut du stehst, in Zeitnot findest du immer einen Weg, die Partie noch einzustellen. Meine Zeitnot lag aber nie daran, dass ich die Zeit rechnerisch wirklich gebraucht hätte. Das war ein mentales Ding: Fehlendes Selbstbewusstsein und die Angst vor dem Verlieren waren böse Begleiter. Ich sah den guten Zug, habe dann aber nochmal zehn Minuten extra verschwendet, um "sicherzugehen", oder mich am Ende für einen vermeintlich "sichereren", aber schlechteren Zug entschieden. Alles Quatsch natürlich.
Daran arbeiten mein Mental-Coach und ich intensiv: In Zeitnot ruhig und handlungsfähig zu bleiben, aber vor allem mein Selbstbewusstsein so zu stärken, dass ich Entscheidungen schneller treffe und Zeitnot präventiv verhindere. Das spart Kraft und hält den Kopf frei. Dass ich Schach spielen kann, hat das Kandidatenturnier gezeigt. Mit dem Mentaltraining hoffe ich, endlich an der richtigen Schraube zu drehen, um meine PS konstant aufs Brett zu bringen.
Was macht der Mental-Coach tatsächlich mit dir? Gibt es bestimmte Übungen oder Routinen?
Genau, Routinen als Beispiel sind gut für immer wiederkehrende Situationen.
Meditation vor der Partie, Fokus während der Partie, Verhalten in Zeitnot, Umgang mit einer Niederlage und vieles mehr.
Wie diese genau aussehen bleibt jedoch vorerst ein Geheimnis, vielleicht verrate ich nach dem Turnier mehr, wenn es erfolgreich war (lacht).
Du bist mit der polnischen Nationalspielerin Klaudia Kulon in einer Beziehung. Nimm uns einmal mit in dein Leben. Wie kann man sich deinen Alltag beziehungsweise einen klassischen Tag bei dir im Leben vorstellen?
Da wir beide extrem viel unterwegs sind, ist das "Zuhause-Sein" für mich eigentlich der pure Urlaub. Wenn wir mal daheim sind, ist der Tag meistens eine gesunde Mischung aus Schach und körperlicher Fitness wie Laufen oder Krafttraining. Auf den Sport lege ich zu Hause besonders viel Fokus, weil mir das auf Reisen oft schwerer fällt.
Was macht diesen Lifestyle für dich so besonders?
Ich liebe Schach einfach. Der Gedanke, sich tagein, tagaus mit diesem Spiel beschäftigen zu können, ist für mich ein kleiner Traum. Das viele Reisen kann zwar schlauchend sein, aber wenn wir ehrlich sind: Es ist schon verdammt geil.
Alleine wäre es für mich sicherlich schwerer, diesen Lifestyle als "Profi" zu leben, da meine Elozahl vom klassischen Schachprofi-Dasein noch ein Stück entfernt ist. Aber Klaudia und ich unterstützen uns gegenseitig perfekt. Vor allem durch das Reisen mit ihr komme ich auch ständig mit Spielern aus der absoluten Weltklasse in Kontakt, was sonst eher selten der Fall wäre. Das erweitert den Horizont enorm.
Klaudia war in der letzten Zeit sehr erfolgreich. Wie sieht deine Vorbereitung mit ihr aus? Wie viel Einfluss kannst du als Coach auf ihr Spiel nehmen?
Ja, für Klaudia läuft es dieses Jahr fantastisch. Im März haben wir das Internationale Frauenturnier ausgerichtet von Artur Jussupow gewonnen, womit sie sich für das International Women's Tournament 2026 in Dortmund qualifiziert hat. Und der Juni war ein absoluter Kracher-Monat: Sie ist bei der Fraueneuropameisterschaft Sechste geworden und hat damit schon das Ticket für den World Cup 2027 gelöst. Direkt danach hat sie die beste Einzelleistung am Frauenbrett der polnischen Ekstraliga gezeigt. Dadurch steht sie in den Live-Elo-Zahlen wieder in den Top 50 der Frauen-Weltrangliste – da gehört sie meiner Meinung nach auch einfach hin.
Wie die Vorbereitung aussieht? (schmunzelt) Klaudia ist eine extrem starke, praktische Spielerin. Sie zockt einfach unheimlich gerne. Theoretische Analysen und tiefe Eröffnungsvorbereitung langweilen sie dagegen eher. Das wurde ihr in der Vergangenheit gegen top-vorbereitete Gegnerinnen manchmal zum Verhängnis, weil sie aus der Eröffnung heraus in Probleme geriet und ihre eigentliche Spielstärke gar nicht entfalten konnte.
Hier komme ich ins Spiel. Ich denke in der Eröffnungsanalyse relativ fit zu sein und habe mittlerweile über ein Jahr intensive Erfahrung im Frauenschach gesammelt. Ich verstehe immer besser, welche Stellungen Klaudia liegen und wo wir die Gegnerinnen vor Probleme stellen können. Das spart Klaudia enorm viel Kraft. Sie bekommt von mir eine Datei, die sie quasi nur noch durcharbeiten und auswendig lernen muss. Mittlerweile kommt sie kaum noch in Eröffnungsprobleme – im Gegenteil: Oft hat sie einen Vorteil auf dem Brett oder auf der Uhr, weil die Gegnerin schon tief nachdenken muss, während Klaudia noch "im Buch" ist. Wir ergänzen uns da einfach perfekt.
Und was kannst du von Klaudias Spielweise und ihrer praktischen Unbekümmertheit lernen?
Ja ich muss sagen, Klaudias Gelassenheit und Mut zum Risiko sind echt beeindruckend.
Da will ich langfristig auch hinkommen.
Sie war es auch, die mir empfiehl, einen Mental-Coach aufzusuchen, da sie selber eine ähnliche Phase durchgemacht hatte vor ein paar Jahren und dann selber mithilfe einer Mentaltrainerin erreichte sie letztes Jahr sogar ihr Peak-Elo Rating.
Ich stehe damit zwar gerade erst am Anfang, doch bin gespannt wohin die Reise geht.
Coachst du oder spielst du mehr? Und was machst du lieber?
Gefühlt coache ich derzeit mehr, aber ich spiele selbst auch noch sehr viel. Es ist schwer zu sagen, was ich lieber mache. Ich spiele unheimlich gerne, aber beim Coachen stehe ich selbst nicht unter diesem extremen, persönlichen Druck. Natürlich tut es auch als Coach weh, wenn Klaudia eine Partie verliert, aber bei Weitem nicht so sehr, wie wenn es die eigene wäre.
Außerdem ist es Wahnsinn zu sehen, welchen Einfluss man als Coach haben kann. Ich war letztes Jahr ein kleiner Teil des Erfolgs, als die polnischen Frauen Team-Europameister geworden sind. Oder jetzt kürzlich bei der Einzel-EM, als Klaudia in der letzten Runde ganz vorne an Brett 1 gegen Anastasiia Hnatyshyn um den Titel gespielt hat. Bei So einem entscheidenden Match als Coach mitzuwirken, ist ein ganz besonderes Gefühl, das ich als Spieler so noch nicht hatte. Das Kandidatenturnier letztes Jahr zu gewinnen, war zwar mein persönliches Highlight, aber an das Gefühl einer Europameisterschaft kommt es dann doch noch nicht ganz heran (lacht).
Bei der Team-EM in Batumi warst du im Betreuerstab der polnischen Nationalmannschaft und hast Klaudia mit vorbereitet. Wie fühlt sich das für dich an, wenn bei der Meisterklasse die Rollen getauscht sind und du selbst der Spieler bist? Hast du selbst auch einen Coach?
Falls die Frage darauf anspielt, ob Klaudia mir jetzt im Gegenzug bei meinen Eröffnungen hilft: Nein, das ist nicht der Fall. Wie gesagt, sie ist nicht die klassische Analytikerin, das mache ich ohnehin lieber selbst. Aber ihre Rolle ist für mich mindestens genauso wichtig: Sie freut sich von ganzem Herzen mit mir, wenn es gut läuft, und baut mich sofort wieder auf, wenn ich eine Partie verliere. Sie ist einfach als emotionaler Rückhalt für mich da.
Was meinen eigenen Coach angeht: Um meine Eröffnungen kümmere ich mich komplett selbst. Ich habe allerdings einen Coach, mit dem ich hin und wieder Sessions einlege, in denen wir mit knackigen Aufgaben intensiv an meiner Rechenleistung arbeiten, um mich im Kopf absolut scharf zu halten. Und wie anfangs erwähnt, arbeite ich seit Kurzem zusätzlich sehr intensiv mit einem Mental-Coach zusammen, was für mich aktuell die wichtigste Stellschraube ist.
In Batumi warst du ja auch mit einigen der deutschen Spieler zusammen. Habt ihr euch da schon augenzwinkernd über die Meisterklasse ausgetauscht?
Durch das Reisen mit Klaudia begegne ich den deutschen Jungs tatsächlich sehr häufig – sei es in den verschiedenen Ligen oder bei großen Turnieren wie der Europameisterschaft oder dem Grand Swiss. Man grüßt sich natürlich nett, aber viel mehr Kommunikation findet da eigentlich nicht statt.
Du bist ja eigentlich der klassische Underdog in diesem Feld – wie gehst du mental damit um, plötzlich gegen Nationalspieler wie Alexander Donchenko, Dmitrij Kollars oder Rasmus Svane zu spielen?
Das ist ein zentraler Punkt, den mein Mental-Coach und ich bereits intensiv behandelt haben. Es ging vor allem darum, wie ich reingehe, um eben nicht "starstruck" zu sein. Auch hier hilft mir das Reisen mit Klaudia enorm: Ich begegne dadurch ständig extrem starken Großmeistern bis hin zur absoluten Weltklasse. Das nimmt den Respekt vor den großen Namen und macht den Umgang im Turniersaal deutlich leichter. Ich habe absolut nichts zu verlieren, die Rolle des Underdogs liegt mir und ich freue mich einfach riesig auf die Herausforderung.
Der Sieg im Kandidatenturnier kam für dich selbst überraschend. Wenn du zurückblickst: Was hat im Nachhinein den Ausschlag gegeben, dass du das Turnier gewonnen hast?
Wenn ich das ganz genau wüsste, würde ich es versuchen, jedes Mal exakt so zu wiederholen (lacht). Ich vermute rückblickend, dass mir zu diesem Zeitpunkt einfach alles völlig egal war. Ich hatte damals – genau wie dieses Jahr im April – einen absoluten Horror-Monat hinter mir. Ich hatte keine großen Pläne, keine Erwartungen, ich wollte einfach nur mal wieder irgendein positives Resultat verbuchen.
Man hört das von Sportlern ja oft: Dass die Magie genau dann passiert und man Plateaus durchbricht, wenn man aufhört, sich verrückt zu machen und den Kopf zu zerbrechen. Es kam für mich auch deshalb so überraschend, weil ich in den letzten drei Jahren trotz täglichem Training und viel Spielpraxis von 2430 auf Stand jetzt 2360 Elo gefallen bin. Abgesehen vom Kandidatenturnier lief in den letzten Jahren gefühlt fast jedes Turnier schlecht oder maximal neutral.
Aber ich lasse mich von so einer Durststrecke nicht unterkriegen. Seit dem Start mit meinem Mental-Coach habe ich im Mai zwei kleinere Turniere gespielt und direkt wieder ein positives Ergebnis erzielt. Das ist zwar noch keine riesige Datenbasis, aber ich spüre, dass das genau der Hebel ist, um meine Leistung endlich konstant abzurufen. Ich bin gespannt, wie es jetzt läuft, mache mir aber keinen Druck. Egal wie das Ergebnis aussieht: Ich werde weiterspielen und weiter an mir arbeiten.
Was ist dein Eindruck vom Teilnehmerfeld?
Ich hatte natürlich insgeheim gehofft, gegen Vinnie K und Keinsehrstarkerspieler (Anm. d. Red.: Insider/Spitznamen aus der Schachszene) spielen zu dürfen. Aber ansonsten ist es natürlich ein extrem starkes, hochkarätiges Feld, gar keine Frage.
Auf welchen Gegner freust du dich am meisten?
Frag mich nicht warum, aber am meisten freue ich mich auf die Partien gegen Huschi und Rasmus. Aber auch auf das Duell gegen Georg freue ich mich sehr – wir haben uns schließlich letztes Jahr gemeinsam über das Kandidatenturnier qualifiziert, das verbindet einen irgendwie (lacht).
Du bist jetzt IM, ist der GM-Titel für dich weiterhin das große Ziel, auf das du hinarbeitest?
Ja, absolut. Ich bin jetzt 31 und habe biologisch natürlich nicht mehr ewig Zeit. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass ich es mit viel Fleiß und Engagement schaffen werde. Immerhin bin ich schon IM – auch wenn manche Großmeister scherzen, dass der Weg vom IM zum GM nochmal genauso lange dauert wie der vom blutigen Anfänger zum IM.
Aber mein Sieg im Kandidatenturnier letztes Jahr war mit einer Performance von über 2600 meine bisher absolut beste Leistung. Das war vom Niveau her reine GM-Norm-Stärke, nur rein formal zählte es leider nicht als offizielle Norm. Das Potenzial ist also da.
Wäre die Meisterklasse, mit einem so hochkarätigen Feld, grundsätzlich eine Gelegenheit für dich, dir eine GM-Norm zu sichern? Und falls ja: Denkst du in den Partien bewusst in diese Richtung, oder kannst du das ausblenden?
Mathematisch und vom Feld her ist das natürlich eine hervorragende Gelegenheit. Aber ich lege meinen Fokus überhaupt nicht darauf. Seit ich den IM-Titel habe, habe ich bestimmt an über zehn Turnieren teilgenommen, bei denen theoretisch eine GM-Norm möglich gewesen wäre. Und ich war kein einziges Mal auch nur ansatzweise dran – oft war die Chance schon nach wenigen Runden rechnerisch weg.
Das Kandidatenturnier hat mir dann gezeigt, was möglich ist, wenn man es am wenigsten erwartet. Früher habe ich oft zu viel darüber nachgedacht, aber mittlerweile habe ich verstanden, dass man im Schach absolut nichts erzwingen kann. Wenn ich natürlich in der letzten Runde einen Sieg für die Norm brauche, werde ich voll auf Gewinn spielen, oder bei einem benötigten Remis vielleicht etwas solider agieren. Aber zu Beginn des Turniers will ich einfach nur gutes Schach spielen.
Ich habe irgendwann folgende Lektion gelernt: Wenn du die nötige Spielstärke hast, kommen die Normen ganz automatisch. Das war bei meinem IM-Titel genauso: Ich habe ewig versucht, die Normen zu erzwingen, und es klappte nicht. Als ich dann spielerisch wirklich so weit war, habe ich die drei Normen in drei Turnieren direkt hintereinander weggeholt. Beim GM-Titel wird es ähnlich sein, hoffe ich zumindest. Ich verbessere mein Schach, und irgendwann passiert es einfach.
Was würde dein 8-jähriges Ich sagen, wenn man ihm erzählen würde, dass es eines Tages bei der Meisterklasse gegen die Elite des deutschen Schachs antreten wird?
Mein 8-jähriges Ich würde wahrscheinlich sagen, dass ich lieber beim Fußball bleiben soll – denn ich habe erst mit 9 Jahren angefangen, Schach zu spielen! (lacht) Aber im Ernst: Ich freue mich riesig darauf und hoffe gleichzeitig, dass es nicht mein letztes Mal in der Meisterklasse gewesen sein wird.
Gutes Gelingen! Bring das Ding nach Hause!
// Archiv: DSB-Nachrichten - DSB // ID 37084