Ausstellung "Schachwunderland" in Plauen eröffnet

9. November 2022

Surrealistisches Schachspiel

Am Sonnabend, dem 29. Oktober 2022 wurde die Ausstellung "Schachwunderland - Kunst und Humor im Schach" mit deutschen und ausländischen Gästen im Rahmen des Treffens der Chess Collectors International (CCI - internationale Vereinigung der Schachsammler) eröffnet. Darunter waren Professoren, ehemalige und aktive Museums- und Ausstellungsfachleute sowie Schachsammler und internationale Funktionäre sowie Gäste aus Plauen.

Die in der Ausstellung gezeigten Schachspiele werden das erste Mal einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. So schnell werden solch fabelhaften Schachspiele nicht mehr in dieser geballten Form zu sehen sein. Bis 24. November 2022 kann diese sehenswerte Schachausstellung besucht werden. Im Mittelpunkt stehen die karikaturhaften Schachspiele von Magda und Andrzej Nowakowski (Polen) und die liebevoll geschnitzten, lebensbejahenden Schachspiele der Schnitzerfamilie Pretzl aus Österreich.

Prof. Rainer Buland (Universität Salzburg), der neben Prof. Ulrich Schädler (Schweiz) der Spieleexperte im deutschsprachigen Raum und in Europa ist, beschreibt seine Eindrücke:

Wo Plauen genau liegt — das muss ich als Österreicher unumwunden zugeben — war mir nicht bekannt, bis zu dem Zeitpunkt, da die Vereinigung der Schachsammler eine Tagung und eine Ausstellung in dieser Stadt durchführten. Die vom Vorstand des „Vogtländischen Schach-Clubs Plauen 1952“, Herrn Frank Bicker, organisierte Tagung war inhaltlich wie auch gesellschaftlich ein Genuss. Mehr noch muss die Ausstellung erwähnt werden: Diese ist, was die zusammengetragenen Objekte betrifft, einfach wundervoll und vor allem: sie ist auch unterhaltsam. Der Titel der Ausstellung, „Schach und Humor“, ist tatsächlich so gemeint. Noch nie habe ich bei einer Schach-Ausstellung so viel Lächeln und Lachen erlebt. Es ist wirklich kaum zu glauben: Es gibt Schachsets, die witzig sind, mitunter sogar von schwarzem englischen Humor. Ein Schachsets zeigt auf der einen Seite Hitler und seine Eva Braun, während auf der anderen Seite die junge englische Königin Elisabeth steht. Das ist Sarkasmus in England nach dem 2. Weltkrieg! Wunderbar erfrischend! Die Ausstellung ist nicht nur humorvoll, sie ist auch sozusagen pädagogisch recht geschickt aufgebaut. Im unteren Teil des „Malzhauses“, in dem auch Veranstaltungen stattfinden, werden die Besucherinnen und Besucher mit lustigen Zeichnungen und mit Schachrätseln konfrontiert. Sozusagen der erste Schritt, bevor man die paar Stufen höher steigt zu den humorvollen und auch wertvollen Stücken, die — weil in Privatsammlungen — so noch nie zu sehen waren und wohl auch nie wieder in dieser Fülle zu sehen sein werden. Erfreulicherweise gibt es einen aufwändig gemachten Katalog, der noch lange im Lesen und Betrachten Freude bringen wird. Ich muss sagen: Plauen war eine Reise wert.

Presse

Frank Bicker

// Archiv: DSB-Nachrichten - DSB // ID 11070

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