25. März 2026
Am Dienstag, dem 24. März 2026, fand das Austauschforum Verbandsentwicklung des Deutschen Schachbundes statt. Die Veranstaltung bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich über aktuelle und geplante Projekte in den Bereichen Verbandsentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit, Inklusion, Ausbildung, Breitenschach und Onlineschach zu informieren und dazu in den Austausch zu gehen.
Im Bereich Verbandsentwicklung stellte Jannik Kiesel mehrere laufende Vorhaben vor. Dazu zählt unter anderem „WissenSchach Kompakt“, ein Gemeinschaftsprojekt aus Breitenschach, Öffentlichkeitsarbeit und Onlineschach. Im Zeitraum von Oktober 2025 bis März 2026 wurden monatliche Onlinevorträge zu praxisnahen Themen rund um die Verbandsentwicklung angeboten, darunter Schachpädagogik, Turnierorganisation, Onlineschach, Ausbildung, Mitgliedergewinnung und Frauenschachförderung. Eine Fortsetzung im Winter 2026/27 ist bereits geplant.
Ebenfalls vorgestellt wurde das gemeinsame DSB-DSJ-Projekt zur Mädchen- und Frauenschachförderung, das mit einem Budget von 10.000 Euro ausgestattet ist und von Februar 2025 bis Juli 2026 läuft. Bestandteile sind unter anderem Mitgliederzahlenanalysen, Umfragen, Regionalkonferenzen, qualitative Interviews, die Förderung von Projekten sowie eine Abschlusskonferenz im Juli 2026 in Dresden im Rahmen des Schachgipfels.
Weitere Themen im Bereich Verbandsentwicklung waren Schulungen im Themenfeld Safe Sport, die Einführung eines Safe Sport Code, der geplante Gleichstellungsbericht, ein Forschungsaufruf Schach zur Förderung wissenschaftlicher Arbeiten sowie eine mögliche internationale Zusammenarbeit mit der Fédération Française des Échecs im Rahmen eines Erasmus-Sport-Projekts. Ziel dieser internationalen Kooperation ist es unter anderem, Geschlechterunterschiede im Schachwettbewerb zu untersuchen und Maßnahmen zur Verringerung des Gender Gaps zu erproben.
Lea Brandl gab anschließend Einblicke in den Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Ein Schwerpunkt liegt auf der Bewerbung des Schachgipfels in Dresden, für den digitale und analoge Werbemaßnahmen entwickelt werden. Hinzu kommt die Planung eines Schachfests am 18. Juli 2026 im Foyer und Außenbereich des Schachgipfels, das mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit erzeugen soll.
Vorgestellt wurde außerdem ein Museumsprojekt in Berlin in Kooperation mit LAB.mint, dem Museum für Islamische Kunst, dem Pergamonmuseum und der Deutschen Schachjugend, das Schach und Mathematik für Schulklassen miteinander verbinden will.
Im Themenfeld Inklusion präsentierte Gert Schulz unter anderem die 3. Offene Deutsche Behinderten-Einzelmeisterschaft in Dresden, den im Aufbau befindlichen Förderverein Inklusion, die Inklusionskommission, die auch offiziell in die DSB-Satzung aufgenommen werden soll, sowie die Para-Olympiade in Usbekistan als aktuelle Arbeitsfelder.
Bernd Kelemen berichtete über Entwicklungen im Bereich Ausbildung. Im Fokus stehen die Sicherung und Weiterentwicklung bestehender Angebote, die Bündelung von Ressourcen etwa durch Verbundausbildungen, die Vorbereitung eines Qualitätsmanagements sowie die Anpassung der Richtlinien an aktuelle Bedarfe. Auch der begonnene Neubearbeitungsprozess der DOSB-Rahmenrichtlinien 2028 wurde thematisiert. In diesem Zusammenhang sollen Strukturen und Ausbildungswege im DSB überprüft und weiterentwickelt werden.
Jannik Liebelt gab einen Überblick über den Bereich Onlineschach. Hervorgehoben wurden die starke Entwicklung des DSB auf Lichess mit mehr als 4.300 Mitgliedern im Team, die Erfolge in der Lichess-Blitz-Bundesliga und der Lichess-Rapid-Liga im Jahr 2025 sowie die großen Teilnehmerfelder bei Online-Blitz- und Bulletmeisterschaften. Auch die Reichweite auf Twitch und Instagram unterstreicht die wachsende Bedeutung des digitalen Schachs im DSB. Jannik Liebelt sieht Onlineschach eng verbunden mit dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit und plant die Kooperation noch weiter zu verstärken.
Zum Abschluss stellte Dominik Wieber für den Bereich Breitenschach drei Projekte vor: die Familienmeisterschaft als Turnier für Familien-Zweierteams im November in Magdeburg, den Schachsommer zur Förderung schachbezogener Sommerevents zwischen Mai und September sowie die Bundesvereinskonferenz am 25. Juni 2026 im Rahmen des Schachgipfels in Dresden, die gemeinsam mit der Deutschen Schachjugend durchgeführt wird und sechs Workshops in drei Zeitslots vorsieht.
Das Austauschforum machte deutlich, wie vielfältig die Projekte im Bereich Verbandsentwicklung inzwischen aufgestellt sind. Von Ausbildung über Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu Inklusion und Onlineschach arbeitet der Deutsche Schachbund daran, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln, neue Zielgruppen zu erreichen und das Schach in Deutschland nachhaltig zu stärken. (jk)
// Archiv: DSB-Nachrichten - DSB // ID 11723