"Dem Hochschulschach geht es besser als je zuvor."

3. Juni 2026

Erster Uni-Titel des Jahres bei den NRW-Meisterschaften. Von links: Jannik Sundorf (d-fine), Sidney Panier, Andreas Walter, Julia Halas, Pascal Brunke und Jan Gallert (Organisator).

Startschuss im Revier - die Studierenden erwartet ein buntes Turnierprogramm: Von Bochum bis Liaocheng.

Während an vielen deutschen Hochschulen aufgrund angespannter Haushaltslagen Stellen und Budgets gekürzt werden, blickt das Hochschulschach optimistisch in die Zukunft. Trotz sinkender Studierendenzahlen und knapper finanzieller Ressourcen entwickelt sich die Szene dynamisch wie selten zuvor, betont Christoph Barth, Beauftragter für Hochschulschach beim DSB: „Trotz rückläufiger Studierendenzahlen und fehlendem Geld scheint es dem Hochschulschach besser denn je zu gehen.“ Das zeigt auch die gerade gestartete Saison – und der Ausblick auf die kommenden Monate.

NRW: Pascal Brunke holt sich den ersten Titel der Saison

Bereits im vergangenen Jahr setzte das Hochschulschach „wichtige Impulse“, wie Barth sagt:  Neue Turniere in Bochum, Mannheim, Augsburg und Koblenz feierten erfolgreiche Premieren und erweiterten das nationale Turnierangebot deutlich. „Wir versuchen, die neuen Turniere langfristig zu etablieren und gleichzeitig auch in weiteren Bundesländern regionale Hochschulmeisterschaften ins Leben zu rufen“, erklärt Barth.

Den Auftakt der diesjährigen Hochschulschachsaison machte jetzt am 30. Mai die NRW-Hochschulmeisterschaft in Bochum. Erneut fanden sich rund 90 Studierende zusammen, um den Titel auszuspielen. FM Pascal Brunke sicherte sich den Turniersieg dank der besseren Feinwertung punktgleich vor FM Sidney Panjer und dem Vorjahresvierten Andreas Walter.

Auch im weiteren Jahresverlauf stehen zahlreiche Veranstaltungen auf dem Programm. Mitte Juli richtet die Hessische Schachjugend erneut eine offene Hessische Hochschulmeisterschaft aus. Parallel wird in Leipzig intensiv an der Organisation einer Sächsischen Hochschulmeisterschaft im Schnell- und Blitzschach gearbeitet. Möglich werden diese Veranstaltungen unter anderem durch die Unterstützung verschiedener Partner und Förderer, darunter die Unternehmensberatung d-fine. Aus dem Haus des Unternehmens heißt es auf DSB-Anfrage, man schätze die Arbeit von Christoph Barth sehr: „Wir freuen uns weiterhin auf die anstehenden Turniere und die Zusammenarbeit in diesem Bereich.“

Größtes Uni-Turnier der Welt? Und ein Nationalteam, das nach China reist

Der nationale Höhepunkt der Saison findet erneut in Berlin statt. Die Humboldt-Universität zu Berlin lädt am 7. und 8. November zur 3. Deutschen Hochschulmeisterschaft im Schnell- und Blitzschach ein. Dort werden Studierende sowie Hochschulmitarbeitende aus dem gesamten Bundesgebiet um die Titel kämpfen. „Das Ziel ist klar: Wir wollen weiterwachsen und die Veranstaltung noch besser machen. Natürlich haben wir weiterhin den Anspruch, das größte Hochschulschachturnier der Welt auszurichten“, sagt Claire Henninger, Disziplinchefin Schach beim Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband (adh).

Um dieses Ziel zu erreichen, müssten in diesem Jahr knapp 400 Spielerinnen und Spieler an den Start gehen. Die Marke erscheint durchaus realistisch: Bereits 2025 nahmen 316 Schachbegeisterte aus ca. 80 Hochschulen an der Deutschen Hochschulmeisterschaft in Berlin teil.

Für einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer könnte die Deutsche Hochschulmeisterschaft sogar den Abschluss eines außergewöhnlichen Schachherbstes bilden. Denn bereits knapp zwei Monate zuvor findet im chinesischen Liaocheng die Studierenden-Weltmeisterschaft statt. Deutschland entsendet in diesem Jahr ein sechsköpfiges Team und hofft auf eine erfolgreiche Medaillenjagd.

Für die deutschen Farben, mit einem Großmeister als Trainer an ihrer Seite (Dmitrij Kollars) gehen Luis Engel, Tobias Koelle, Nikolas Wachinger, Lara Schulze, Jana Schneider und Swenja Butenandt an die Bretter. Sie werden alles daransetzen, mit Edelmetall im Gepäck aus China zurückzukehren – bevor sich die Hochschulschachwelt im November erneut in Berlin trifft. (mw/cb)

 

Das Video zur Deutschen Hochschul-Meisterschaft

// Archiv: DSB-Nachrichten - DSB // ID 37042

Zurück