15. Juli 2026
Zehn Tage, 13 Deutsche Meisterschaften, 27 zu vergebende Titel, über 1.000 Teilnehmende und mittendrin die halbe deutsche Schachszene. Ab morgen, dem 16. Juli, verwandelt sich das Internationale Congress Center Dresden bis zum 26. Juli in die Hauptstadt des deutschen Schachs. „Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, aber die Vorfreude auf morgen ist jetzt schon greifbar“, sagt Organisationschef Bernd Vökler. Wer sich bislang Zeitplan, Teilnehmerfelder und Rahmenprogramm zusammensuchen musste, findet hier alles auf einen Blick.
Nach vierjähriger Pause kehrt der Deutsche Schachgipfel zurück – mit über 1.000 erwarteten Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist das Großereignis auch für den Deutschen Schachbund (DSB) eine logistische und finanzielle Kraftanstrengung. Organisationschef Bernd Vökler beziffert den eingeplanten Etat auf rund 360.000 Euro, finanziert über Sponsoren, Startgelder, einen städtischen Zuschuss und Eigenmittel des Verbands. „Wir haben über ein Jahr auf diesen Moment hingearbeitet – jetzt freuen wir uns einfach, dass es losgeht“, sagt Vökler.
Der Schachgipfel bündelt die komplette Bandbreite des deutschen Schachsports – von der nationalen Elite bis zur Deutschen Amateurmeisterschaft. Damit wird Dresden für zehn Tage zum größten Schachzentrum Deutschlands. Auf dem Programm stehen unter anderem:
Im Zentrum des sportlichen Interesses stehen dabei die Meisterklassen der Männer und Frauen, die vom 17. bis 25. Juli in jeweils neun Runden über die Titel „Deutscher Meister“ und „Deutsche Meisterin 2026“ entscheiden.
„13 Meisterschaften an einem Ort zu bündeln, ist logistisch eine Mammutaufgabe – aber genau das macht den Schachgipfel so besonders“, sagt Organisationschef Bernd Vökler. „Über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einem Standort zu betreuen, das stemmt man nur mit einem eingespielten Team und starken Partnern vor Ort.“ Unterstützer sind die UKA-Gruppe, Krulich Immobilien Gruppe und die Stadt Dresden.
Wer die Partien nicht live vor Ort verfolgen kann, muss auf nichts verzichten: Ein hochkarätiges Kommentatorenteam begleitet das Geschehen an den Spitzenbrettern. Mit dabei sind GM Elisabeth Pähtz – Deutschlands einzige Großmeisterin der offenen Klasse –, GM Klaus Bischoff sowie WCM Katharina Reinecke: live auf SchachdeutschlandTV. Zu dritt sorgen sie dafür, dass jeder Zug nachvollziehbar wird, egal ob am Brett oder im Stream.
Wer wann kommentiert, zeigt der Plan für die Tage der Meisterklassen:
| Datum | Senioren (10:00) | Deutsche Meisterschaft |
|---|---|---|
| 17.07. | Katharina | 14:00 – Klaus und Elisabeth |
| 18.07. | Klaus | 14:00 – Elisabeth und Katharina |
| 19.07. | Elisabeth | 14:00 – Klaus und Katharina |
| 20.07. | Elisabeth | 16:00 – Klaus und Katharina |
| 21.07. | Klaus | 14:00 – Elisabeth und Katharina |
| 22.07. | Elisabeth | 16:00 – Klaus und Katharina |
| 23.07. | Elisabeth | 14:00 – Klaus und Katharina |
| 24.07. | Klaus | 14:00 – Elisabeth und Katharina |
| 25.07. | Elisabeth | 11:00 – Klaus und Katharina |
Wer in diesem Jahr auf die üblichen Verdächtigen an der Spitze hofft, wird überrascht: Der amtierende Deutsche Meister Vincent Keymer fehlt erstmals seit Langem – er wurde zur renommierten Grand Chess Tour eingeladen und kann wegen der Terminüberschneidung nicht antreten. Auch Matthias Blübaum, zweifacher Deutscher Meister, ist zeitgleich beim traditionsreichen Schachfestival in Biel gefordert, wo er unter anderem auf Levon Aronian, Liem Le Quang und Yağız Kaan Erdoğmuş trifft. Auch Frederik Svane sagte ab.
Bundestrainer Jan Gustafsson sieht das gelassen: „Natürlich ist es schade für das Turnier, dass Keymer, Blübaum und Frederik Svane nicht dabei sind. Ich denke aber, dass wir trotzdem ein sehr spannendes Feld haben.“ Bei der Nominierung orientierte er sich vor allem an der Elozahl, verbunden mit einem Aktivitätskriterium von mindestens 20 gespielten Partien im Vorjahr. Weil mehrere qualifizierte Spieler absagten, rückten Nachrücker nach – darunter Leonardo Costa, der dadurch den letzten Elo-Platz bekam, wodurch wiederum Bennet Hagner der Jugendplatz zufiel.
Besonders gespannt ist Gustafsson auf den Nachwuchs: „Ich bin natürlich gespannt, wie sich Luis Engel, Leonardo Costa und Bennet Hagner gegen die etablierten Spieler schlagen.“ Einer, der zeigen will, dass Rechnen und Schach zusammenpassen, ist Georg Braun: Der promovierte Mathematiker qualifizierte sich als Außenseiter mit einer Performance weit über seiner eigenen Elozahl fürs Kandidatenturnier-Finale und schaffte damit sensationell den Sprung in die Meisterklasse. Auch Tobias Kügel reist mit besonderer Geschichte an: Der Coach der polnischen Frauen-Europameisterinnen tritt nach seiner überraschenden Qualifikation im Vorjahr erneut gegen Nationalspieler wie Alexander Donchenko, Dmitrij Kollars und Rasmus Svane an.
| Titel | Name |
|---|---|
| GM | Alexander Donchenko |
| GM | Dmitrij Kollars |
| GM | Rasmus Svane |
| GM | Dennis Wagner |
| GM | Luis Engel |
| GM | Niclas Huschenbeth |
| GM | Leonardo Costa |
| IM | Bennet Hagner |
| IM | Tobias Kügel |
| FM | Georg Braun |
Ganz anders sieht es im Feld der Frauen aus – hier ist die deutsche Spitze nahezu vollständig vertreten. Mit Dinara Wagner, Kateryna Dolzhykova, Lara Schulze, Jana Schneider, Sarah Papp und Josefine Safarli treten zahlreiche aktuelle und ehemalige Nationalspielerinnen an. Titelverteidigerin Dinara Wagner reist mit klarem Ziel an: Sie will ihre Titel in Dresden verteidigen. Komplettiert wird das hochkarätige Feld durch Charis Peglau, Lisa Sickmann, Dora Peglau und Olga Babiy – Letztere ist als Nachrückerin für Elisabeth Pähtz nominiert.
| Titel | Name |
|---|---|
| IM | Dinara Wagner |
| FM | Lara Schulze |
| WGM | Jana Schneider |
| IM | Sarah Papp |
| WGM | Kateryna Dolzhykova |
| WGM | Josefine Safarli |
| WFM | Charis Peglau |
| WFM | Lisa Sickmann |
| WFM | Dora Peglau |
| WGM | Olga Babiy |
Wer selbst keine Meisterschaftsambitionen hat, muss trotzdem nicht zu Hause bleiben: Am Samstag, den 18. Juli, von 10 bis 18 Uhr, verwandelt sich der Vorplatz des ICC Dresden in ein großes Schachfest – bei freiem Eintritt und offen für alle. Organisationschef Bernd Vökler nennt die Kombination aus Spitzenschach und Familienfest „einzigartig“ – schließlich laufen parallel die Deutschen Meisterschaften in Schach960, bei den Senioren sowie in der Meister- und Kandidatenklasse. Wer möchte, kann also zwischendurch echtes Spitzenschach live erleben. „Uns war wichtig, dass am Ende nicht nur die Meisterklasse im Fokus steht. Deshalb gibt es das Schachfest, die Fördervereine, die Konferenzen – der Gipfel soll für die ganze Schachfamilie etwas bieten“, erklärt Vökler.
Ein Überblick über das Programm:
Zusätzlich sind weitere Stände vor Ort, darunter der Verein Kinderschach in Deutschland, der Schachbücherstand von Monika und Manfred Mädler sowie der Sponsorenstand von UKA.
Der Schachgipfel ist auch abseits des Bretts prall gefüllt:
Auch ohne Vincent Keymer und Matthias Blübaum verspricht die Deutsche Meisterschaft 2026 packende Partien – mit einem hochkarätigen Frauenfeld und einer Männerkonkurrenz, in der junge Talente wie Luis Engel, Leonardo Costa und Bennet Hagner zeigen können, was in ihnen steckt. Fachkundig eingeordnet wird das Geschehen von einem Kommentatorenteam rund um Elisabeth Pähtz. Und mit dem Schachfest am 18. Juli, zwei neuen Fördervereinen und einem dichten Rahmenprogramm bietet der Schachgipfel weit mehr als reinen Turnierbetrieb – von Schachboxen bis Blindschach am Laskertisch ist für jeden etwas dabei.
„Wer noch nie live dabei war, sollte sich das nicht entgehen lassen. Zehn Tage lang trifft sich hier das ganze deutsche Schach an einem Ort“, sagt Bernd Vökler – und lädt damit alle ein, die ihn beim Wort nehmen wollen.
Alle Termine, Ergebnisse und Paarungen gibt es tagesaktuell im offiziellen Zeitplan. Wir sehen uns in Dresden!
// Archiv: DSB-Nachrichten - DSB // ID 37086