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Bernd Löw am :

Hallo,

Das Problem liegt ja m.E. zu mindestens 90% nicht an irgendeinem Modus, sondern hat ganz andere Ursachen, das scheint nur niemand zu begreifen(begreifen zu wollen).
Noch zu meiner aktiven Zeit, also vor etwa 40 Jahren, da gab es noch Idealismus, da war es etwas Besonderes in irgendeiner Sportart Landesmeister zu werden und etwas Unglaubliches Deutscher Meister…..
Das hat sich, wie übrigens in jedem Lebensbereich, heute leider grundlegend geändert.
Von wenigen Ausnahmen abgesehen, ist Idealismus passe, es geht insbesondere bei den starken Spielern nur noch um eine reine Kosten – Nutzen Rechnung,
Und genau deshalb kann man am Spielmodus drehen wie man will, es wird sich nichts ändern.
Also muss man sich fragen, was kann ich ändern, damit diese Kosten-Nutzen Rechnung der stärksten Spieler eines Bundeslandes positiv ausfällt….
Leider geht das nur über die Finanzierung, wenn z.B. bei einer DEM die Preisgelder entsprechend dotiert wären, dann gäbe es sicher ein ganz anderes Teilnehmerniveau , dann würde eine Kosten-Nutzen Rechnung, sicher positiv ausfallen……
Man kann jetzt sagen, das machen wir nicht mit, dann ändert sich aber nichts, diejenigen starken Spieler, die gerne Schach spielen, gehen lieber zu einem gut dotierten Open, da können sie wenigstens etwas für ihre Wertung tun, anstatt bei der DEM Wertung einzubüßen…
Also geht es nicht um irgendeinen Spielmodus, sondern um Finanzierung und damit um Sponsoring.
Man denkt also nicht über Spielmodi nach, sondern muss darüber nachdenken, wie man eine Veranstaltung wie schon Landesmeisterschaft und dann DEM für Sponsoren schmackhaft machen kann und damit eine attraktive Finanzierung gewährleistet wird.
Mir gefällt das auch nicht, aber das ewige Jammern nützt ja nichts, entweder passt man sich dem Zeitgeist an oder man findet sich mit den Gegebenheiten ab, wie sie sind und die werden sich ohne Geldmittel nicht ändern, da mag man am Spielmodus drehen, wie man will.

Bernd

Schachchef am :

Hallo zusammen. Ich würde es auch schön finden, wenn es auch eine offene deutsche Meisterschaft geben würde wie bei der Jugend

Benny am :

Servus,

ich kann meinem Vorredner Bernd Löw in vielen Punkten zustimmen. Vor etlichen Jahren war der Titel "Deutscher Meister" wesentlich anerkannter, als heute. Ursächlich dafür ist zum größten Teil die nicht vorhandene Spitze an Teilnehmern in den letzten Jahren. Klar ist auch, dass es gerade heutzutage für fast alle Berufsschachspieler schwer ist und natürlich darauf geachtet wird, was am Ende in der Tasche bleibt. Aber genau in diesem Punkt denken sehr viele Spitzenspieler zu kurzsichtig. Anstatt mit dem Titel "Deutscher Meister" langfristig zu Kapital zu machen, richten sich die Augen nur auf das Preisgeld. Der Titel ist praktisch nur ein Anhängsel. Dabei bietet der Titel gute Möglichkeiten, sich selbst in Szene zu setzen. Zum Beispiel Simultanveranstaltungen, Buch- und DVD-Produktionen usw. - Auch gibt es genügend Hersteller im Bereich Schach, welchen man anbieten könnte, deren Produkte mit "Empfohlen vom Deutschen Meister 2017 XYZ" zu bewerben. Zuletzt wurde dies tatsächlich vom Weltmeister Karpov gemacht und heute steht selbst auf neuen Schachcomputern der Firma Millennium ganz groß "Empfohlen vom Weltmeister A. Karpov" auf den Verpackungen. Eigentlich witzig, aber es zeigt auch, dass es vielen Berufsspielern praktisch nur noch darum geht, von Turnier zu Turnier zu tingeln und Preisgelder einzuheimsen, ohne den Blick nach rechts oder links zu wagen. Oftmals hört man auch das Gejammer, dass man mit Schach kein Geld verdienen könne. ich selbst kann aber aus eigener Erfahrung sagen, dass es nie an der Sache liegt, mit der man Geld verdienen möchte, sondern an dem eigenen Engagement. Man kann mit allem Geld verdienen! Man muss es nur richtig machen und vor allen Dingen muss man aufhören zu jammern.

Verständlich ist aber trotzdem, dass der erste Anreiz die Meisterschaft zu spielen die Preisgelder sind. Man muss sich hier schon fragen, warum es der DSB nicht schafft, eine handvoll Sponsoren zu finden. Die Antwort darauf können aber alle potenziellen Sponsoren geben, welche einmal in Kontakt mit dem DSB bezüglich Sponsoring aufgenommen haben. Es ist nämlich nicht so, dass es keine Firmen gibt, die den DSB unterstützen würden. Es ist allein die Pflege und der Umgang mit potenziellen Sponsoren. Hier besteht beim DSB etwas Bedarf an Verbesserung. Sponsoren sind eben keine Mäzene und erwarten Gegenleistungen. Und genau für diese Gegenleistungen fühlt sich beim DSB niemand so richtig verantwortlich. Zumindest ist mir beim DSB niemand bekannt, dessen einzige Aufgabe darin besteht, Sponsoren zu begeistern, zu gewinnen und zu pflegen.

Als leidenschaftlicher Schachspieler bin ich natürlich gespannt, wie sich die ganze Sache um die Deutsche Meisterschaft weiterentwickelt. Sollte diese langfristig nicht mehr stattfinden, könnte man das Format ja einfach verkaufen. Dann stellt halt nicht mehr der DSB den Titel Deutscher Meister, sondern Firma XY. :-)

Gruß

Benny

GeorgMeier am :

Spricht etwas dagegen die DEM nur unter den Landesmeistern im vorgeschlagenen Rahmen auszutragen? Der Sieger könnte sich jedes Jahr für das nächste German Masters qualifizieren.

Benny am :

@GeorgMeier

Deine Idee finde ich gut und gerecht. Damit würden dann auch die einzelnen Landesmeister etwas bekannter werden und wir hätten als Zuschauer gutes und spannendes Schach. Die Organisation eines solchen Events sollte zu guter Letzt auch mit geringeren Mitteln möglich sein.

HorstBrack am :

Ein Nachteil bei dem genanntem Model ist auch,dass dann keinerlei
Normen mehr möglich sind.

Shir Khan am :

Wie wäre es, wenn man paralell zum "Meisterturnier ein offenes Turnier veranstaltet, ähnlich wie es bei der U-25 Meisterschaft der Fall ist (oder war)?
Dabei sollte das Startgeld nicht zu hoch gewählt werden und das ganze möglichst entweder um Feiertage herum oder eventuell während Schulferien sind stattfinden.

Des weiteren könnte die Qualifikation (welche momentan ein wenig ungerecht erscheint) über die Landesverbände abhängig von der Qualität und Quantität des Teilnehmerfeldes berücksichtigt werden (wenn z. B. in Thürigen nur ein Spieler über 2000 DWZ hat und der nächste gut 300 weniger als dieser, diese dennoch genausoviele Qualifikationplätze erhalten wie Sachsen, wo die ersten 10 über 2000 haben und auch dreimal soviele Teilnehmer sich beteiligen, man könnte auch Saarland mit Rheinland-Pfalz zusammenlegen, Bremen mit Niedersachsen, Hamburg mit Schleswig-Holstein und Brandenburg mit Berlin).

Shir Khan am :

Außerdem könnte man das mit einer Vor- und Finalrunde austragen, wo eventuell der Titelverteidiger jeweils für das Finale gesetzt ist (ähnlich wie es mal bei den Kandidatenturnieren der Fall war; da ist es der Verlierer des WM-Finales). Ersteres möglicherweise im K.o.-Modus.

Johannes Felder am :

Hallo,

drei Problembereiche möchte ich ansprechen:

1. Wer darf oder soll an den Deutschen Schachmeisterschaften teilnehmen?

2. Wann soll die Meisterschaft stattfinden und wie lange soll sie dauern (also wie viele Runden?)

3. Höhe des Preisgeldes

zu 1) die bisherige Regelung der Teilnahmeberechtigung finde ich gut (also Titelverteidiger, Sieger + ev. 2. der Meister der Landesverbände usw. Das sind 25 Berechtigte plus die „ von der Kommission Lesitungssport zu nominierenden Spieler“.
Wie wäre es, wenn zusätzlich alle für Deutschland startberechtigten Großmeister (ca. 90-95 Spieler) teilnahmeberechtigt wären?
Es würde somit vermutlich zu einer Meisterschaft mit ca. 50-60 Spieler kommen. Das wäre zu meistern.

Zu 2. : Bisher wurden 9 Runden gespielt, mit An- und Abreise dauerte das Turnier somit 11 Tage.
Das ist wohl zu lange. Da gehen eine Menge Urlaubstage drauf.

Vorschläge:
a) Es werden nur sieben Runden gespielt.
b) das Turnier findet in eine Woche statt, wo es einen Feiertag gibt. Also z.B. in der Woche des 3. Oktobers, oder in der Woche des Reformationstages/Allerheiligen. Ein Spieler verliert durch die Teilnahme somit nur 4 Urlaubstage.

3. Um das Turnier attraktiv zu machen, ist wohl ein hohes Preisgeld notwendig. Vielleicht 10.000 Euro für den ersten, 6000 Euro für den zweiten… usw.
Insgesamt ein Preisfonds von rund 20.000 Euro.
Ist der Deutsche Schachbund in der Lage einen Sponsor zu finden, der das bereitstellt?
Startgeld für die Teilnehmer finde ich nicht so gut; sie opfern ja schon ein Woche Zeit.

(Zusätzlich könnte man eine „Prämie“ bezahlen, wenn es einem Spieler gelingt, dreimal hintereinander die Meisterschaft zu gewinnen. Beabsichtigt ist damit, dass jedes Jahr die Besten an der Meisterschaft teilnehmen).

Schön wäre es auch, wenn die Meisterschaft auch immer am gleichen Ort stattfindet, so dass eine „Tradition“entstehen kann.

Johannes Felder

Unsere Partner