Bei der 49. Schach-Löse-Weltmeisterschaft (WCSC) in Magdeburg gewinnt das deutsche Team die Goldmedaille – nach einem packenden Gleichstand mit Polen, entschieden durch die schnellere Lösungszeit. Arno Zude sichert zusätzlich Einzel-Bronze.
Gold nach Gleichstand: Deutschland gewinnt durch die schnellere Zeit
Credits: Günter Büsing
Der Deutsche Schachbund hat allen Grund zur Freude: Bei der 49. Weltmeisterschaft im Lösen von Schachproblemen (WCSC), ausgetragen am 11. und 12. August 2026 in Magdeburg, hat das deutsche Team die Weltmeisterschaft gewonnen. Arno Zude, Ulrich Voigt und Boris Tummes setzten sich in der Teamwertung gegen 19 weitere Nationen durch. Die WCSC fand im Rahmen des 68. Weltkongresses für Schachkomposition (WCCC) statt, ausgerichtet von der Schwalbe, der Deutschen Vereinigung für Problemschach, die seit 1972 dem DSB angehört.
Über sechs Runden mit insgesamt 18 Aufgaben unterschiedlicher Kategorien – von direkten Mattaufgaben über Hilfsmatts bis zu Selbstmatts – setzte sich das deutsche Team mit 169 von 180 möglichen Punkten an die Spitze. Polen erreichte in der Endabrechnung ebenfalls 169 Punkte. Die Entscheidung fiel über die gemeldete Gesamtzeit: Das deutsche Team benötigte für seine Lösungen 565 Minuten, das polnische Team 621 Minuten. Damit ging Gold denkbar knapp, aber verdient nach Deutschland. Litauen komplettierte mit 162,25 Punkten das Podium auf Rang drei.
Der DSB war mit drei Mannschaften vertreten: Neben dem Siegerteam traten „Germany 2" (Michael Pfannkuche, Claus Czeremin, Andreas Rein, Platz 15) und „Germany 3" (Christian Glöckler, Britta Leib, Platz 18) an.
Auch einzeln stark: Bronze für Arno Zude
Credits: Günter Büsing
Auch in der Einzelwertung überzeugte das deutsche Team. Arno Zude sicherte sich mit 84 von 90 möglichen Punkten die Bronzemedaille – hinter dem russischen Solver Danila Pavlov, der unter neutraler FIDE-Flagge antrat und mit 90 Punkten Einzelweltmeister wurde, sowie dem Polen Piotr Murdzia (86 Punkte). Ulrich Voigt belegte mit 81,5 Punkten Rang sechs, Boris Tummes erreichte mit 80 Punkten Rang 13.
„Drei unserer Löser haben in Magdeburg eine großartige Leistung gezeigt. Wir sind stolz darauf, dass wir auch in diesem Bereich Weltmeister stellen – das zeigt erneut, wie breit der deutsche Schachsport aufgestellt ist". (Paul Meyer-Dunker, Präsident des Deutschen Schachbundes)
Magdeburg als wichtiger Standort für den DSB
Der Erfolg fällt in eine Zeit, in der Magdeburg für den deutschen Schachsport ohnehin eine besondere Rolle spielt: Die Stadt ist auch Austragungsort der Senioren-Team-Weltmeisterschaft im Frühjahr 2027. Das Lösen von Schachproblemen ist eine eigene Wettkampfdisziplin, bei der es nicht um das Spielen von Partien, sondern um das schnelle und präzise Erkennen von Lösungswegen in vorgegebenen Stellungen geht – eine Disziplin mit langer Tradition, die in Deutschland durch Die Schwalbe seit über hundert Jahren gepflegt wird.
Auch DSB-Geschäftsführer Carsten Schmidt zeigt sich zufrieden nach dem Turnier:
"Ein tolles, herausragendes Ergebnis der deutschen Problemlöser bei der Weltmeisterschaft. Herzlichen Glückwunsch. Ich finde es toll, dass der Schachsport so viele spannende Disziplinen vereint. Und ein besonderer Dank der Schwalbe und ihrem Vorsitzenden Thomas Brand. Einmal mehr ein unvergessliches Schach-Event, das in Magdeburg im wunderbaren Rahmen organisiert wurde."