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Foto: Stev Bonhage / Deutscher Schachbund

DSB-Kritiker und Brückenbauer: Michael S. Langer wird 60

23. September 2026

Der Jubilar und zwei, die ihn mögen: Michael S. Langer, Harald-Schneider-Zinner und Sandra Schmidt

In der deutschen Schachszene kennt jeder den Präsidenten des Niedersächsischen Verbandes - aber ein Österreicher verrät auch ein paar unbekannte Seiten.

Er wurde schon häufiger als neuer Präsident des Deutschen Schachbundes gehandelt. Das ist im Grunde kein Wunder. Gehört er doch, wie Conrad Schormann bei Perlen vom Bodensee treffend schreibt, zu den „beharrlichsten Kritikern“ des DSB, bei dem er auch mal Vizepräsident Finanzen war. Doch Michael S. Langer wurde nie Präsident, pflegte auf solche Gerüchte um Schatten-Präsidien meist mit Sätzen wie diesen zu antworten: „Wann soll ich denn das auch noch machen?“ Wohl wahr, der Multi-Funktionär, Präsident des Niedersächsischen Schachverbandes und Präsidiumsmitglied des Landessportbundes Niedersachsen, und nach eigener Bezeichnung – auch hier bedienen wir uns bei den Perlen – „Marketing-Berater der Schach-Bundesliga“ hat ja auch nur 24 Stunden täglich zur Verfügung. Wobei manche behaupten: Der Mann schläft nie. Das gilt vermutlich erst recht am heutigen Ehrentag. Michael S. Langer (das S steht übrigens entgegen aller Gerüchte nicht für "Schach", sondern für Sebastian) feiert seinen 60. Geburtstag. Interviews musste er selbst schon viele geben, meist zur Lage der Schach-Nation. Deshalb hat die DSB-Öffentlichkeitsarbeit nach einem Laudator gesucht, der mehr über den Menschen Michael S. Langer sagen kann. Gefunden haben wir ihn im Land der Berge.

Der neugierige Kommissar Langer: Vorliebe für Burgenland-Krimis

Der Schachtrainer, Pädagoge, Autor und Schachveranstalter Harald Schneider-Zinner ist eng mit Michael S. Langer befreundet. Die beiden arbeiten in der ChessSports Association miteinander - eine Organisation und ein Netzwerk zur Förderung des Schachsports, bei dem Schneider-Zinner Präsident ist und Langer Vizepräsident, ebenso wie Sandra Schmidt vom DSB. Am Telefon sagt er, der bekennende Florida- und Mallorca-Fan aus Niedersachsen habe sogar mit Blick auf die Freundschaft seine Reisepläne geändert. Aber lest selbst:

„2021 nahm ich an einer Onlinefortbildung für Vereinsentwicklung des Niedersächsischen Schachverbandes teil. Als Exot aus Österreich wurde ich liebevoll willkommen geheißen. Wir kamen ins Gespräch, und am nächsten Tag rief mich Michael an. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Wir hatten beide viele Pläne, um den Schachsport voranzubringen. Das gipfelte in der Gründung der ChessSports Association. Wir verknüpften unsere Netzwerke und schufen eine internationale Organisation, die mittlerweile Mitglieder aus sieben Ländern und zahlreiche tolle Persönlichkeiten verknüpft. Doch unsere Verbindung blieb nicht auf den Schachsport oder gemeinsame Projekte beschränkt. Sie hatte auch privat durchaus Folgen. Eveline und ich lernten Niedersachsen kennen, und unsere Reisen führen uns inzwischen weniger nach Spanien als vielmehr nach Deutschland. Ein wenig fühle ich mich mittlerweile sogar dem Schachverband Niedersachsen zugehörig und tausche mich gerne mit seinen aktiven Mitgliedern aus. Simone und Michael wiederum ersetzten Reisen nach Florida durch Urlaube in Wien und im Burgenland. Besonders die Martinstherme ist für Familie Langer zu einem Hort der Erholung geworden.

Michael entspannt sich dabei mit einigen Burgenlandkrimis und fühlt sich, durchaus Genussmensch wie ich, zu unseren regionalen Speisen und Getränken hingezogen. Besonders erstaunt er mich immer wieder mit Detailwissen über österreichische Musikgruppen. Darüber hinaus verbindet uns die Liebe zu den Songs von Bruce Springsteen, Falco und anderen Altrockern. Regelmäßige Konzertbesuche prägen so den Alltag von Simone und Michael.

Zu den wichtigen Veranstaltungen der ChessSports Association nach Österreich zu kommen, ist für Michael eine Selbstverständlichkeit. 700 Kilometer spielen dabei keine große Rolle. Er weiß, wie wichtig der persönliche Austausch ist. Gerade diese menschliche Seite ist eine seiner großen Stärken. Michael kann auf Menschen zugehen, zuhören, begeistern und sie für sich und für gemeinsame Ideen und Projekte gewinnen.

Bewundernswert finde ich die Energie und den enormen Zeitaufwand, den Michael für den Schachsport aufbringt – und den er gleichzeitig mit seinem Engagement im Rundfunk und im Landessportbund Niedersachsen verbindet. Dabei baut er Brücken zwischen Sport, Gesellschaft, Medien und Menschen.

Michael ist neugierig auf Menschen, Ideen und Entwicklungen – und das hält ihn wohl auch jung. In diesem Sinne freue ich mich auf viele weitere gemeinsame Projekte und Erlebnisse und wünsche ihm noch viel Kraft, um sein großes Engagement für die Gesellschaft noch lange mit diesem Elan ausüben zu können.“

Über Michael S. Langer

Michael S. Langer

Michael Sebastian Langer, geboren am 23. September 1966, ist Betriebswirt und lebt in Wolfenbüttel. Von 1995 bis 2020 war er in leitender Funktion in der beruflichen Bildung tätig, anschließend zwei Jahre lang als Verwaltungsleiter einer Einrichtung der Wohnungslosenhilfe in Hannover. Seit 2023 arbeitet er wieder als Berater und Referent im Bildungsbereich. Dem Schach gehört er seit seiner Jugend an: Von 1981 bis 1997 spielte er für die Schachvereinigung Schöppenstedt, seit 1997 ist er Mitglied im SC Braunschweig Gliesmarode von 1869, dessen 1. Vorsitzender er seit 2004 ist. Seine ehrenamtliche Laufbahn führte ihn über alle Ebenen des organisierten Schachs. In Schöppenstedt war er ab 1985 Jugendwart und Spielleiter, im Bezirk Braunschweig zunächst Jugendvorsitzender, dann 2. Vorsitzender und seit 2003 1. Vorsitzender.

Auf Landesebene stand er von 1998 bis 2003 der Niedersächsischen Schachjugend vor, war anschließend Vizepräsident des Niedersächsischen Schachverbandes und ist seit 2007 dessen Präsident – 2024 feierte der Verband unter seiner Führung sein 100-jähriges Bestehen mit einem Einladungsturnier in Wolfsburg. Im Deutschen Schachbund wirkte er von 2003 bis 2009 als Schatzmeister, von 2009 bis 2015 als Vizepräsident Finanzen und von 2011 bis 2015 zugleich als stellvertretender Präsident. 2021 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der ChessSports Association, deren Vizepräsident er ist.

Sein Engagement reicht weit über das Schachbrett hinaus. Im Landessportbund Niedersachsen war er ab 2017 stellvertretender Sprecher und ist seit 2018 Sprecher der Konferenz der Fachverbände sowie Mitglied des Präsidiums; 2022 wurde er als Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Landesfachverbände bestätigt. Hinzu kommen das Amt des Vizepräsidenten im Stadtsportbund Braunschweig (seit 2020) und die Mitgliedschaft im Kuratorium der Braunschweigischen Stiftung (seit 2024). Seit dem 1. Juni 2022 gehört Langer dem Landesrundfunkrat Niedersachsen und damit dem Rundfunkrat des Norddeutschen Rundfunks an; am 11. September 2025 wurde er zum Vorsitzenden des Rechts- und Eingabenausschusses des NDR gewählt, eines 14-köpfigen beratenden Gremiums, das Entscheidungen über Bürgereingaben vorbereitet und medienrechtliche Entwicklungen begleitet. Heute berät er zudem Organisationen aus Sport, Medien und Politik zu Strategie und Vernetzung.

Aufrecht und konsequent: "Er will nicht nur diskutieren, sondern auch was bewegen."

Ein Elan übrigens, der auch Konflikte mit sich brachte – die aber suchte Michael S. Langer auch stets zum Wohle des Schachsports, wie er häufig beteuerte. In kritischen Interviews zum DSB blieb er dabei meist hart in der Sache - aber auch stets sachlich. So forderte er 2023 die schonungslose Aufarbeitung der DSB-Finanzkrise und gehörte im vergangenen Jahr zu denjenigen, die eine Erneuerung im Präsidium betrieben. Er war einer von neun Landesverbandsvertretern, die im März 2026 vor dem DSB-Schiedsgericht einen außerordentlichen Kongress erstritten. Mit dem neuen Präsidenten Paul Meyer-Dunker ("Ich habe großen Respekt vor Michael Langers Arbeit auf so vielen Ebenen") liegt er inhaltlich auf einer Wellenlänge, die da heißt: Der Schachsport muss in weiten Teilen offener und moderner werden. Die beiden stehen auch für eine klare Haltung in der Russland-Frage. 2024 sagte er seine Teilnahme an der Rapid- und Blitz-Team-WM in Düsseldorf ab, als sich Arkady Dvorkovichs Antreten abzeichnete. Michael S. Langer hat in der Schachszene nicht nur Fans - aber er gilt als aufrecht und konsequent. Ein Mann mit Prinzipien. Der DSB, der ihm dereinst auch schon die silberne und goldene Ehrennadel verliehen hat, gratuliert deshalb einem seiner größten Kritiker voller Freude und Respekt zu seinem 60. Geburtstag.

Natürlich wollen wir zu diesem Anlass auch aus den eigenen Reihen jemanden zu Wort kommen lassen, der Michael S. Langer sehr gut kennt: DSAM-Chefin Sandra Schmidt:

"Michael habe ich 2021 zum ersten Mal persönlich in Magdeburg getroffen. Zu diesem Zeitpunkt war ich frisch gewählte Breiten- und Freizeitsportreferentin im DSB und brachte die Idee der DSSAM in den Kongress ein. Michael war mutig genug, dem Konzept im NSV eine Chance zu geben, sodass wir bereits im darauffolgenden Jahr die 1. DSSAM in Göttingen austrugen. Dabei mussten wir aufgrund eines Bombenfunds kurzfristig den kompletten Spielort wechseln und standen gleich bei der Premiere vor einer größeren Herausforderung. Seitdem habe ich Michael als sehr offenen, kommunikativen und vor allem proaktiven Menschen kennengelernt, der den Anspruch hat, Dinge nicht nur zu diskutieren, sondern auch wirklich zu bewegen. Er versteht es, Menschen zusammenzubringen, Ideen voranzutreiben und die richtigen Kontakte miteinander zu verknüpfen.

Ich hoffe jedenfalls auf viele weitere gemeinsame Projekte, sei es beim DSB, bei der CSA oder bei einem Stück Kuchen. Die Zusammenarbeit mit Dir macht einfach Spaß. Also: Bleib so wie Du bist - und weiter so!"

(mw)

// Archiv: DSB-Nachrichten - DSB // ID 11792

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