18. März 2026
Ein bisschen enttäuscht ist er schon. „So ein Mannschaftswettbewerb hätte natürlich viel mehr Identifikation ausgelöst“, sagt Paul Meyer-Dunker, „wenn es um Teamplay geht, hat das die Schach-Fans schon immer fasziniert.“ Nun also kein Team-Wettbewerb, wie ursprünglich vermutet – und der Name des Turniers suggeriert - sondern wieder nur einzelne Spieler, die sich für den E-Sports Nations Cup (ENC) im Schach vom 2. bis 8. November 2026 in Riad, Saudi-Arabien, qualifizieren können. Der Veranstalter ist der gleiche wie der des E-Sports World Cup. „Was will man machen? Es ist das Privileg der Organisatoren, den Modus festzulegen“, sagt Meyer-Dunker, der beruflich auch mit dem E-Sport verbunden ist. Ihm jedenfalls fällt damit der Abschied aus dem Amt des E-Sport-Beauftragten beim Schachbund noch ein Stück weit leichter. „Wir müssen kein Team zusammenstellen, der DSB ist damit quasi in weiten Teilen organisatorisch, und was den Vorbereitungsaufwand betrifft, raus.“ Was den E-Sports Nations Cup angeht, sind die Spieler individuell für die Qualifikation über die Champions Chess Tour und die Teilnahme an einem regionalen Qualifikationsturnier selbst verantwortlich. Dass die Spieler zahlreich teilnehmen werden, davon geht er aus. „Es wird sicherlich eine Menge Geld im Spiel sein.“
Meyer-Dunker hat dem DSB-Präsidium mitgeteilt, das er mit Wirkung zum 27. April sein Amt als E-Sport-Beauftragter abgeben wird. Zeitgleich mit seinem Abschied als Präsident des Berliner Schachverbandes, auf dem BSV-Verbandstag. Am Wochenende zuvor wird Meyer-Dunker mit seinem Verband noch in Berlin die Endrunde der Bundesliga austragen – im Willy-Brandt-Haus. Es dürfte ein ereignisreicher Abschied werden für ihn.
Das Debüt-Turnier im E-Sport: Schach ist nach Bekanntgabe durch die E-Sports World Cup Foundation (EWCF) die neueste von insgesamt 16 Disziplinen. Das Schachturnier beim ENC beginnt am 2. November 2026 und endet mit dem Playoff-Finale am 8. November 2026. Der Auftakt des Turniers besteht aus einer Gruppenphase, in der 128 Spieler starten. Sie spielen 16 Rundenturniere mit jeweils acht Teilnehmern. Die vier besten Spieler jeder Gruppe qualifizieren sich für die nächste Runde. Die zweite Phase besteht aus K.-o.-Turnieren. Die 64 Spieler, die sich in der Vorrunde qualifiziert haben, treten im K.-o.-System gegeneinander an. Alle Begegnungen der Gruppenphase werden als Wettkämpfe über zwei Partien ausgetragen. Alle Begegnungen der Runde der letzten 64 und 32 ebenfalls, während dann ab dem Viertelfinale Vier-Partien-Matches angesetzt sind. Armageddon-Partien als Stichkämpfe. Das Turnier wird im Rapid-Format mit einer Bedenkzeit von 10+0 ausgetragen.
64 Spieler aus 64 Nationen werden auf Basis der offiziellen Rangliste der Champions Chess Tour (CCT) direkt eingeladen. 56 Spieler qualifizieren sich über regionale Qualifikationsturniere, acht Spieler erhalten Startplätze über Wildcards
Die direkten Einladungen für den E-Sports Nations Cup werden anhand der offiziellen CCT-Rangliste vergeben, wobei pro Nation maximal ein Spieler berücksichtigt wird. Sollte die CCT-Rangliste weniger als 64 unterschiedliche Nationen umfassen, dient der Titled Tuesday Spring Split als zusätzlicher Stichkampf. Stichtag für die Vergabe der direkten Einladungen zum ENC 2026 ist der 26. Mai 2026.
Schach wird in jeder Region mit zwei Qualifikationsturnieren vertreten sein, die am 6. und 7. Juni sowie am 13. und 14. Juni stattfinden. Pro Qualifikationsturnier qualifizieren sich vier Spieler für den ENC, insgesamt also acht Spieler je Region: Nordamerika (8 Startplätze). Südamerika (8), Afrika (8), Westeuropa (8), Osteuropa (8), Naher Osten + Indien + Zentralasien (8), Ostasien + Südostasien + Ozeanien (8). Jede Nation kann mit bis zu zwei Spielern bei dem Event vertreten sein. Hat eine Nation bereits einen Spieler, der über die Rangliste direkt eingeladen ist, kann sich aus den regionalen Qualifikationsturnieren nur noch ein weiterer Spieler dieser Nation qualifizieren. (mw)
Weitere Informationen unter esportsnationscup.com
// Archiv: DSB-Nachrichten - DSB // ID 36971