Einen Blumenstrauß für den Funktionär

12.10.2009 10:04

Einer der größten deutschen Schach-Organisatoren, -Funktionäre und Mäzene feiert heute Geburtstag. Johannes Pitl wird 65 Jahre alt.
Seit mehr als 35 Jahren führt er als 1. Vorsitzender "seinen" Verein, den Schachklub 1908 Göggingen, der ohne ihn schlichtweg undenkbar ist.

Seine größten Erfolge feierte er von den 1980er bis in die Mitte der 1990er Jahre als er mit seiner ersten Mannschaft in festem Rhythmus von der Schwabenliga bis in die zweite Schachbundesliga aufgestiegen ist und zweimal ganz fest an das Tor zur ersten Bundesliga anklopfte. In dieser Zeit war der Schachklub Göggingen das unumschränkte schachliche Aushängeschild von Schwaben und nicht nur die erste Mannschaft, sondern auch die Reservemannschaften (in der Spitze bis zu 6 Mannschaften pro Saison) waren im Bezirk und Kreisverband gefürchtet. Ein unglücklicher Abstieg aus der zweiten Bundesliga im Jahr 1996 beendete diese Zeit.

Nach einer Phase der Konsolidierung wurde kurz nach dem 100jährigen Jubiläum des Vereins im Frühjahr 2009 die schwäbische Meisterschaft und der Aufstieg in die bayerische Regionalliga fixiert, der den Schachfunktionär wieder an seine alten Zeiten aus den Achtzigern denken lässt. Keiner weiß, was der alte Schachorganisator und Planer mit seinem Verein erneut für Pläne hat.

Aber die verantwortliche Tätigkeit für den Schachklub ist nicht sein einziges schachliches Wirken. Vielmehr ist Johannes Pitl als der Organisator von Schachturnieren im bayerischen Raum bekannt. So veranstaltet er seit mehr als 25 Jahren regelmäßig zum Jahreswechsel ein internationales Meisterturnier, das er in Eigenregie plant, organisiert und finanziert. Die Turniere, in der das Teilnehmerfeld jedes Mal handverlesen wird, haben eine ausgezeichneten Ruf und werden regelmäßig von allen Teilnehmern gelobt. Neben diesen Turnieren wurden in der Vergangenheit auch deutsche und bayerische Meisterschaften, Blitzturniere für Einzelspieler und Mannschaften sowie Schach-Benefizveranstaltungen von ihm im Namen des Vereins ausgerichtet.

Ein besonderes Schmankerl sind die für die jeweiligen Turniere immer wieder persönlich zusammengestellten Turnierhefte. In den Heften stehen nicht nur die sonst üblichen Turnierinformationen, sondern daneben auch immer wieder Statistiken, Geschichte(n) und Anekdoten rund ums Schach und bilden dem Funktionär eine kleine Plattform, um auch mal in eigener Regie Kritik zu üben.

Johannes Pitl am Grab von Bobby Fischer

Neben dem sportlichen Ehrgeiz in seinen Bemühungen hat er das Schachspiel auch regelmäßig als Mittel zum guten Zweck eingesetzt:
Seit mehr als 2 Jahrzehnten findet einmal jährlich eine Simultanveranstaltung eines Vereinsspielers des Schachklubs gegen eine Auswahl Augsburger Schachfreunde statt. In den letzten Jahren wurde das Simultanspiel durch seinen Sohn, den Internationalen Meister Gregory Pitl durchgeführt. Die Teilnehmer spendeten in der Vergangenheit für die Multiple Sklerose Stiftung bzw. ein Kinderheim in Brasilien. Über die Jahre wurde so eine stolze Summe von insgesamt über EUR 100.000 für die MS-Stiftung bzw. das Kinderheim gesammelt.

Wir wünschen Johannes Pitl zu seinem Ehrentag alles erdenklich Gute, vor allem Gesundheit und mit Beginn seines bevorstehendem beruflichen Ruhestandes viel, viel Spaß und Erfolg beim aktiven und passiven Ausüben seines Hobbys.

Jarno Pitl

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