11. September 2025
Wenn Bernd Vökler einen Wunsch an Elisabeth Pähtz heranträgt, kann die Großmeisterin nicht nein sagen. Will sie auch nicht. Der heutige Bundesnachwuchstrainer hat schließlich einst die deutsche Spitzenspielerin vor weiteren schlechten Mathe-Noten bewahrt. „Ich war wirklich zeitweise schlecht in Mathe. Er hat mir sehr häufig und erfolgreich Nachhilfe gegeben“, sagt sie. Und im Schachsport waren die beiden auch gemeinsam über viele Jahre auf sehr erfolgreichen Pfaden unterwegs. „Abgesehen davon“, sagt Elisabeth Pähtz, „sehe ich mich schon ein wenig in der Verantwortung, den deutschen Talenten etwas mitzugeben.“ Kurzum: Vökler freut sich schon sehr auf die Tage des 9. und 10. Oktobers. Dann wird Elisabeth Pähtz in Berlin, auf dem Olympiapark-Gelände, die DSB-Nachwuchsspieler trainieren. In der Bildungsstätte der Berliner Sportjugend. Für den Masterclass-Kader-Trainingslehrgang U10/U12/U14 hat sie zugesagt, ebenso als Referentin den A-Lizenz-Trainerlehrgang. „Elisabeth ist für unseren Lehrgang ein echtes Zugpferd“, sagt Vökler: „Die Kinder werden das Training mit ihrem großen Vorbild lieben.“ Er sei sicher, dass nun nach der Ankündigung auch die Teilnehmerzahl beim A-Trainerlehrgang noch einmal spürbar steigen werde.
Fast ist man geneigt zu sagen: Nanu, Elisabeth Pähtz in Berlin – und nicht in Batumi, bei der Team-EM, die zeitgleich stattfindet? „Ich habe schon frühzeitig abgesagt“, sagt sie. Georgien – das passt aus vielerlei Gründen nicht in ihre Lebensplanung. So viel sei schon verraten: Es gibt wunderbare private Neuigkeiten aus dem Leben der erfolgreichsten und populärsten DSB-Athletin, ein großer Wunsch wird für die 40-Jährige wahr. Allein, auch die DSB-Öffentlichkeitsarbeit ist noch zum Schweigen verdonnert…
Viele Fans indes haben die Absage von Pähtz für Georgien als Rücktritt aus der Nationalmannschaft gewertet. Das, sagt sie, sei nicht der Fall. „Ich spreche nicht von Rücktritt, nur von einer Pause“, sagt sie, „ich könnte mir unter gewissen Umständen vorstellen, bei der Olympiade in Usbekistan nächstes Jahr wieder fürs Nationalteam zu spielen.“ Kein Geheimnis ist, dass sie einiges beim DSB im Führungsbereich sehr kritisch sieht – und deshalb aktuell nicht zu bewegen ist, für den Verband zu spielen. Hinzu kommt aber auch: In Batumi ist aus ihrer Sicht die medizinische Versorgung nicht so perfekt, wie sie es sich wünschen würde. „Ich habe dort mehrfach gespielt und immer wieder Fälle von Lebensmittelvergiftungen erlebt.“
Zuletzt hatte Elisabeth Pähtz einige Gesundheitschecks, war auch und vor allem auf der Suche nach Erklärungen für ihre stetige Müdigkeit und die damit verbundene Formschwäche bei den jüngsten internationalen Turnieren. „Wir wissen jetzt, woran es lag“, sagt sie, „und ich bin wirklich glücklich darüber.“ Es geht ihr rundum gut, das ist zu spüren. Der Kampfgeist am Brett ist auch zurück. Im Oktober wird sie noch den Europacup spielen – bevor dann wichtigere Dinge im Hause Pähtz im Vordergrund stehen. Wie gesagt: demnächst mehr.
Und im Oktober steht auch ihre Mission Talentförderung auf dem Plan. Der Lehrgang dauert von Donnerstag, 9. Oktober (14 Uhr) bis Sonntag, 12. Oktober. Pähtz wird am Donnerstag von 16 bis 19.30 Uhr Kadertraining geben, und dann nochmal am Freitag von 14 bis 17 Uhr. Danach wird sie bis 18.30 Uhr den A-Trainer-Lehrgang bereichern. Geplant ist ein Vortrag über das Londoner Eröffnungssystem. „Das wird bestimmt so spannend, dass ich auch unseren Talenten diesen Vortrag für zwei Stunden gönnen möchte“, sagt Vökler. Neben Elisabeth Pähtz sind IM Bernd Vökler und GM Michael Richter als Trainer dabei. Eingeladene Talente sind Tingrui Shen, Ming Sheng, Michailo Nezhyvenko, Anton Belin, Paul David Peglau, Yunqi Li, Harschill Pradeep, Sepas Zagaran, Mikael Chakhalov, Daniil Gusev, Toshiya Aguike, Konstantin, Müller, Lilian Schirmbeck, Paula Czäczine, Yuefan Chen - plus ausgesuchte Berliner Kaderspieler. (mw)
// Archiv: DSB-Nachrichten - DSB // ID 36779