12. Januar 2025
Ohne Medaillen, aber mit ansprechenden Leistungen, ging heute am späten Sonntagnachmittag für die deutschen Spitzenspielerinnen die Frauen-EM im Blitz- und Rapidschach in Monte Carlo zu Ende. Mit sieben Zählern aus elf Partien rangierten GM Elisabeth Pähtz und IM Dinara Wagner nach zwei Tagen Schnellschach am Ende auf Rang 18 und 19. Nur eineinhalb Punkte mehr hatte die neue Europameisterin GM Anna Uschenina aus der Ukraine, die sich dank besserer Wertung vor drei punktgleichen Rivalinnen durchsetzte. Respektable sechs Punkte errang die dritte DSB-Nationalspielerin, FM Lara Schulze. Und war danach entsprechend zufrieden: „Es hat richtig viel Spaß gemacht.“ Unvergesslich wird ihr der Sieg in Runde fünf bleiben - gegen die schwedische Schach-Legende GM Pia Cramling. „Das war mein absolutes Highlight“, so Lara Schulze.
In dieser Partie, so Schulze, habe sie Cramling „komplett überspielt. Darauf bin ich wirklich sehr stolz“. Dabei hatte sie sich in der Runde zuvor noch geärgert, weil sie gegen die an Nummer eins gesetzte GM Alexandra Kostenjuk trotz Überlegenheit nur Remis gespielt hatte. Insgesamt, so Lara Schulze, hätten sich beide Turniere – Blitz- und Schnellschach – für sie in zwei Hälften geteilt. „Die erste war extrem gut, regelrecht bombastisch. Die zweite Hälfte leider jeweils nur mittelmäßig.“ Sonst wäre mehr drin gewesen. Im Schnellschach belegte sie am Ende Rang 42, im Blitz (mit 5,5 Punkten aus 13 Partien) Rang 84. Hier lagen WFM Dr. Anita Stangl (Platz 64) und WFM Olga Birkholz (Rang 82) noch vor ihr. Abgesehen vom Sportlichen verlasse sie aber Monaco schwer beeindruckt: „Das ist ein richtig cooler Ort, wo an jeder Ecke der Reichtum der Menschen hier sichtbar wird: Ferraris, Luxusläden...“ Kurzum: „Ich bringe viele interessante Einblicke mit nach Hause.“ Auch Elisabeth Pähtz schwärmte von den Rahmenbedingungen: „Das war hier Werbung für das Frauenschach in einer super Location.“
Weiter vorne als Schulze landeten im Blitzturnier die deutsche Nummer eins und zwei. Dinara Wagner wurde Zwölfte, Elisabeth Pähtz Zehnte – auch hier einträchtig mit jeweils 8,5 Punkten. Die noch am Freitag geäußerte Hoffnung von Elisabeth Pähtz („Schnellschach liegt mir mehr“) erfüllte sich dann am Samstag und Sonntag nicht. Auch nicht für Dinara Wagner. „Ich habe insgesamt gut gespielt und war immer vorne dabei“, so Wagner, „aber mit dem Ergebnis bin ich am Ende nicht zufrieden. Mein Ziel war schon eine Medaille.“ Sie sah die Partien gegen die neue Europameisterin IM Alexandra Malzewskaja (im Blitz, in Runde zehn) und IM Stavroula Tskolakidou (Schnellschach, in Runde sechs) als Knackpunkte. Beide waren denkbar knapp, gingen letztlich verloren. „Sonst wäre ein Platz auf dem Podium durchaus möglich gewesen.“
Am Rande gab es eine wunderschöne Szene, die von Alla Litwinenko, der Mutter der erst siebenjährige Sofi Litwinenko festgehalten wurde: Die jüngste deutsche Spielerin in Monaco traf die älteste deutsche Teilnehmerin, Elisabeth Pähtz – und war happy. Zur Krönung dieses für die junge Schach-Dame unvergesslichen Erlebnisses holte sie dann auch noch 2,5 Punkte im Schnellschach-Turnier. Respekt! (mw)
// Archiv: DSB-Nachrichten - DSB // ID 36268