29. April 2026
Irgendwann sagte Kenan Yildiz zu Oliver Biermann: „In einer Sache würdest Du immer gegen mich gewinnen – beim Schach.“ Das dürfte wohl stimmen, denn Kenan Yildiz, 20 Jahre alt, Fußballprofi, beherrscht nur die Grundregeln des königlichen Spiels, Oliver Biermann hingegen ist Turnierspieler bei der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft. Und die DSAM schlug nun in gewisser Weise die Brücke zwischen dem Fußballstar von Juventus Turin und dem Berliner, der beim SC Kreuzberg Schach spielt und im Alter von drei Jahren am Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS) erkrankte. "Für mich wurde jetzt ein Traum wahr", sagt Oliver Biermann.
Am Montag kam es zum Treffen zwischen den beiden in Turin – und der Deutsche Schachbund hatte da durchaus seine Finger drin. Denn als Kenan Yildiz, geboren in Regensburg, seit der Jugend beim FC Bayern und mit einem aktuellen Marktwert von rund 75 Millionen Euro eines der Top-Spieler der türkischen Nationalmannschaft, und seine Eltern Beate Hackl-Yildiz und Engin Yildiz die Story auf der DSB-Webseite über diesen einzigartigen Schachspieler lasen - da stand der Entschluss schnell fest: „Diesen beeindruckenden jungen Mann möchten wir treffen.“
Die Geschichte ist allein schon unter einem Aspekt ungewöhnlich: Ein Berliner, ist glühender Fan des italienischen Rekordmeisters. Nicht Hertha, nicht Union – nein Juventus muss es sein. „Ich habe mich in Juve verliebt“, sagt er. Noch ungewöhnlicher aber: Obwohl er Rollstuhlfahrer ist und nicht sprechen kann, reist er seinem Team so oft wie möglich hinterher. So auch am Sonntag zum Serie-A-Spiel (0:0) beim AC Milan. Am Tag danach kam es zum verabredeten Treffen mit Kenan Yildiz und seinen Eltern. In einem Turiner Café traf Familie Yildiz Oliver und seinen Assistenten, Yahya Hussein Idriss. Schnell hatten sich alle auf die ungewöhnliche Form der Kommunikation eingelassen: Oliver Biermann spricht über seinen Talker, einen Sprachcomputer, den er mit einem Reflektor-Punkt an seiner Stirn steuert. Eigentlich sagen die Fotos schon mehr als tausend Worte, der glückliche, ja fast selige Blick von Oliver Biermann - aber er schickte auch noch einige Worte per WhatsApp, seinem bevorzugten Kommunikationsmittel, an die DSB-Öffentlichkeitsarbeit hinterher: „Es war ein wirklich schöner Tag heute. Kenan war wirklich super sympathisch und total cool.“
Kenan Yildiz zeigte sich begeistert von der Lebensfreude, die Oliver Biermann ausstrahlt. „Ein rundum gelungenes Treffen. Es war mir eine Freude, Oli zu treffen - und ich finde es wirklich klasse, wie er seine Träume rund um Schach und Fußball verwirklicht“, sagte er. Die beiden wollen in Kontakt bleiben. Ein Geschenk hatte Kenan Yildiz auch dabei: Ein Trikot, das hatte er extra von allen Mitspielern unterschreiben lassen, tags zuvor in der Kabine des San Siro in Mailand.
Die perfekte Erinnerung für Oliver Biermann an einem perfekten Tag. (mw)
// Archiv: DSB-Nachrichten - DSB // ID 37011