7. Juli 2026
Der Name klingt vielversprechend – und zukunftsorientiert: „DSB Girls Next Generation“ – ein Projekt zur Förderung von Mädchen im Alter von sechs bis 12 Jahren. Die nächste, starke Generation? „Man wird sehen. Aber hier“, sagt Nadja Jussupow, „geht es schon um Leistungssport in jungen Jahren.“ Die DSB-Frauenschachreferentin will einen starken DSB-Mädchenkader (offizielle Bezeichnung DSB-NK2-Mädchenkader) aufbauen, der bei internationalen Meisterschaften Einzel-Medaillen sammeln kann – bei Welt- und Europameisterschaften im Bereich U8 bis U12. Ein Kader, der aber auch und vor allem in den Mannschaftswettbewerben der U12 Erfolge feiern soll.
Die Leitung des Projekts wird Nadja Jussupow gemeinsam mit Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler übernehmen, der auch betont: „Das ist im Mädchenbereich zweifellos ein richtige und wichtiger Schritt Richtung mehr Leistung.“ Im Hintergrund bastelt Trainerin Tatjana Melamed seit Monaten mit am ersten Kader für die Mannschafts-Europameisterschaft U12 und U18 im tschechischen Pardubice (Turnierbeginn 26. Juli). Hier hat sich bereits, auch über das Super-Tuesday-Mädchenschachprojekt des DSB für U12-Mädchen, ein erster Kern herausgebildet.
Drei Germany-Teams, wie im Mädchenbereich üblich als Zweierteams, werden bei der U12 ins Rennen gehen. Yuefan Chen und Tiffany Tu (Team 1), nach aktueller Setzliste auf Rang zwei. Zudem Olivia Lukas und Sarah Ito (Germany 2), sowie Isabelle Artemenko/Sarah Vignesh (Germany 3).
Im U-18-Bereich starten bei dieser EM auch drei deutsche Ensembles, darunter zwei Schwestern-Mannschaften: Dora Peglau und Charis Peglau als Germany 1, Michelle Trunz/Tamila Trunz als Germany 2 sowie Alicia Kovalskyy und Yueyi Chen als Germany 3.
Im U18-Open werden für den DSB als Team an den Start gehen: Mykola Korchynskyim Johannes von Mettenheim, Philipp Leon Klaska, Philipp Mester und Daniel Gregoire Nunez. Um U12-Open-Feld starten Aadith Ranganathan, Konstantin Müller, Peter Stenbrenner, Daniil Gusev und Toshiya Aguike.
Zurück zum ambitionierten Girls Next Generation-Projekt. Die U12-Mädchen wurden von WGM Melamed seit Jahresbeginn zusätzlich zweimal pro Monat in einem Online-Auswahltraining gefördert. „Es ist schon eine Art Elitetraining. Denn Erfolg ist nicht nur eine Frage der Quantität“, sagt Jussupow: „Es geht auch und vor allem um Qualität - und zählbare Ergebnisse in Form von Medaillen und Elo-Zugewinnen. Dafür beobachten wir genau, wer ehrgeizig ist, trainingsfleißig und sich stetig entwickeln will. Zum Beispiel über viele, auch stark besetzte Turniere.“ Deshalb gäbe es auch nach Aufnahme in den Kader eine dreimonatige Probezeit. Mögliche Turniere für die Mädchen, bei denen sie sich auch mit Erwachsenen messen sollen: DSAM, Frauenturniere, internationale Turniere sowie World-Cup und EM im klassischen Schach, Rapid und Blitz
Überprüft werde der Leistungsstand der U12-Kandidatinnen auch regelmäßig bei Sichtungsturnieren, der Talentsichtung in Arendsee und wöchentlichen Online-Trainings, in die auch die Schachschule von Nadja und Artur Jussupow integriert ist. Geplant ist auch ein Sommer-Trainingslager. Aus all diesen Maßnahmen ergebe sich letztlich der Aufbau unterschiedlicher Leistungsgruppen. Maximal 20 Mädchen verschiedener Altersklassen würden aufgenommen, Eltern können ihre Kinder jederzeit für das Projekt anmelden.
Formelle DWZ-/ELO-Kriterien und Erwartungen (Ausnahmen sind möglich) U12: DWZ/ELO 1900. U11: DWZ/ELO 1800. U10: DWZ/ELO 1700. U8: DWZ/ELO 1500.
Nadja Jussupow möchte das Projekt vorerst auf drei Jahre anlegen, danach wird es eine Evaluierung geben - zumal DSB-Mittel verwandt werden. Eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Schachjugend ist ebenfalls in Planung. „Erstes mittelfristiges Ziel ist es, dann 2027 international bereits sehr erfolgreich zu sein“, so Nadja Jussupow, „aber mal sehen, ob wir nicht schon in diesem Jahr erste Früchte ernten können.“ Diese Früchte sollen glänzen - golden, silbern oder bronze. (mw)
// Archiv: DSB-Nachrichten - DSB // ID 37080