3. März 2026
Die gute Nachricht vorneweg, denn mancher Fan hatte sich schon Sorgen gemacht: Andreas Klein, Elo-Officer des Deutschen Schachbundes, hat in der Nacht von Sonntag auf Montag fristgerecht alle erforderlichen Dokumente ans FIDE-Office geschickt. Die FIDE wiederum hat die Anträge bereits online gestellt. Auf mehrfache Nachfrage von DSB und FIDE habe der Weltverband auch endlich die gegengezeichneten Normen aus Spanien erhalten. „Die Anträge sollten somit vollständig sein, der Vergabe der Titel beim Council Ende des Monats steht aus meiner Sicht nichts mehr im Wege“, so Klein. Das heißt für zwei deutsche Talente: Marius Deuer darf sich alsbald Großmeister nennen und Hussain Besou Internationaler Meister. Währenddessen arbeitet Hussain, wie er der DSB-Öffentlichkeitsarbeit sagte, bereits intensiv an seiner ersten GM-Norm. „Mein Verständnis für Schach hat sich weiterentwickelt und ich bin bereit für die nächste Stufe.“
Der erste Anlauf ging schief. „Mit 0,5 Punkten weniger. Naja“, sagt Hussain Besou mit einem Augenzwinkern. Soll heißen: Es war so knapp, dass ihn das nicht aus der Bahn werfen wird. Hussain Besou wollte im Februar in Wachtebeke, wo erstmals ein internationales Großmeister-Turnier stattfand, seine erste GM-Norm erreichen. Am Ende verpasste er in Belgien das Ziel um den besagten halben Punkt.
Er hätte das Turnier gewinnen müssen, um die Norm zu bekommen, wurde aber mit 6,5 Punkten aus neun Partien „nur“ Zweiter. Christian Glöckler, das zweite große DSB-Talent des Jahrgangs 2011, war auch zur GM-Normenjagd nach Belgien gereist, holte jedoch nur vier Punkte. Das direkte Duell ging übrigens an Hussain Besou, der nach der verpassten Norm so reagiert, wie man ihn kennt: kämpferisch. „Zuerst empfindet man Verbitterung“, natürlich, sagt er, „aber man erkennt schnell, dass man härter arbeiten muss.“ Er freue sich, gut gespielt zu haben und gefühlt seinem Ziel wieder etwas näher gekommen zu sein. „Ich habe es noch nicht erreicht, bin aber auf dem richtigen Weg.“ Die nächsten Etappen heißen Bad Wörishofen (ab 13. März), wo sich zum 41. Mal internationale Torspieler im Kurhaus zum „41. Internationale ChessOrg-Schachfestival“ treffen. Dann spielt der 14-Jährige noch das Grenke Open im April und startet sofort danach (ab 7. April) bei der Einzel-Europameisterschaft in Polen. Wohlgemerkt: nicht bei der Jugend, sondern bei den Erwachsenen. Er plane aktuell mehrere Schachturniere vor allem „mit dem Ziel, den Großmeistertitel zu werden“, so Besou. Die Schulbücher habe er dabei immer im Gepäck.
„Dass er diese Herausforderung in Polen annimmt, zeigt wie selbstbewusst Hussain geworden ist“, sagt Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler: „Er ist sehr ehrgeizig und durchlebt aktuell eine sehr gute Phase.“
Aus Belgien brachte Besou zuletzt ein Elo-Plus von 22 Punkten mit – und wurde von seinem Heimatverein mit warmen Worten empfangen. „Das war eine beachtliche Leistung“, so Olaf Winterwerb, der Vorsitzende des LSV Turm Lippstadt. Der ganze Verein freut sich über Hussains Entwicklung, „vor allem darüber, dass er weiterhin Spaß am Schach hat und so hart für sein Ziel, Großmeister zu werden arbeitet“. Winterwerb kündigte zudem weitere Unterstützung an: „Ich bin zuversichtlich das unser Sponsor noch mindestens bis zum GM-Titel die Kosten übernimmt.“ Einfacher macht es dabei, dass die Familie nach einem zwischenzeitlichen Umzug nach Ludwigshafen wieder nach Ostwestfalen zurückgekehrt ist. Winterwerb: Der Umzug war denke ich für die Kinder nicht so positiv, seit sie in Lippstadt zurück sind blühen sie wieder auf und sind regelmäßig im Verein.“ (mw)
// Archiv: DSB-Nachrichten - DSB // ID 36951