25. August 2025
Das Inklusionsfestival in Ruit ist zu Ende – und hat neue Maßstäbe gesetzt. Sieben Turniere fanden im Rahmen des Württembergischen Schachsommers statt. So inklusiv war es noch nie. Das Inklusionsfestival schrieb die tollsten Geschichten und wir berichteten von einem Teilnehmer, der für die Anreise ganze zwei Tage inklusive einer Bahnhofsübernachtung benötigte - bis hin zu einem 85-Jährigen Weltmeister, der die Svane-Brüder trainierte. Jedes dieser Turniere hätte seinen eigenen Bericht verdient - und jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin hätte es verdient, die eigene Geschichte erzählen zu dürfen. Hier folgt nun gesammelt ein Abschlussbericht zu allen Turnieren und Impressionen der vergangenen Tage – von unserer ehrenamtlichen Referentin Öffentlichkeitsarbeit, Lea Brandl, die am Wochenende vor Ort war, und Matthias Wolf vom DSB-Team Öffentlichkeitsarbeit.
„Es war ein Turnier auf einem sehr hohen Niveau – aber mit einer klaren Favoritin, die ihr Ding durchzog.“ Das sagt GM Artur Jussupow, der Turnierdirektor: "Das Turnier verlief wie erhofft spannend. Für viele jüngere Teilnehmerinnen war die IODFEM eine wertvolle Gelegenheit, sich mit erfahrenen Titelträgerinnen zu messen und wichtige Erfahrungen für ihre weitere Schachlaufbahn zu sammeln."
WGM Olga Babiy ist neue Internationale Deutsche Meisterin. Ungeschlagen und mit acht Punkten aus neun Runden setzte sie sich gegen alle durch. Doch diese Trophäe sollte nicht ihre einzige bleiben. Auf der Siegerehrung am Freitagabend zeichnete Gerhard Köhler die neue Meisterin zudem mit dem Vera-Preis der Emanuel Lasker Gesellschaft aus. Der Preis ist in Ehren an die erste Schachweltmeisterin GM Vera Menchik nach ihr benannt und wird für herausragende sportliche Leistungen verteilt.
Während Babiy vor der letzten Runde schon als Siegerin feststand, kämpften vier Spielerinnen hinter ihr um restliche Medaillenplätze. In der letzten Runde gewannen alle vier, sodass bis Platz fünf allesamt 6,5 Punkte aus 9 Runden erzielten. Durch die direkten Vergleiche und das Abgleichen der Buchholzwertung standen die Platzierungen fest. Die 16-jährige WFM Helena Neumann ist Vize-Meisterin. WIM Elena Krasenkowa gewinnt Bronze.
Die beste deutsche spielberechtigte Spielerin in diesem Fall qualifiziert sich hiermit für das nächste Deutsche Fraueneinzelmeisterschaft-Kandidatenturnier 2026 (DFEM-K).
Doch damit nicht genug - innerhalb der IODFEM wurde ebenfalls die Württembergische Meisterin 2025 ermittelt. WFM Tetyana Kostak vom Schachclub Strateg Stuttgart konnte sich trotz durchwachsenem Turnierverlauf am Ende durchsetzen und sich den Titel der Württembergischen Meisterin sichern. Sie ist nun ebenfalls für das Kandidatenturnier DFEM-K 2026 qualifiziert.
| Pl. | Titel | Name | Land | Elo | DWZ | Verein/Ort | Pkt. | DV | Buch |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | WGM | Olga Babiy | 2233 | 2259 | SC 1957 Bad Königshofen | 8,0 | 0 | 44,5 | |
| 2 | WFM | Helena Neumann | 2126 | 2098 | Bielefelder Schachklub | 6,5 | 1 | 45,5 | |
| 3 | WIM | Elena Krasenkowa | 2077 | - | 6,5 | 2 | 45,5 | ||
| 4 | Mara Haug | 2016 | 2000 | Karlsruher SF 1853 | 6,5 | 2 | 45,0 | ||
| 5 | WGM | Carmen Voicu-Jagodzinsky | 2230 | 2236 | Schachverein Hemer 1932 | 6,5 | 4 | 45,5 | |
| 6 | WFM | Dr. Anita Just | 1929 | 1918 | SV Weißblau Allianz Leipzig | 5,0 | 0 | 41,0 | |
| 7 | WFM | Tetyana Kostak | 2106 | 2131 | Schachclub Strateg Stuttgart | 4,5 | 0 | 44,5 | |
| 8 | Ana-Maria Bursan | 1900 | 1906 | TG Biberach 1847 | 4,5 | 0 | 44,0 | ||
| 9 | Ailin Rafikova | 1743 | 1693 | SK 1947 Sandhausen | 4,5 | 0 | 40,0 | ||
| 10 | Sophia Horn | 1655 | 1536 | SC Bretten | 4,5 | 0 | 36,5 | ||
| 11 | Finnja Gold | 1674 | 1563 | SV Nürtingen 1920 | 4,0 | 0 | 36,0 | ||
| 12 | Isabella Artemenko | 1699 | 1639 | FC Bayern München | 4,0 | 0 | 35,5 | ||
| 13 | Olivia Lukas | 1648 | 1559 | SF Deizisau | 4,0 | 0 | 35,0 | ||
| 14 | Enya Marie Wang | 1633 | 1605 | TSV Schönaich | 3,5 | 0 | 33,5 | ||
| 15 | Sara Alnajjar | 1608 | 1393 | SC Caissa Falkensee | 3,0 | 0 | 30,5 | ||
| 16 | Josephine Bergfeld | 1464 | 1288 | Heilbronner SV | 2,5 | 1 | 31,0 | ||
| 17 | Sofiia Sokyrko | 1623 | 1669 | Schachclub Strateg Stuttgart | 2,5 | 2 | 32,0 | ||
| 18 | Elena Koldunov | 1448 | 1320 | SF Leherheide von 1950 | 0,5 | 0 | 31,0 |
Sieger der ODBEM wurde Mario Born. „Er brachte seinen halben Punkt Vorsprung, den er frühzeitig geholt hat, sehr souverän ins Ziel“, sagt Artur Jussupow. Born wirkte ausgelassen und glücklich über seinen Turniererfolg. „Ich habe meinen Sieg auch der sehr guten Vorbereitung vor jeder Runde mit Trainer und Vereinskollege FM David Ortmann zu verdanken – und auch ein bisschen Glück“, sagt er. Beide spielen beim SC Böblingen 1975. 6,5 Punkte aus 7 Runden, eine Eloperformance annähernd 300 Punkte über seiner aktuellen Elo-Zahl. Er schlug sie alle, bis auf den Vize-Meister IM Sergej Salov. Salov, 85 Jahre, Senioren-Weltmeister der Gehörlosen, holt sich in Ruit den zweiten Platz mit 6 Punkten. Der 2009 geborene David-Andrei Valean wurde Dritter. Beste Frau wurde Manuela Mekus vom Düsseldorfer SK - sie sicherte sich so auch einen Platz im Kandidatinnen-Turnier.
Das Begleiter-Turnier „Freunde der Inklusion“ gewann Thorsten Kaufmann. Aber Dabeisein ist bekanntlich alles: Meike Knudsen, die Mutter von Max Knudsen (er kam auf Rang 20) sagte: „Max hat eine Muskelschwäche, sitzt daher auch im Rollstuhl und ist Autist. Für Max ist Schach anstrengend, manchmal hat er Wadenschmerzen, weil er so viel Kraft fürs Spiel braucht – aber der Spaßfaktor ist riesig bei ihm.“ Der Zwölfjährige aus Kiel angereist, sei dank Schach auch in der Schule gut und könne sich besser konzentrieren. Am Ende schwärmte Meike Knudsen: „Wir wurden hier richtig schön aufgenommen. Max konnte selbstbestimmt teilnehmen und fühlte sich als Teil der Gruppe.“
Darauf kam es in Ruit an. „Hier hat sich keiner allein gefühlt“, so der DSB-Referent Inklusion, Gert Schulz, „es gab einen regen Erfahrungsaustausch, ein Miteinander auch abseits der Bretter.“ Unter anderem ein tolles Rahmenprogramm mit Gesellschaftsspielen - wie das „Werwolfspiel“ am Abend. Hier kamen alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus den verschiedenen Turnieren zusammen.
Gert Schulz sagte, so viel positives Feedback zum Inklusionsfestival erfülle ihn mit Freude und Stolz. Er bedankte sich bei der Siegerehrung am Samstagabend nochmals ausdrücklich bei Artur und Nadja Jussupow für deren Bereitschaft, dieses Turnier mit ihm auszurichten. Schulz: „Auch dieses harmonische Zusammenspiel mit all den fleißigen Helfern von Schiedsrichtern, Organisatoren bis hin zu Unterstützern des Schachvereins Ostfildern machten dieses Inklusionsfestival einzigartig.“
| Pl. | Titel | Name | Elo | DWZ | Verein/Ort | Pkt. | Buch |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Mario Born | 2109 | 2083 | SC Böblingen 1975 | 6,5 | 26,5 | |
| 2 | IM | Sergej Salov | 2173 | 2143 | Lübecker SV von 1873 | 6,0 | 27,0 |
| 3 | David-Andrei Valean | 1985 | 1886 | SK 1933 Bad Neustadt | 5,0 | 28,0 | |
| 4 | Kadir Özden | 1901 | 1914 | MSA Zugzwang 82 | 4,0 | 29,0 | |
| 5 | Torsten Bahr | 1932 | 1825 | VSF Flintbek | 4,0 | 26,5 | |
| 6 | Ben Kaufmann | 1859 | 1842 | SK Sontheim/Brenz | 4,0 | 26,0 | |
| 7 | Hans-Jochen Braun | 2137 | 1958 | VfL Sindelfingen | 4,0 | 26,0 | |
| 8 | Moritz Jakob Gronemeyer | 1717 | 1664 | KSV Rochade Göttingen | 4,0 | 21,5 | |
| 9 | Oliver Billing | 1683 | 1398 | SC Schwabmünchen | 4,0 | 19,5 | |
| 10 | Frank Oberndörfer | 1835 | 1731 | SF Wetzisreute | 3,5 | 26,5 | |
| 11 | Max Hieber | 1864 | 1868 | SK Sontheim/Brenz | 3,5 | 26,5 | |
| 12 | Dr. Klaus-Norbert Münch | 2047 | 1815 | Schachges. Augsburg | 3,5 | 23,0 | |
| 13 | Markus Lemcke | 1711 | 1711 | SC Steinlach | 3,5 | 23,0 | |
| 14 | Uwe Röhrig | 1725 | 1476 | Schach macht fit | 3,5 | 19,5 | |
| 15 | Michael Gerr | 1879 | 1869 | SV Würzburg von 1865 | 3,5 | 19,0 | |
| 16 | Axel Hoyer | 1576 | 1236 | SC Braunschweig Gliesmarode | 3,5 | 17,5 | |
| 17 | Olaf Hoyer | 1799 | 1675 | SC Braunschweig Gliesmarode | 3,0 | 22,5 | |
| 18 | Manuela Mekus | 1699 | 1573 | Düsseldorfer Schachklub | 3,0 | 20,5 | |
| 19 | Maren Homfeldt | 863 | 863 | SC Noris-Tarrasch Nürnberg | 3,0 | 18,5 | |
| 20 | Max Leon Knudsen | 1452 | 968 | SK Doppelbauer Kiel | 3,0 | 17,0 | |
| 21 | Alexander Meinhardt | 1733 | 1643 | Schachclub Strateg Stuttgart | 2,5 | 22,5 | |
| 22 | Mark Vlad | 1645 | 1475 | SF Heidelberg | 2,5 | 16,5 | |
| 23 | Jörn Horst Manthe | 1439 | 1010 | SSC Rostock 07 | 1,0 | 19,0 | |
| 24 | Simon Smits | - | - | SK Marktoberdorf | 0,0 | 19,0 |
Ein besonderes Highlight des Festivals war die Familienwertung. Insgesamt 14 Mannschaften – bestehend jeweils aus zwei Familienmitgliedern, die an den klassischen Turnieren teilnahmen – kämpften um Pokale, Medaillen und den Titel der besten Schachfamilie. Den Sieg holten sich Kaufmann und Thorsten Kaufmann, die sich knapp gegen das Profi-Team der Familie Krasenkow – Elena und Michal aus Polen – durchsetzten. Den 3. Platz belegten die Tigersprung-Teilnehmer, die Brüder Kyryl und Tymofeii Yarmish, gefolgt von der Mannschaft des ältesten Festivalteilnehmers, dem 87-jährigen Joachim Just, der gemeinsam mit seiner Tochter Dr. Anita Just antrat.
Bei der DSEM-F reisten die Teilnehmerin zum Teil weit an. Mit dabei auch Nationalspielerinnen WGM Kateryna Dolzhykova und FM Lara Schulze reisten direkt vom Vorbereitungslehrgang für die Team-Europameisterschaft in Batumi aus Kienbaum zu dieser Meisterschaft nach Ruit. WGM Olga Babiy, frischgebackene Internationale Deutsche Meisterin, und FM Lara Schulze waren vor der letzte Runde punktgleich. Dieses Finale sollte über die Meisterschaft entscheiden. Nachdem Schulze mit nur 90 Sekunden auf der Uhr souverän eine Mattkombination entdeckte, hieß es für sie im Anschluss abwarten - wie Babiy sich an Brett zwei gegen WFM Marine Zschischang schlug. Bis zuletzt kämpfte Zschischang im Endspiel mit Material weniger - und musste sich schlussendlich geschlagen geben. Olga Babiy triumphierte und konnte denkbar knapp mit einem halben Buchholzpunkt das Titelrennen für sich entscheiden. Doppelsieg in Ruit! WFM Nadja Jussupow scherzte bei der Siegerehrung, dass Babiy nun einen neuen Trophäenschrank bräuchte, nachdem sie drei Pokale in Ruit mitnehmen konnte. Eine durch und durch erfolgreiche Woche für die Meisterin. Silber für Lara Schulze, Bronze ging an Carmen Voicu-Jagodzinsky, nachdem sie sich in der letzten Runde einen spannenden Schlagabtausch mit der viertplatzierten Kateryna Dolzhykova lieferte. Auch Minuten nach der Partie gab es noch einen angeregten Austausch. Fünfte wurde Diana Skibbe, die sich seit Jahrzehnten für den Schachsport insbesondere auch für den Thüringer Schachbund engagiert
Passend dazu: Dr. Gerhard Köhler von der Lasker-Gesellschaft sagte: „Der Anteil von zehn Prozent Frauen im Deutschen Schachbund ist eigentlich eine Katastrophe.“ Wohl wahr. Die SchachstiftungGK gGmbH (Sponsor des Inklusionsfestivals) fördert deshalb, dass Kinder ab vier Jahren die Grundzüge erlernen. Ein Ziel, so Köhler, sei es auch Mädchen noch intensiver für Schach zu begeistern.
| Pl. | Titel | Name | Land | Elo | Verein/Ort | Pkt. | Buch |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | WGM | Olga Babiy | 2198 | SC 1957 Bad Königshofen | 7,5 | 49,5 | |
| 2 | FM | Lara Schulze | 2208 | SAbt SV Werder Bremen | 7,5 | 49,0 | |
| 3 | WGM | Carmen Voicu-Jagodzinsky | 2186 | Schachverein Hemer 1932 | 6,5 | 50,0 | |
| 4 | WGM | Kateryna Dolzhykova | 2228 | SV Oberursel | 6,0 | 49,5 | |
| 5 | WFM | Diana Skibbe | 2041 | SC Rochade Zeulenroda | 6,0 | 49,0 | |
| 6 | Carina Brandt | 2016 | TV Fischbek Suederelbe | 5,5 | 40,5 | ||
| 7 | Nathalie Pellicoro | 1887 | Karlsruher SF 1853 | 5,0 | 49,5 | ||
| 8 | WIM | Ulrike Rößler | 2158 | SC 1994 Oberland | 5,0 | 46,0 | |
| 9 | WFM | Marine Zschischang | 2000 | SK Lehrte von 1919 | 5,0 | 45,0 | |
| 10 | WFM | Michelle Trunz | 1976 | Schachgemeinschaft Porz | 5,0 | 42,0 | |
| 11 | WFM | Tetyana Kostak | 2086 | Schachclub Strateg Stuttgart | 5,0 | 40,0 | |
| 12 | WFM | Helena Neumann | 2104 | Bielefelder Schachklub | 5,0 | 38,0 | |
| 13 | WCM | Marharyta Novikova | 1963 | SF Bad Mergentheim | 5,0 | 38,0 | |
| 14 | Tamila Trunz | 1934 | Schachgemeinschaft Porz | 4,0 | 42,5 | ||
| 15 | Mara Haug | 2016 | Karlsruher SF 1853 | 4,0 | 41,5 | ||
| 16 | Ana-Maria Bursan | 1902 | TG Biberach 1847 | 4,0 | 40,5 | ||
| 17 | WFM | Heike Germann | 1949 | Schachclub Hans Clauert Trebbin | 4,0 | 39,5 | |
| 18 | WIM | Larisa Kalinina | 2058 | SC 1957 Bad Königshofen | 4,0 | 38,5 | |
| 19 | Elke Zimmer | 1923 | SF Wadgassen/Differten | 4,0 | 38,5 | ||
| 20 | Ronja Wilke | 1548 | SAV Torgelow-Drögeheide 90 | 4,0 | 30,5 | ||
| 21 | Isabella Artemenko | 1699 | FC Bayern München | 4,0 | 30,0 | ||
| 22 | Lena Kalina | 1941 | Schachverein Wersten 1964 | 3,5 | 38,5 | ||
| 23 | Katharina Brühl | 1781 | SC Sottrum | 3,5 | 37,5 | ||
| 24 | Minh Anh Nguyen | 1597 | SV 1920 Hofheim | 2,0 | 32,0 | ||
| 25 | Elena Koldunov | 1448 | SF Leherheide von 1950 | 1,0 | 32,0 | ||
| 26 | Anja Wilke | 1034 | SAV Torgelow-Drögeheide 90 | 1,0 | 28,5 |
In diesem Rundenturnier traten FIDE-Meister, Internationale Meister und Großmeister in umkämpften Partien gegeneinander an. Während es lange Zeit für FM Dr. Georg Braun gut aussah und auch GM Michal Krasenkow vorne mitspielte, marschierte plötzlich GM Valentin Dragnev an die alleinige Spitze und konnte sich dort bis zuletzt halten. Hatte die Emanuel Lasker Gesellschaft am Abend zuvor den Vera-Preis verliehen, erhielt in diesem Turnier der Sieger den Viktor-Preis. Der Preis ist ebenso wie das Turnier angelehnt an den legendären Viktor Kortschnoi und seinen Kampfgeist. GM Valentin Dragnev kann sich als Sieger des Turniers nun über diesen renommierten Preis freuen. Jussupow: "Mit seiner kompromisslosen und aktiven Spielweise hätte er sicher auch Viktor Kortschnoi, dem Namensgeber des Turniers, gefallen. Der Ehrenpokal geht damit an einen würdigen Sieger."
| Pl. | Titel | Name | Elo | Land | Pkt. | SoBe | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | GM | Valentin Dragnev | 2547 | 6,5 | 25,75 | * | ½ | ½ | 0 | ½ | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | |
| 2 | GM | Michal Krasenkow | 2491 | 5,5 | 23,00 | ½ | * | ½ | 1 | 0 | ½ | 1 | ½ | ½ | 1 | |
| 3 | IM | Magnus Ermitsch | 2409 | 5,0 | 22,00 | ½ | ½ | * | ½ | 1 | ½ | 0 | 1 | 0 | 1 | |
| 4 | IM | Gabriel Gaehwiler | 2366 | 5,0 | 21,75 | 1 | 0 | ½ | * | ½ | ½ | ½ | ½ | ½ | 1 | |
| 5 | IM | Lukas Dotzer | 2472 | 5,0 | 21,00 | ½ | 1 | 0 | ½ | * | 0 | 1 | ½ | ½ | 1 | |
| 6 | FM | Dr. Georg Braun | 2403 | 5,0 | 20,00 | 0 | ½ | ½ | ½ | 1 | * | 0 | ½ | 1 | 1 | |
| 7 | GM | Alexander Graf | 2520 | 4,0 | 17,25 | 0 | 0 | 1 | ½ | 0 | 1 | * | ½ | 1 | 0 | |
| 8 | FM | Alfred Nemitz | 2299 | 3,5 | 15,25 | 0 | ½ | 0 | ½ | ½ | ½ | ½ | * | 1 | 0 | |
| 9 | WGM | Lena Georgescu | 2204 | 3,0 | 14,00 | 0 | ½ | 1 | ½ | ½ | 0 | 0 | 0 | * | ½ | |
| 10 | GM | Zigurds Lanka | 2334 | 2,5 | 9,00 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 1 | ½ | * |
Dass Artur Jussupow mit ganzem Herzen auch bei diesem Turnier dabei ist, spürten in Ruit alle. Die Jussupow-Schachschule ist Ausrichter dieses Tigersprung-Turniers, bei dem alle Kinder am Ende ein „Tigersprung“-Buch erhalten. Im gleichen Turniersaal wie die Großen, kämpfen hier Kinder der Altersklassen U10 und U12 um jeden Sieg. Am Ende gewann Moritz Benischke, noch in der U10, vor Liam Maddox Schröder, ebenfalls U10. „Ich hatte schon einige Turniersiege – aber das war mein schönster, weil er zu meinen stärksten Siegen zählt“, sagte der Münchner Moritz, „ich bin ja mit meinen acht Jahren ein echter Frischling in einem U10- und U12-Turnier, mit starken Gegner – und dass ich dann auch noch gewinne, hätte ich nicht gedacht.“ Der Ehrgeiz trieb den großen Vincent-Keymer-Fan an: „Da nur der erste Platz einen Pokal bekommen hat, wollte ich den unbedingt.“
Mark Arakelyan sicherte sich den dritten Platz und in diesem Falle ersten Platz der Altersklasse U12. Sarah Ito, auf Platz 4, gewann den Preis als bestes Mädchen. Bei der Siegerehrung erfreuen sich die Kinder an ihren neuen Büchern. Erst im Anschluss fiel auf, dass die Siegerurkunden ja noch zu signieren sind. Kein Thema für Artur Jussupow – er unterschrieb fröhlich Urkunden und verteilte Autogramme. „Für mich war es ein besonderer Moment, als mir Artur Jussupow den Pokal überreicht hat“, sagte Moritz Benischke, fast ehrfürchtig klang er dabei. Schöne Szene: Moritz schloss bei dieser Meisterschaft Freundschaft zu Artur Rafikov vom SK Sandhausen. Als er gegen ihn gewonnen hat, freute sich Moritz erst als Artur außer Reichweite war. Kurzum: Turniere voller Fairness – und Inklusion. (lb/mw)
| Pl. | Name | Land | Elo | DWZ | Verein/Ort | Pkt. | DV | Buch |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Moritz Benischke | 1426 | 1182 | FC Bayern München | 6,0 | 0 | 40,5 | |
| 2 | Liam Maddox Schröder | 1478 | 1480 | SV 1926 Riegelsberg | 6,0 | 0 | 37,0 | |
| 3 | Mark Arakelyan | 1516 | 1290 | SF Plochingen | 5,5 | 1 | 42,0 | |
| 4 | Sarah Ito | 1538 | 1303 | SK Wasserburg | 5,5 | 2 | 40,0 | |
| 5 | Kyryl Yarmish | 1575 | 1401 | SV Jedesheim 1921 | 5,5 | 3 | 41,0 | |
| 6 | Maximilian Breintner | 1495 | 1054 | SF Dachau 1932 | 5,0 | 0 | 37,5 | |
| 7 | Mariam Tamrazyan | - | 1254 | SGem Eckental | 5,0 | 0 | 37,0 | |
| 8 | Tymofeii Yarmish | 1557 | 1361 | SV Jedesheim 1921 | 5,0 | 0 | 35,5 | |
| 9 | Justinus Muhl | 1547 | 1148 | SK Weilheim e.V. | 4,0 | 1 | 35,0 | |
| 10 | Artur Rafikov | - | 1100 | SK 1947 Sandhausen | 4,0 | 2 | 40,5 | |
| 11 | Amadeus Held | - | 1148 | SC Laupheim 1962 | 4,0 | 3 | 35,5 | |
| 12 | Jakob Muhl | 1482 | 1116 | SK Weilheim | 4,0 | 4 | 36,5 | |
| 13 | Lukas Bursan | - | 832 | SF Ertingen | 2,0 | 0 | 38,0 | |
| 14 | Jacob Resch | - | 924 | DJK Stuttgart-Süd | 1,5 | 0 | 39,0 | |
| 15 | Kyryl Kuksa | - | 941 | SV Nürtingen 1920 | 0,0 | 0 | 0,0 |
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