7. Juli 2025
Das erste „merkwürdige Gefühl“ hatte WGM Tatjana Melamed schon in Runde ein. „Schon ein bisschen blöd, Kapitänin bei zwei Teams zu sein, die dann gegeneinander spielen müssen.“ Aber da das bei drei Mannschaften im Teilnehmerfeld nahezu unvermeidlich ist, sei es ihr lieber in Runde eins als in der letzten. Die Rede ist vom Mädchen-Wettbewerb U12, wo bei der Team-Europameisterschaft Deutschland A (mit WCM Lilian Schirmbeck und Tiffany Tu) auf Deutschland C mit Sara Vignesh und Smrithi Suryaprakash traf. Das A-Team siegte 1,5:0,5 – aber Team C, das die Schachschule Jussupow unter deutscher Flagge ins Rennen schickt, um „in erster Linie Spielpraxis und Erfahrung auf hohem Niveau zu sammeln“, wie DSB-Frauenschachbeauftragte WFM Nadja Jussupow betont, erholte sich rasch – in Runde zwei gab es den ersten Sieg gegen Montenegro.
Insgesamt sieben deutsche Jugend-Teams spielen seit Samstag frohen Mutes bei der Jugend-Team-Europameisterschaft der ECU für die Altersklassen U18 und U12 in Terme Čatež - ein Sport- und Erholungszentrum in Brežice. Die erste Zwischenbilanz: Enttäuscht hat bislang keiner. Ein Sieg, ein Unentschieden im Open bei der U18 mit Johannes von Mettenheim, CM Levi Malinowsky, FM Philipp Leon Klaska und Daniel Gregoire Nunez. Identische Ausbeute im 12-Open für die hoch gehandelten Tingrui Shen, Anton Belin, Ming Sheng, Konstantin Müller und Yungi Li. Mit einem Elo-Schnitt von 2081 rangiert das Ensemble auf Rang eins der Setzliste.
Bei den Mädchen hat Team A nun auch drei Zähler auf dem Konto. „Alle kämpfen hier wie die Verrückten“, sagt Melamed, „bis zu nackten Königen.“ So muss es sein, fünf Runden sind noch zu gehen.
„Alle sind voll im Plan, die Stimmung ist sehr gut – und die Organisation auch“, vermeldet Melamed, die mit IM Robert Baskin und GM Adrian Mikhalchishin die Kinder und Jugendlichen in Slowenien trainiert. Allein eines befremdet einmal mehr, kommt aber immer mehr in Mode bei den Verbänden: Die Sicherheitsvorkehrungen sind mit Blick auf Anti-Cheating so streng, dass nur am ersten Tag Fotos erlaubt waren - auch Team-Kapitäne dürfen aktuell nicht mehr mit Handys oder Kameras in den Spielsaal. Melamed („schon verrückt hier, wie die das handhaben“) liefert aber zumindest schonmal einen kleinen Bilder-Einblick. Und der Veranstalter zeigt mit seinen Fotos auch: Hier haben sehr viele Talente sehr viel Spaß. (mw)
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