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Lechfeldschlacht einmal anders…

Oberst Dirk Niedermaier gratuliert Sieger Mark Helbig
Daniel Bigalke
Oberst Dirk Niedermaier gratuliert Sieger Mark Helbig

… und zwar auf dem Schachbrett bei der 22. Deutschen Schachmeisterschaft der Bundeswehr 2018

Das Lechfeld bei Augsburg, auf dem im Jahre 955 Otto der Große in einer der größten militärischen Auseinandersetzungen im ostfränkisch-deutschen Reich den Sieg gegen die Ungarn errang, lieferte vor einer Woche die Kulisse für eine ganz andere Schlacht. Auf dem Schachbrett nämlich fand diese gleich mehrfach im Rahmen der 22. Deutschen Schachmeisterschaft der Bundeswehr 2018 vom 5. bis 9. März in der Lechhfeldkaserne in Lagerlechfeld statt.
Es war eine Woche voller Spannung und Konzentration, die hinter den Soldaten lag, die jetzt zum Abschluss des Wettkampfes am festlich gedeckten Tisch im großen Saal des Offiziercasinos der Lechfeldkaserne Platz genommen haben. Nur wenige Stunden zuvor hatten sie sich noch in geistiger Anspannung in ebenso spannenden Schachpartien als Angehörige der militärischen Elite des Schachspiels in Deutschland gegenübergesessen. Manchem Kameraden war die zwischenzeitlich eingetretene Erleichterung anzusehen.

„Ein Spiegelbild des hohen Niveaus“

Daniel Bigalke

Auch dieses Jahr war diese Meisterschaft ein Spiegelbild des hohen Niveaus, auf dem Schach von Angehörigen der Bundeswehr gespielt wird“, sagte Jörg Hilgert, Leiter Standortbetreuung & Service der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (KAS), beim Abschlussbankett der Schachmeisterschaft der Bundeswehr. Alle zwei Jahre veranstaltet die KAS im Auftrag des Bundesministeriums der Verteidigung die Bundeswehr-Schachmeisterschaft, welche die Basis der Soldaten-Nationalmannschaft bildet, die sich bei den NATO-Meisterschaften auf internationaler Ebene misst.
Für das diesjährige Turnier hatten sich 60 Spieler angemeldet, davon sind 44 am 5. März tatsächlich an den Start gegangen. Alle militärischen Organisationsbereiche und Dienstgrade waren vertreten, vom Obergefreiten bis zum Oberstleutnant. Mit Oberfeldarzt d.R. Dr. Hans-Joachim Hofstetter und Stabsfeldwebel Mark Helbig waren zudem zwei schachsportliche Titelträger an den Start gegangen. Beide waren bereits zuvor u.a. einmal Turniergewinner der Schachmeisterschaft der Bundeswehr.

Simultanduell als Höhepunkt

Herbert Bastian spielt simultan
Uwe Bolten
Herbert Bastian spielt simultan

Höhepunkt des gesamten Turniers war sicherlich das außerhalb der Wertung veranstaltete Simultanschachturnier von 30 Teilnehmern der Meisterschaft gegen Herbert Bastian, der Träger des Titels „Internationaler Meister“ (IM) ist. Dieser wurde ihm vom Weltschachbund FIDE auf Lebenszeit im Jahre 2005 verliehen. Das Simultanschachspiel sollte für die einzelnen Teilnehmer zugleich eine Herausforderung sowie eine Abwechslung von den langen Turniertagen sein. Es war aber sicherlich auch ein Bonbon für die teilnehmenden Soldaten, zumal man nicht oft die Gelegenheit bekommt, das eigene Können mit dem IM zu messen. Turnierleiter Uwe Reiz von der KAS erläuterte: „Der Internationale Meister ist eine Stufe unterhalb der Großmeister angesiedelt. In Deutschland gibt es ungefähr 150 Spieler, die diesen Titel tragen.“ Vor dem Simultanduell sagte Bastian: „Ich hoffe, zwei Drittel der Spiele für mich entscheiden zu können“. Nach fünfeinhalb Stunden zeigte sich jedoch ein anderes Ergebnis: 13 Partien konnte der IM für sich entscheiden, acht Partien endeten Remis und bei neun Partien fiel der König des Meisters.

Stabsfeldwebel Helbig alter und neuer Schachmeister der Bundeswehr

Mark Sauer, Mark Helbig und Ulrich Bohn
Daniel Bigalke
Mark Sauer, Mark Helbig und Ulrich Bohn

Rückblickend auf das gesamte Turnier gab es 154 Spiele mit mehr als 6000 Einzelzügen bei 44 Teilnehmern. Insgesamt ergaben sich 134 Siege und 20 Remis. Am Ende setzte sich Mark Helbig aus Köln in mehreren nervenaufreibenden Runden mit fünf Siegen und zwei Remis vor Mark Sauer aus Arnstadt (vier Siege und drei Remis) und Ulrich Bohn aus Koblenz (vier Siege, zwei Remis und ein verlorenes Spiel) durch. Stabsfeldwebel Helbig ist damit zum vierten Mal hintereinander Deutscher Schachmeister der Bundeswehr geworden. Die KAS gratuliert ihm herzlich zum Sieg!

Gute Organisation, viel Gemeinschaftsgeist und Gastfreundschaft

Die Leistung aller Schachspieler und Organisatoren würdigte beim Abschlussbankett im Offizierscasino Frank Hübsche in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender der KAS. Er hieß die Gäste des Abends willkommen und bedankte sich bei ihnen für die Teilnahme als Spieler bzw. bei weiteren Gästen für die Unterstützung bei der Realisierung der Schachmeisterschaft. Seinen Dank richtete Hübsche an den Schirmherr Oberst Dirk Niedermeier, Kommandeur des Technischen Ausbildungszentrums Luftwaffe Abteilung Süd und Standortältester Lechfeld, an den selbst schachspielenden Kasernenoffizier der Lechfeldkaserne Hautmann Gerhard Bechtold sowie an den Turnierleiter Stabsfeldwebel a.D. Uwe Reiz. Man habe ein wohlorganisiertes Turnier mit viel Gemeinschaftsgeist erlebt und sei dankbar für die erfahrene uneingeschränkte Gastfreundschaft.

Schach ist eine Sportart, die universell betrieben werden kann. Weder Geschlecht, Alter, Religion, Behinderungen oder Kenntnisstand können von der erfolgreichen Teilnahme abhalten“, stellte schließlich Oberst Dirk Niedermeier ergänzend in seinem Grußwort zum fünftägigen Turnier heraus. Sichtlich beeindruckt von den erzielten Leistungen übergaben Niedermeier, Hübsche und die stellvertretende Geschäftsführerin der KAS, Christiane Köcker, am Ende des Turniers die Preise an die Platzierten der Meisterschaft. Es erhielten alle Teilnehmer ihre Urkunden sowie Erinnerungspräsente in Form einer Tasse im KAS-Design. Für die Sieger gab es zusätzlich Pokale sowie Einkaufsgutscheine.

Die KAS sagte „Danke!“ an Stabshauptmann Koopmeiners

Veranstaltungen wie die Schachmeisterschaft wären nicht zu realisieren, gäbe es keine engagierten Helfer und Unterstützer. Als Team-Captain/Delegationsleiter des NATO-Schachteams der Bundeswehr engagierte sich Stabshauptmann Karl Koopmeiners über 20 Jahre lang ehrenamtlich für die KAS. Er übernahm dieses Amt 1997 bei der 8. NATO-Schachmeisterschaft in Apt (Provence)/Frankreich von Wolfgang Berger und war seitdem 21 mal Team-Captain. Seine Erfolgsbilanz kann sich sehen lassen: 18 mal hat die Bundeswehrmannschaft den NATO-Mannschaftstitel gewonnen. Im Rahmen der Festveranstaltung und Siegerehrung zur 22. Deutschen Schachmeisterschaft der Bundeswehr würdigten Frank Hübsche und Jörg Hilgert die Leistungen von Stabshauptmann Koopmeiners und sprachen ihm Dank und Anerkennung aus. Sie überreichten dem Fußballfreund zwei Freikarten für ein Spiel seines Lieblingsvereins „FC Schalke 04“. Die Funktion als Team-Captain/Delegationsleiter übernimmt nunmehr Oberstleutnant Guido Schott, dem wir für seine Aufgabe viel Erfolg und eine glückliche Hand wünschen.

Gemeinsam für Menschen, die Hilfe benötigen

Scheckübergabe an das Bundeswehr-Sozialwerk
Uwe Bolten
Scheckübergabe an das Bundeswehr-Sozialwerk

Die teilnehmenden Kameraden der 22. Deutschen Schachmeisterschaft der Bundeswehr 2018 zeigten sich über alle Spiel- und Wettkampffreuden hinaus auch und vor allem solidarisch mit Menschen in der Bundeswehr und deren Familien, die Hilfe benötigen, die in schwierigen Lebenssituationen stecken oder in Not geraten sind. Mit besonderem Augenmerk auf derartig betroffene Kameraden und Familien sammelten die Teilnehmer der Schachmeisterschaft untereinander 230 Euro. Diese wurden im Rahmen der Festveranstaltung mit einem symbolischen Scheck an das Bundeswehr Sozialwerk e.V., vertreten durch Hauptfeldwebel Christoph Szymanski, übergeben. Dieser bedankte sich bei  den Schachspielern für ihr soziales Engagement und für ihre Solidarität mit Schwächeren in der Bundeswehr.

Alle Gäste können auf ereignisreiche und spannende Tage in der Lechfeldkaserne zurückblicken, geprägt von Kameradschaftlichkeit und Gemeinschaftssinn auch jenseits des Schachspiels. Die gemeinsame Zeit fand mit dem Festabend im Offizierscasino ihren krönenden Abschluss und wird wohl vielen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben.

Daniel Bigalke, KAS

// Archiv: DSB-Nachrichten // ID 23014

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