27. Februar 2026
Safe Sport e.V. ist die unabhängige Beratungsstelle gegen Gewalt, Machtmissbrauch und sexualisierte Übergriffe im Sport. Die Ansprechstelle bietet Betroffenen kostenlose, vertrauliche Beratung, persönlich, online oder telefonisch unter der Nummer 0800 11 222 00. Hier erhalten Betroffene, aber auch Vereine, wertvolle Tipps von Experten und Expertinnen im Bereich Psychologie und Recht. Außerdem gibt es die vielbeachtet Plakat-Kampagne „Nein, es ist nicht okay“ für mehrere Sportarten. Schach fehlte bisher, aber das hat sich jetzt geändert.
Astrid Hohl, DSB-Verantwortliche für den Bereich Safe Sport, hat gemeinsam mit Safe Sport nun auch ein Schach-Plakat entwickelt, das künftig bei Veranstaltungen und online zu sehen sein wird. „Häufig begegnet man der Annahme, dass Gewalt – insbesondere sexualisierte Gewalt – im Schach seltener vorkomme als in anderen Sportarten“, betont Astrid Hohl, „diese Einschätzung wird meist damit begründet, dass es weder Körperkontakt noch typische Situationen wie gemeinsame Umkleiden gibt. Doch sowohl allgemeine Statistiken, wie die polizeiliche Kriminalstatistik, als auch sportbezogene Untersuchungen wie die SicherimSport-Studie zeigen deutlich, dass Gewalt ein gesamtgesellschaftliches Phänomen ist.“
Soll heißen: Auch im Sport, und hier auch im Schach, ist das ein Thema – quasi automatisch. Denn: „Gewalt betrifft Kinder in allen Lebensbereichen, besonders jedoch in ihrem sozialen Nahfeld. Sie tritt vor allem dort auf, wo Kinder regelmäßig auf Erwachsene treffen und in eine Beziehung eingebunden sind. Damit rückt auch der Sportverein – unabhängig von der jeweiligen Sportart – als relevanter Ort in den Blick“, so Astrid Hohl.
Umso mehr freue man sich auch beim Deutschen Schachbund, dass dieses wichtige Thema im organisierten Sport zunehmend Aufmerksamkeit erhält und immer stärker in den Fokus rückt. „Besonders hervorheben möchten wir den Verein Safe Sport e. V., der als erste und bislang einzige unabhängige Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter, psychischer und physischer Gewalt im Sport allen im Breiten- und Leistungssport zur Verfügung steht.“ Außerdem gibt es für Spitzenathleten und –athletinnen mit „Anlauf gegen Gewalt“ eine weitere unabhängige und spezialisierte Kontaktstelle.
Was tut der Deutsche Schachbund konkret? Aktuell bietet der DSB erneut Online‑Schulungen zu den Themen Kinderschutz und Aufsichtspflicht an. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier: https://www.schachbund.de/online-schulung-safe-sport.html
Erst kürzlich gab es beim DSB die erste Online-Kinderschutzschulung des Jahres. 15 Trainer und Trainerinnen, sowie Vereinsvertreter, aus dem Schachsport nahmen daran teil. Das Seminar startete mit einer allgemeinen Begriffsklärung: Was sind „Grenzüberschreitungen“ – und wann werden sie zu „Übergriffen“. Dazu gab es reale Fallbeispiele von Teilnehmenden. Thema waren auch verschiedenen Formen der Gewalt und welche Möglichkeiten Vereine und Verbände haben, um Kindern einen Safe Space, sichere Orte, bereit zu stellen. „Ich habe sehr viel gelernt und denke, dass ich damit nicht der einzige war“, sagte hinterher ein junger Teilnehmer, der demnächst seine Trainerlizenz in Angriff nehmen wird, „ich fand gut, dass es rege Diskussionen gab, welche aber sauber und dezent moderiert wurden.“ Der 19-jährige Anwärter zur Trainerlizenz betonte: „Ich kann folgende Kinderschutzschulungen nur jedem ans Herz legen, da eine Teilnahme am Ende Kindesmissbrauch verhindern oder stoppen kann. Ich weiß jetzt, ab welchem Moment ich wie eingreifen könnte.“ (mw)
// Archiv: DSB-Nachrichten - DSB // ID 36950