17. September 2025
Acht Jungs, ein Mädchen. „Leider nur ein Mädchen“, sagt IM Bernd Vökler. Trotzdem freut sich der Bundesnachwuchstrainer auf ein leidenschaftlich für den DSB spielendes Team bei der Kadetten-WM, der Jugend-Weltmeisterschaft in der kasachischen Millionenstadt Almaty. Kasachstan grenzt im Norden an Russland und hat im Süden und Osten gemeinsame Grenzen mit Turkmenistan, Usbekistan, Kirgisistan und China. „Usbekistan“, so Vökler mit einem Lächeln, „das ist für eingefleischte Schachfans natürlich gerade der Hotspot schlechthin – aber das ist eine andere Geschichte.“ Die von GM Matthias Blübaum, der sich in Samarkand für das Kandidatenturnier zur WM qualifiziert hat. Die Talente starten am Freitag in ihre erste Runde.
Für die deutschen Talente hängen die Trauben in Kasachstan sehr hoch. Und auch das hängt mit der geografischen Lage zusammen: Manchem potentiellen Teilnehmer verursachte die Lage nahe der russischen Grenze, mit Blick auf dass Thema Sicherheit, ein gewisses Unbehagen. „So fehlen natürlich einige Top-Leute und wir konnten auch die U8 und U12 weiblich gar nicht besetzen“, weiß Vökler, „Edelmetall wäre nicht nur eine Überraschung, sondern sogar eine Sensation - aber ich bin dennoch guter Dinge.“
Die bislang veröffentlichten Teilnehmerlisten lassen vor allem im Bereich der U8 Hoffnung aufkeimen. „Davor warne ich“, sagt Vökler, „Zum einen sind ganz viele Kinder völlig unterbewertet und zum anderen bedeuten null Elo nicht auch null Spielstärke.“ Aber: „Man darf schon auf Top-Ten-Platzierungen hoffen“, so Vökler. Schließlich gab es ja auch erst kürzlich ein hervorragendes Vorbereitungscamp in Bad Blankenburg mit den Trainern FM Hendrik Hoffmann, FM Thomas Michalczak und Bernd Vökler. Henrik Hoffmann aus Leipzig hat auch die Delegationsleitung in Kasachstan übernommen. „Eine gute Lösung“, sagt Vökler. Als Co-Trainer ist Thomas Michalczak dabei. Also, für Spieler und Trainer gilt: man kennt sich schon…
Von dem einzigen Mädchen aus Deutschland, Sara Vignesh, erhofft sich Vökler perspektivisch viel. Sie habe großes Entwicklungspotenzial. Geduld ist gefragt. Der Bundestrainer weiter: „Als Geheimtipp möchte ich die beiden Kaderspieler in der U12 bezeichnen.“ Hashill Pradeep machte zuletzt bei den Dortmunder Schachtagen Furore. Er gewann 162 Elopunkte in einem Turnier.
Paul David Peglau startete im Frühjahr bei der WM in Montenegro im U20-Feld und setzte mit vier Punkte eine erste Duftmarke. Vökler ist gespannt: „Mal sehen, wie er sich in seiner Altersklasse schlägt.“
Zu den Favoriten zählen Indien, USA, Russland (als FIDE-Team startend) sowie natürlich die Gastgeber. Möglicherweise schaut der deutsche Generalkonsul Mathias Kiesler den Deutschen mal über die Schulter und findet Zeit für ein kurzes Meeting.
Unser deutsches Team hat jedenfalls gemeinsam mit dem DSB-Team Öffentlichkeitsarbeit ein Begrüßungsvideo für die Gastgeber erstellt. „Salem Kasachstan!“ Schaut rein. (mw)
// Archiv: DSB-Nachrichten - DSB // ID 36791