24. August 2025
Heute, Sonntag, ist Unterschriftstag. In Innsbruck, am Rande eines Turniers, trifft sich Sandra Schmidt mit Michael Stöttinger, dem Präsidenten des Österreichischen Schachbundes (ÖSB). Sandra Schmidt wird neue Generalsekretärin des ÖSB. Sie tritt ihren Dienst zum 1. November an und wird ihren Wohnsitz nach Wien verlagern. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe. Eine Riesenchance“, sagt sie, „ich war häufig in Österreich, ich mag das Land und die Leute. Es fühlt sich immer gut an, wenn ich dort hinfahre – und kenne viele im Österreichischen Schachbund.“ Da Sandra Schmidt aber auch die Beauftragte des Deutschen Schachbundes für die Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft ist – kurz und knapp: DSAM-Chefin – stellt sich natürlich für viele DSAM-Fans die Frage: Was bedeutet das für unsere geliebte Turnierserie? Natürlich: ein Einschnitt. Aber, zur Beruhigung: Es gibt keinen abrupten Abschied vom Liebling der DSAM-Massen. Und jeder, der sie kennt, der weiß: Das Herz der DSAM wird immer in Sandra Schmidt schlagen.
„Es ist ganz klar, auch mit dem ÖSB besprochen, dass ich die Saison 2025/26 komplett noch machen werde“, so Schmidt: „Das bedeutet: Die DSAM durchorganisieren und vor Ort sein.“ Am 22. November beginnt die neue Serie. Und dann? Nun ja. Da gibt es, recht frei zugänglich im Netz, ein ÖSB-Protokoll, in dem nicht nur von einem einstimmigen Beschluss des Präsidiums für Sandra Schmidt aus dem Kreis der Bewerberinnen und Bewerber die Rede ist, sondern recht eindeutig auch, diese Zusage an Schmidt erfolge „unter der Voraussetzung, ihre Tätigkeit für die Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft (acht Turniere) zu beenden“. Klar doch: Der ÖSB will Sandra Schmidt mit Haut und Haaren. Ob das Ganze dann letztlich so heiß gegessen wird? Schau mehr mal.
Natürlich herrscht beim DSB die Hoffnung vor, die ebenso beliebte wie kompetente Turnierchefin perspektivisch nicht komplett zu verlieren. Grundsätzlich, so DSB-Präsidentin Ingrid Lauterbach, sei aber auch viel Verständnis für die berufliche Weiterentwicklung einer langjährigen Ehrenamtlichen da: „Wir freuen uns für Sandra, dass sich ihr eine so hervorragende Chance bietet und wünschen ihr viel Glück in dieser Tätigkeit.“
Sandra Schmidt, die häufig bei Turnieren in Österreich als Schiedsrichterin aktiv ist, findet jedenfalls alle Rahmenbedingungen gut: Hündin Bella darf mit ins Büro, zwei Tage Homeoffice sind möglich, sie wird vom aktuellen Generalsekretär Walter Kastner, ein ÖSB-Urgestein, das in den Ruhestand geht, ein Jahr lang in die Geschäftsführung eingearbeitet. Ab November arbeitet sie in Teilzeit, ab Januar dann in Vollzeit. Sandra Schmidt: „Irgendwo geht auch ein beruflicher Traum in Erfüllung. Ich möchte unbedingt im Schachbereich arbeiten – das ist die Chance, Beruf und das was ich liebe zusammen zu bringen.“ (mw)
// Archiv: DSB-Nachrichten - DSB // ID 36757