26. September 2026
Der kasachische Unternehmer setzte sich am Samstag bei der Generalversammlung in Samarkand in einer Stichwahl gegen den deutschen Kandidaten Wadim Rosenstein durch.
Im entscheidenden zweiten Wahlgang erhielt Turlov 110 Stimmen, Rosenstein kam auf 85 Stimmen.
Zuvor hatte im ersten Wahlgang keiner der drei Kandidaten die notwendige absolute Mehrheit erreicht. Turlov lag dort mit 96 Stimmen vorne, Rosenstein erhielt 76 Stimmen, Jan Henric Buettner 20 Stimmen. Insgesamt wurden 192 Stimmen abgegeben, vier davon waren ungültig. Da für einen Sieg im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen notwendig waren, kam es anschließend zur Stichwahl zwischen Turlov und Rosenstein.
Der Deutsche Schachbund hatte im Vorfeld die Kandidatur seines FIDE-Delegierten Wadim Rosenstein unterstützt.
Mit Turlov übernimmt nun der bisherige Präsident des kasachischen Schachverbandes die Führung des Weltschachverbandes. An seiner Seite wurde der fünfmalige Weltmeister Viswanathan Anand zum Deputy President gewählt.
"Wadim Rosenstein und der Deutsche Schachbund können auf dieses Ergebnis stolz sein. 85 Stimmen in der Stichwahl zeigen, dass es einen sehr großen Wunsch nach Veränderung innerhalb der FIDE gibt. Natürlich tut es weh, so knapp an einem Wechsel vorbeigeschrammt zu sein.
Wir haben Wadim unterstützt, weil wir überzeugt waren, dass er für die Themen steht, die für die Zukunft des internationalen Schachs entscheidend sind: modernere Strukturen, mehr Digitalisierung, stärkere nationale Verbände, mehr Transparenz und insgesamt den Anspruch, Schach international weiterzuentwickeln und größer zu machen. Auch die Frage nach mehr Unabhängigkeit von politischen Einflussnahmen war für uns dabei von großer Bedeutung. In diesen Punkten haben wir in Wadims Konzept die klarsten Perspektiven gesehen.
Das Wahlergebnis nehmen wir zur Kenntnis. Für uns ändert es nichts an den Themen, für die wir stehen und die wir innerhalb der FIDE weiter mit Nachdruck vertreten werden. Nun muss sich zeigen, wie die neue Führung mit Kritik, unterschiedlichen Positionen und den nationalen Verbänden umgeht. Wir werden unsere Interessen selbstbewusst vertreten und überall dort den Austausch suchen, wo er dem deutschen Schach und der Weiterentwicklung des internationalen Schachs dient.“
// Archiv: DSB-Nachrichten - DSB // ID 37177