Trauer in der Schachfamilie Lagunow

03.04.2011 21:28

In der vergangenen Nacht starb im Alter von nur 40 Jahren die Mutter der erfolgreichen deutschen Nachwuchskader Elina und Raphael, Juliana Lagunow.
Die in Riga geborene Juliana Woitinski kam als Achtjährige 1978 nach West-Berlin. 1989 lernte sie auf einer Schachreise nach Ungarn den späteren Internationalen Meister Alexander Lagunow kennen. Zwei Jahre später heiraten die Beiden und der in Nowosibirsk geborene Alexander zieht nach Berlin. 1997 kommt Töchterchen Elina zur Welt, 2000 Sohn Raphael.
Für GM Robert Rabiega zählte Juliana in den 1980er Jahren zu den stärksten Berliner Jugendspielerinnen.

Ein ausführliches Porträt über die Schachfamilie Lagunow erschien im BSV-Mitteilungsblatt 4/2010. Im August 2010 hatte ich dafür mit Juliana Email-Kontakt.

Nachfolgend ein Nachruf des Vereins.

In der vergangenen Nacht ist Juliana Lagunow nach langer schwerer Krankheit im Alter von nur 40 Jahren verstorben. Juliana hinterlässt Ehemann und zwei Kinder und viele traurige Schachfreunde.

Sie spielte in ihrer Jugend sehr erfolgreich Schach, wurde mehrfach Berliner Jugendmeisterin, widmete sich aber dann ihrem Studium und spielte nur sporadisch hier und da eine Partie. Zuletzt spielte sie zusammen mit ihren Kindern in unserer zweiten Mannschaft von TuS Makkabi, obwohl wir sie gern in der ersten Mannschaft eingesetzt hätten.

Juliana mochte keine Halbheiten, was sie tat, tat sie aus Leidenschaft; auch als Mutter war ihr Engagement kaum zu übertreffen, so dass Schach notgedrungen an Priorität verlor. Im Leben suchte sie stets nach unkonventionellen Wegen, ihre Originalität beeindruckte mich immer wieder, besonders in ihrer Arbeit - sie arbeitete im Grenzbereich zwischen Informatik und Linguistik - waren nicht nur ihre Lösungen originell, sondern auch die Fragen, die sie sich dabei stellte.
Des öfteren begegneten wir uns in der Staatsbibliothek, ob wir auf dann Platon, Turing oder Chomsky zu sprechen kamen, ihre außergewöhnlichen Ansichten machten jedes Gespräch, wie kurz es auch wurde, zu einem unvergesslichen Ereignis. Ihr bermerkenswerter Mut, sich den Schwierigkeiten des Lebens zu stellen und keinen Hindernissen auszuweichen, hat ihr und ihrer Familie sicher nichts leichter gemacht. Nun müssen wir von diesem vorbildlichen Mut zehren, um ihren Abgang zu verkraften. Die Schachspieler des TuS Makkabi trauern um den schmerzlichen Verlust.

Marcos Kiesekamp

// Archiv: DSB-Nachrichten // ID 8115

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